Montag, Juli 8, 2024

Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) bei vielen Menschen ohne Beschwerden

Wenn der Blutdruck zu niedrig ist, spricht man von einer Hypotonie. Viele Menschen haben einen erniedrigten Blutdruck, ohne Beschwerden zu haben.

Niedrige Blutdruckwerte sind meist harmlos. Viele Menschen haben einen zu niedrigen Blutdruck, ohne irgendwelche Beschwerden zu verspüren. Bei ständigen Wetterumschwüngen, bei hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit leiden Personen, deren Blutdruck zu niedrig ist, oft unter Problemen des Kreislaufs. Wenn der Blutdruck zu weit absinkt, kann es auch zu einer Mangeldurchblutung von wichtigen Organen wie Gehirn und Herz kommen. Von Hypotonie (niedriger Blutdruck) spricht man, wenn der systolische Blutdruckwert unter 95 mm Hg sinkt. Dieser Wert entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Der von Haus aus niedrigere, diastolische Blutdruck, das ist jener Druck, der ständig im Gefäßsystem herrscht, liegt bei Hypotonikern unter 60-65 mm Hg.

 

Ursachen für eine Hypotonie: wenn der Blutdruck zu niedrig ist und den Körper belastet

Ursachen für eine Hypotonie werden in den meisten Fällen genetische Faktoren, körperliche Konstitution sowie Umweltfaktoren angenommen. Jugendliche in der Pubertät, junge und schlanke Frauen, hagere ältere Menschen und Schwangere neigen generell zu niedrigen Blutdruckwerten. Körperliche Inaktivität und Stress begünstigen die Hypotonie.

Die niedrigen Blutdruckwerte können aber auch im Rahmen anderer Krankheiten auftreten. Wobei Herzerkrankungen wie Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen, Verengungen des Gefäßsystems und Krampfadern oft mit niedrigem Blutdruck einhergehen.

Auch bei Hormonstörungen wie Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes mellitus, bei Infekten, starkem Blutverlust oder bei mangelnder Flüssigkeitszufuhr kommt es zu einem Absinken des Blutdrucks. Vorsicht geboten ist bei Beruhigungsmitteln sowie bei Substanzen, die den Blutdruck senken.

Von Hypotonie als Krankheit spricht man erst dann, wenn Beschwerden vorhanden sind und die Blutdruckwerte so niedrig sind, dass die Durchblutung der lebenswichtigen Organe wie Gehirn, Herz und Nieren nicht mehr gewährleistet ist.


Typische Beschwerden

  • Schwindel

  • Schwarzwerden vor den Augen

  • Ohrensausen und Kopfschmerzen

  • Sehstörungen

  • Kalte Hände und Füße sowie allgemeines Kältegefühl

  • Müdigkeit, Mattigkeit, Antriebslosigkeit

  • Schlafstörungen

  • Erhöhte Wetterfühligkeit

  • Herzklopfen


Eine Sonderform der Hypotonie ist die orthostatische Dysregulation. Bei schnellen Änderungen der Körperlage wie beispielsweise beim raschen Aufstehen aus dem Liegen versackt das Blut in den Beinen. Dadurch erhält das Gehirn zu wenig Blut und Sauerstoff mit der Gefahr eines Kreislaufkollapses. Trotz der vielen genannten Beschwerden ist niedriger Blutdruck meist harmlos.

Im Gegensatz zum Bluthochdruck, welcher als Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und allgemeine Gefäßverkalkung gilt, wirken sich niedrige Blutdruckwerte eher günstig auf die Lebenserwartung aus. Liegen Beschwerden vor, muss die Hypotonie natürlich ernst genommen und behandelt werden.

 

Hypotonie diagnostizieren, niedrigen Blutdruck erkennen

Die Diagnose der Hypotonie wird durch wiederholte Blutdruck-Messungen sowohl beim Arzt als auch zu Hause festgestellt. Als Standarduntersuchung hat sich eine Messung des Blutdrucks über 24 Stunden bewährt. Dem Patienten wird für 24 Stunden eine Oberarmmanschette angelegt. Diese nimmt dann in bestimmten Intervallen laufend Messungen vor. Und zwar bis ein brauchbares Profil des Blutdrucks vorliegt.

Besonders wichtig ist die Durchführung eines Herz-Kreislauf-Belastungstests (Ergometrie). Neben Trainingszustand und Blutdruckverhalten unter Belastung können Durchblutungsstörungen des Herzens und Rhythmusstörungen sofort ausgeschlossen werden. Eine genaue Analyse von Blut- und Harnwerten zum Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen ist ebenfalls notwendig.

 

Was kann man tun, wenn der Blutdruck zu niedrig ist?

Menschen mit zu niedrigem Blutdruck (Hypotonie) sollte man nur dann behandeln, wenn Beschwerden vorliegen. Allgemeinen Kreislauf stärkenden Maßnahmen sollte man dabei immer den Vorzug geben. Erst wenn diese Bemühungen nicht zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes führen, kann man die Gabe von Medikamenten erwägen. Die meisten allgemeinen Maßnahmen haben das Ziel, die Regulationsfähigkeit der Blutgefässe zu stabilisieren. Damit das Blut nicht in die untere Körperhälfte absinkt.


Zur Kreislaufstabilisierung zählen folgende Maßnahmen:

  • Wechselduschen: 30 Sekunden mit körperwarmen Wasser, drei Sekunden mit kaltem Wasser duschen, insgesamt dreimal wechseln und mit einem kalten Guss aufhören.

  • Radfahren mit den Beinen im Bett vor dem Aufstehen, am besten bei geöffnetem Fenster.

  • Langsames Aufsetzen aus dem Liegen. Bleiben Sie einige Minuten auf dem Bettrand sitzen, kreisen Sie die Arme und wippen Sie mit den Beinen. Damit wird die Blutzirkulation in Schwung gebracht.

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: trinken Sie noch bevor Sie aufstehen ein großes Glas Leitungswasser. Denn in der Nacht verliert der Körper durch Schwitzen und die Atmung einen halben Liter Wasser. Generell wird eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von mind. 2-3 Liter empfohlen, wobei Wasser, kohlensäurearme Mineralwässer, diverse Tees sowie Obst- und Gemüsesäfte zu bevorzugen sind.

  • Kaffee, schwarzer und grüner Tee haben eine blutdrucksteigernde Wirkung. Hypotoniker sollten deswegen ein kräftiges Frühstück mit einem starken Kaffee oder Tee zu sich nehmen. Bei nächtlich auftretenden Blutdruckabfällen mit Schlaflosigkeit kann man durchaus auch am Abend eine Tasse Tee oder Kaffee trinken.

Zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) sollte nur dann behandelt werden, wenn die betroffenen Menschen Beschwerden haben.

  • Körperliches Training ist übrigens die beste Waffe gegen zu niedrigen Blutdruck. Wobei Ausdauersportarten wie Wandern, Walken, Laufen, Schwimmen oder Radfahren den Blutdruck steigern. Zudem auch die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Hierzu optimiert das Training mit Pulsmesser im Cardio-Vasculären-Bereich den Erfolg.

  • Regelmäßige Spaziergänge und Tätigkeiten im Freien kurbeln ebenfalls den Kreislauf an.

  • Eine ausgewogene Ernährung mit einer kalorienreduzierten Mischkost und geregelten Essenszeiten ist ebenfalls ganz wichtig. Reichhaltige Hauptmahlzeiten mit fetten und schwer verdaulichen Speisen belasten unseren Kreislauf unnötig. Zudem senken sie zusätzlich den Blutdruck. Eine Vollwertkost mit frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Nudeln, Reis und Kartoffeln, Fisch und magerem Fleisch fördert dagegen unser Wohlbefinden.

  • Gönnen Sie jedenfalls Ihrem Körper ausreichende Schlaf- und Erholungszeiten.

  • Bei starken Krampfadern sollte man außerdem regelmäßig Stützstrümpfe tragen. Damit wird das Versacken des Blutes in den Beinen verhindert.

Erst wenn durch das Ausschöpfen aller genannten Maßnahmen die Beschwerden nicht verschwinden, sollten Medikamente zum Einsatz kommen. Welche Mittel man hierzu verwendet, müssen Betroffene unbedingt mit Ihrem Arzt absprechen. Vorsicht vor Selbstmedikationen!


Literatur:

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