Mittwoch, Februar 4, 2026

Fliegen mit einer Lungenerkrankung – Flugfreigabe einholen

Fliegen mit einer Lungenerkrankung: vor einer Flugreise sollten Patienten beim Hausarzt oder Internisten eine Flugfreigabe einholen.

Weltweit sind von den etwa 3,3 Milliarden Flugpassagieren viele chronisch erkrankt. Deshalb empfehlen Fachleute, dass diese Patienten beispielsweise mit einer Lungenerkrankung vor dem Fliegen eine ärztliche Flugtauglichkeitsbescheinigung von ihrem Hausarzt, einem Internisten oder einem Lungenfacharzt einholen sollten.

 

Gesundheitliche Herausforderungen beim Fliegen für Personen mit Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung

Die Demografie der Flugreisenden hat sich stark verändert, und derzeit sind über zwei Millionen Menschen gleichzeitig in der Luft. Wobei die Hälfte der Passagiere über 50 Jahre alt und mehr als die Hälfte chronisch krank ist.

Trotz der Alltäglichkeit von Flugreisen wird den gesundheitlichen Herausforderungen, wie dem kabinenähnlichen Druck beim Fliegen auf Höhe von etwa 2.500 Metern, der besonders für Patienten mit Lungenerkrankung problematisch ist, wenig Beachtung geschenkt.

Statistiken zeigen, dass 30 Prozent der Passagiere an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 15 Prozent an chronischen Atemwegsproblemen leiden, mit einem medizinischen Notfall auf 10.000 Passagiere und rund 2.000 Todesfällen jährlich auf Flügen der IATA-Mitglieder.

 

Spezifische Belastungen und Risiken

Die Sauerstoffsättigung im Blut, die normalerweise bei 98 Prozent liegt, kann beim Fliegen auf 92 Prozent oder darunter sinken, was besonders für Personen mit einer chronischen Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma sowie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen problematisch ist.

Daher ist eine vorherige Konsultation mit einem Arzt, inklusive einer Lungenfunktionsprüfung, für eine sichere Reisevorbereitung entscheidend. Eine kurzfristige ärztliche Konsultation kurz vor der Reise ist oft zu spät.

 

Empfehlungen vor dem Fliegen für Patienten mit chronischer Lungenerkrankung

Menschen mit Asthma sollten ihre Medikamente immer griffbereit im Handgepäck haben und bedenken, dass die trockene Kabinenluft den Flüssigkeitsbedarf erhöhen kann. COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium mit einem FEV1-Wert unter 60 Prozent und einer arteriellen Sauerstoffsättigung unter 85 Prozent gelten ohne geeignete Therapie und zusätzliche Sauerstoffversorgung als nicht flugtauglich.

Für Personen mit Lungenhochdruck ist eine gründliche ärztliche Untersuchung und eventuell eine zusätzliche Sauerstoffversorgung erforderlich, und bei Tauchurlauben sollte zwischen dem letzten Tauchgang und dem Flug eine Pause von mindestens 24 Stunden eingelegt werden.


Literatur

Nicholson TT, Sznajder JI. Fitness to fly in patients with lung disease. Ann Am Thorac Soc. 2014 Dec;11(10):1614-22. doi: 10.1513/AnnalsATS.201406-234PS. PMID: 25393882.

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Lunge, Atemwege, HNO

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