Freitag, Mai 24, 2024

Terpene und Cannabinoide in Cannabis sativa, dem Hanf

Cannabis sativa, der Hanf-Pflanze, und seine medizinische Bedeutung – ein Überblick über Terpene und Cannabinoide.

Cannabis sativa, allgemein bekannt als Hanf, zählt zu den ältesten Arzneipflanzen der Menschheit, deren Nutzung bis mindestens 3000 v. Chr. zurückreicht. In der heutigen Zeit wird Cannabis nicht nur als traditionelles Rauschmittel geschätzt, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der pharmazeutischen Industrie. Trotz seiner weitreichenden Anwendung hinkt die wissenschaftliche Forschung der Terpene und Cannabinoide in Cannabis aufgrund strenger gesetzlicher Beschränkungen hinterher.

 

Die Zusammensetzung von Cannabis: Terpene und Cannabinoide

Das Harz von Cannabis enthält eine komplexe Mischung aus Hunderten von Metaboliten, einschließlich Terpene und Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol (THC).

Terpene sind organische, ölige und aromatische Substanzen, die nicht nur in Cannabis, sondern auch in vielen anderen Pflanzen sowie in einigen Insektenarten vorkommen. Wobei Terpene die Hauptverantwortlichen für die intensiven Aromen von Cannabis sind. Sie tragen entscheidend zu dessen Wirkung bei. Aufgebaut aus dem Grundbaustein Isopren, formen Terpene eine umfangreiche Klasse chemischer Verbindungen, die essenziell für den charakteristischen Geruch und Geschmack vieler Cannabis-Pflanzen sind. Über ihren angenehmen Duft hinaus haben Terpene auch eine schützende Funktion, indem sie Fressfeinde abwehren und Bestäuber anlocken. Darüber hinaus unterstützen Terpene in Cannabis die Effekte von Cannabinoiden und besitzen eine Vielzahl biologischer Aktivitäten, die sie für diverse industrielle Anwendungen interessant machen.

THC ist für die meisten psychotropen Wirkungen von Cannabis verantwortlich und interagiert mit dem körpereigenen Cannabinoid-Rezeptorsystem, zu dessen natürlichen Liganden Anandamid gehört. Diese Interaktion führt zu beruhigenden, schlaffördernden, euphorisierenden und in höheren Dosen halluzinogenen Effekten.

 

Medizinische Anwendungen und Herausforderungen

Cannabis wird medizinisch als Antiemetikum und Migränetherapeutikum eingesetzt. Allerdings ist die Konsistenz in der Terpen- und Cannabinoid-Zusammensetzung verschiedener Cannabisstämme problematisch, was die Reproduzierbarkeit der medizinischen Eigenschaften erschwert.

Es besteht ein dringender Bedarf an wissenschaftlicher Validierung der medizinischen Behauptungen, die diesen Verbindungen zugeschrieben werden.

 

Risiken und Konsum unter Jugendlichen

Die Verbreitung von Cannabis, insbesondere unter Jugendlichen, ist besorgniserregend. Studien zeigen, dass jeder vierte Jugendliche gelegentlich Cannabis konsumiert.

Wobei speziell gezüchtete Pflanzen mit bis zu fünffach erhöhten Wirkstoffmengen besonders gefährlich sein können.

Eine psychische Abhängigkeit ist möglich, und die Entzugserscheinungen umfassen Reizbarkeit, Nervosität und Schlafstörungen.

 

Schlussfolgerung

Angesichts der zunehmenden Verwendung von Cannabis sativa sowohl in der Freizeit als auch in der Medizin ist eine erweiterte Forschung unabdingbar.

Die Entwicklung genauerer Cannabis-Studien zur Wirkung der Terpene und Cannabinoide könnte helfen, effektive medizinische Anwendungen zu definieren. Zudem könnte man gleichzeitig die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlungen verbessern.


Literatur:

Booth JK, Yuen MMS, Jancsik S, Madilao LL, Page JE, Bohlmann J. Terpene Synthases and Terpene Variation in Cannabis sativa. Plant Physiol. 2020 Sep;184(1):130-147. doi: 10.1104/pp.20.00593. Epub 2020 Jun 26. PMID: 32591428; PMCID: PMC7479917.

Booth JK, Bohlmann J. Terpenes in Cannabis sativa – From plant genome to humans. Plant Sci. 2019 Jul;284:67-72. doi: 10.1016/j.plantsci.2019.03.022. Epub 2019 Apr 4. PMID: 31084880.

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