Dienstag, Juli 9, 2024

Hilfe bei rheumatischen Schmerzen durch vollwertige Ernährung

Eine vollwertige Ernährung mit Vollwertkost und weitgehendem Verzicht auf Fleisch bietet den Patienten effektive Hilfe bei Rheuma-Schmerzen.

Rheuma ist ein Oberbegriff, der aus dem Griechischen stammt und „fließender Schmerz“ bedeutet. Es umfasst über 400 verschiedene Krankheiten. Neben Schmerz- und Rheuma-Medikamenten sowie physikalischen Therapiemöglichkeiten ist die richtige Ernährung eine wichtige Hilfe bei rheumatischen Schmerzen. Dies gilt insbesondere für die Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Morbus Bechterew.

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Hilfe bei Rheuma-Schmerzen durch effektive Ernährung als Teil der Therapie

Eine adäquate Ernährung als Teil der Behandlung ist bei Rheuma-Schmerzen eine ausgesprochen sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen und physikalischen Basisbehandlung.

In unseren Breitengraden leiden Millionen von Menschen unter verschiedenen rheumatischen Erkrankungen und den damit verbundenen Schmerzen.

Eine geeignete Ernährung kann einerseits dazu beitragen, das Gewicht zu reduzieren und somit die Belastung der Gelenke zu verringern. Experten verweisen zudem auf Studien, die zeigen, dass tierische und fettreiche Lebensmittel Substanzen enthalten, die die Entzündung in den Gelenken zusätzlich fördern können.

Ein Beispiel dafür ist die Arachidonsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die als Grundlage für entzündungsfördernde Botenstoffe dient.

 

Was auf den Tisch kommen sollte

Bei Rheuma-Patienten sollten Fleisch und Wurst höchstens ein- bis zweimal pro Woche Teil einer angemessenen Ernährung sein. Eier und Innereien sollten am besten komplett vermieden werden. Es ist ratsam, fettreduzierte Milch und Milchprodukte zu wählen, da sie weniger Arachidonsäure enthalten als Vollfettprodukte.

Rheuma-Experten betonen, dass Fisch und Meeresfrüchte einen festen Platz in der Ernährung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen haben sollten. Sie sind die wichtigste Quelle für Omega-3-Fettsäuren, die als Gegenspieler der Arachidonsäure wirken und die Bildung von Entzündungsmediatoren hemmen können. Dies kann zur Linderung der Schmerzen beitragen.

Einige hochwertige Pflanzenöle wie Raps-, Lein- oder Walnussöl enthalten ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, jedoch in geringeren Mengen. Neben bestimmten Fettsäuren wirken auch Antioxidantien wie Vitamin C und E sowie Spurenelemente wie Selen entzündungshemmend. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sind besonders reich an Antioxidantien.

Rezente Studienergebnisse lasen vermuten, dass Patienten mit entzündlichem Rheuma von einem erhöhten Konsum von Olivenöl, Oliven und Nüssen profitieren können.



Basisbehandlung bei Rheuma

Um die fortschreitende Zerstörung der Gelenke aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen, sind bestimmte Basismedikamente unverzichtbar. Diese Medikamente wirken auf das überaktive Immunsystem ein und bremsen dadurch die Entzündung.

Zu den herkömmlichen Basismedikamenten zählen Methotrexat, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin sowie Leflunomid. Diese Wirkstoffe haben sich seit vielen Jahren bewährt. Inzwischen haben aber auch Biologika die Behandlung von Rheuma deutlich verbessert. Diese neuen Substanzen können die Gelenkzerstörung oft sogar vollständig stoppen.

Ein wichtiger Baustein der Therapie sind auch physikalische Maßnahmen wie Kälteanwendungen, Ergotherapie und Bewegungstherapie.

Darüber hinaus kann eine Umstellung der Ernährung dabei helfen, der Entzündung entgegenzuwirken und die Behandlung der Rheuma-Schmerzen zu verbessern. Ein weitgehender Verzicht auf Fleisch, Wurst und Eier sowie der regelmäßige Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukten sind hierbei hilfreich.


Literatur:

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Tedeschi SK, Costenbader KH. Is There a Role for Diet in the Therapy of Rheumatoid Arthritis? Curr Rheumatol Rep. 2016 May;18(5):23. doi: 10.1007/s11926-016-0575-y.

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