Die Rolle von Immunschwäche sowie Störungen im Immunsystem bei Osteoporose

Volkskrankheit Osteoporose © Lightspring / shutterstock.com

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Bei Entstehung der Osteoporose spielen Östrogenmangel, genetische Ursachen, hormonelle Veränderungen oder Rauchen sowie eine Immunschwäche eine wichtige Rolle.

Unter dem Strich zeigt sich die sys­temische Skeletterkrankung Osteoporose vor allem durch eine niedrige Knochenmasse und eine Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes. Dadurch kommt es vermehrt zu Knochenbrüchen. Derartige osteoporotische Frakturen treten bei beiden Geschlechtern mit steigendem Alter vermehrt auf. Wenngleich die Zunahme des altersabhängigen Risikos für eine Fraktur bei Frauen höher ist als bei Männern. Bei der Entstehung der Osteoporose spielen neben den klassischen Faktoren wie Östrogenmangel, genetischen Ursachen, hormonellen Veränderungen oder Rauchen auch eine Immunschwäche eine bedeutende Rolle.

 

Missverhältnis zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau

Osteoporose verursacht ein Missverhältnis zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau. Dadurch kommt es zu Veränderungen der Knochenmasse und der Mikroarchitektur des Knochengewebes. Das führt zu einer Abnahme der Knochenfestigkeit und damit zu einem erhöhten Risiko für Brüche.

 

Immunschwäche und der Osteoporose

Die Wechselwirkung zwischen dem Immunsystem beziehungsweise einer Immunschwäche und der Osteoporose spielt eine bedeutendere Rolle als bisher angenommen. Dass zahlreiche entzündliche Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus oder Morbus Crohn langfristig mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko einhergehen, ist hinreichend bekannt. Aber auch von klassischen Entzündungen unabhängige Mechanismen führen zu einer exzessiven Osteoklastenaktivität und damit zum Knochenabbau.

Im Grunde genommen sind mehr als der Hälfte der Osteoporose-Erkrankungen erblich bedingt. Zu den weiteren Risikofaktoren dieser multifaktoriellen Erkrankung gehören hormonelle Veränderungen, Umweltfaktoren, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel. Einen wichtigen Risikofaktor stellt wie eingangs bereits erwähnt das Rauchen dar.

 

Pro-inflammatorische Zytokine

Pro-inflammatorische Zytokine aktivieren die knochenangreifenden Osteoklasten. Zudem bremsen sie gleichzeitig die knochenaufbauenden Osteoblasten. Ein Blockade solcher Zytokine und anderer beteiligter Moleküle könnte jedenfalls die Bekämpfung der Osteoporose deutlich effektiver machen. Bei älteren Menschen findet sich außerdem oft eine erhöhte Produktion der Zytokine und anderer Auslöser von Entzündungen. Dies bezeichnet man schließlich nach dem italienischen Gerontologe Claudio Francheschi als Inflammaging.

 

RANKL

Jedenfalls sollten neue Ansätze zur Behandlung unmittelbar in den Knochenstoffwechsel eingreifen. Infolgedessen sollen sie die Knochenzerstörung frühzeitig stoppen. Ein solcher Therapieansatz mit einem Antikörper gegen den RANK-Liganden (RANKL) ist seit einiger Zeit verfügbar. RANKL (Receptor activator of nuclear factor kappa B ligand) ist eine Substanz, die unter anderem von einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, den T-Zellen, gebildet wird. Dieser Botenstoff des Immunsystems fördert die Bildung knochenabbauender Zellen.


Literatur:

Srivastava RK, Dar HY, Mishra PK. Immunoporosis: Immunology of Osteoporosis-Role of T Cells. Front Immunol. 2018 Apr 5;9:657. doi: 10.3389/fimmu.2018.00657. PMID: 29675022; PMCID: PMC5895643.

Rachner TD, Khosla S, Hofbauer LC. Osteoporosis: now and the future. Lancet. 2011 Apr 9;377(9773):1276-87. doi: 10.1016/S0140-6736(10)62349-5. Epub 2011 Mar 28. PMID: 21450337; PMCID: PMC3555696.

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