Dienstag, Juli 16, 2024

Ursache von Gicht: die Rolle von Ernährung und Alkohol

Vererbung ist oft die Ursache für das entzündliche rheumatische Leiden Gicht, wobei häufig auch Ernährung und Alkohol eine wichtige Rolle spielen.

Ein Gichtanfall kommt oft über Nacht. Es entstehen geschwollene und schmerzhafte Gelenke, die heiß und gerötet, druck- und berührungsempfindlich und in der Bewegung stark eingeschränkt sind. Neben Finger- und Zehengelenken können Sprung- und Fußwurzelgelenke, Handgelenke sowie Knie- und Ellbogengelenke befallen sein. Gicht kann aber auch chronisch werden. Dann kommt es dauerhaften Gelenkentzündungen mit Verformungen und Knotenbildungen an den Gelenken der Hände und Füße. Kraft, Beweglichkeit und damit die Funktionsfähigkeit der Gelenke sind erheblich eingeschränkt. Mit einer frühzeitigen Gichttherapie kann man das aber verhindern! Bei Auftreten von Gelenkbeschwerden sollten Betroffene daher rechtzeitig einen Spezialisten konsultieren. Und zwar um die Ursache von Gicht, meist Alkohol und Ernährung, zu eruieren und die richtige Behandlung und Diät einzuleiten.




Ernährung bei Gicht: Was man essen darf, und was nicht

Bei der schmerzhaften Rheuma-Erkrankung Gicht ist die Ernährung sehr wichtig, wobei beispielsweise die DASH-Diät und Kirschen sehr zu empfehlen sind. Mehr dazu unter https://medmix.at/ernaehrung-bei-gicht-was-man-essen-darf-und-was-nicht/


Gicht ist ein alter, schmerzhafter Bekannter

In früheren Jahrhunderten war die Gicht eine Erkrankung der Reichen und Wohlhabenden. Auf zahlreichen Gemälden erkennt man wohlbeleibte Herrscher und Kirchenfürsten mit schmerzverzerrten Gesichtern und geschwollenen Gelenken. Als Gicht-Ursache haben übermäßige kulinarische Genüsse diesen Herren äußerst schmerzhafte Gelenkentzündungen (akute Gichtanfälle) beschert.

Medizinisch gesehen ist die Gicht eine entzündliche Erkrankung der Gelenke und der Weichteile, die durch Ablagerung von Harnsäurekristallen im Gewebe verursacht wird. Sie ist ein typisch entzündlich rheumatisches Leiden. Gleichzeitig zählt die Gicht auch zu den Stoffwechselerkrankungen. Da eine erhöhte Bildung von Harnsäure in unserem Körper zur Bildung von Kristallen führt. Wobei diese dann die schmerzhaften Entzündungen der Gelenke auslösen kann.


Curcumin bei Gicht und Arthritis

Der natürliche Wirkstoff Curcumin der gelben Gewürzpflanze Kurkuma soll eine mögliche positive Wirkung bei Gicht entfalten können. Er soll die Entzündungsreaktionen im Körper verringern und somit die Schmerzen und Schwellungen in den betroffenen Gelenken bei Gicht lindern. Der Naturstoff Piperin, der in schwarzem Pfeffer vorkommt, kann Curcumin sehr gut unterstützen und seine Aufnahme im Körper verbessern. Es gibt auch neue Daten, die dem Piperin positive Effekte bei Gicht zusprechen.

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Gicht nimmt weltweit stark zu

Der hohe Lebensstandard vor allem in den westlichen Industrienationen, zunehmend aber auch in den boomenden Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien mit einem Überangebot an Lebensmitteln, hat als Ursache der Gicht in den letzten 20 Jahren zu einem enormen Anstieg an Gichtkranken geführt. Bei Männern ist die Gicht mittlerweile die häufigste Ursache für entzündete Gelenke. Frauen holen zuletzt aber tüchtig auf. Die Gichtrate hat sich verdoppelt. Zudem sind immer mehr jüngere Menschen von diesem Leiden betroffen.

Als Ursache der Gicht spielen neben Vererbung vor allem die Ernährung sowie auch der Konsum von Alkohol die größte Rolle. Weiter können eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch, Meeres- oder Hülsenfrüchte Beschwerden verursachen. Denn wenn unser Körper diese Nahrungsmittel verdaut und verarbeitet, dann entsteht als eines der Endprodukte dieser Verarbeitung Harnsäure. Schließlich muss der Körper diese dann durch die Nieren ausscheide. Wenn man nun zu viele von diesen Speisen verzehrt, dann kommt die Niere mit der Ausscheidung nicht mehr nach. Der Harnsäurespiegel im Blut steigt dann an. Zudem lagert sich die überschüssige Harnsäure zusätzlich in Form von Kristallen in den Gelenken und Organen ab. Schließlich kann das auch eine starke Entzündung auslösen.



 

Der akute Gichtanfall

Die direkte Folge der Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken ist der akute Gichtanfall. Meist aus völliger Gesundheit heraus entsteht eine hoch schmerzhafte Gelenkschwellung, häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden. Die Gelenke sind dabei stark geschwollen, extrem schmerzhaft, gerötet, heiß und oft so berührungsempfindlich, dass nicht einmal die Bettdecke oder eine feine Berührung toleriert werden.

Am häufigsten ist das Großzehengrundgelenk betroffen, in abnehmender Häufigkeit die anderen Fußgelenke, Knie- und Sprunggelenke und die kleinen Fingergelenke. Die Gicht führt auch zu einer Entzündung in den Weichteilen wie Sehnenscheiden und Schleimbeuteln. Ein akuter Gichtanfall dauert von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Je häufiger Gichtanfälle auftreten, desto länger und intensiver werden sie.


Harnsäurespiegel bei Gicht-Arthritis senken wichtigstes Therapieziel

Gichtarthritis / Gicht / Hyperurikämie
Gichtarthritis / Gicht / Hyperurikämie

Gicht-Arthritis ist die häufigste entzündliche rheumatische Erkrankung, wichtigstes Ziel der Therapie ist das Senken des Harnsäurespiegels. Mehr dazu unter https://medmix.at/gichtarthritis-harnsaeurespiegel/


Gicht kann chronisch werden

Wer einen schmerzhaften Gichtanfall erlebt hat, wird sich keinen zweiten wünschen. Doch gerade das tritt in den meisten Fällen ein, wenn man nicht rechtzeitig etwas dagegen tut. Mit jedem Entzündungsschub werden die Gelenke zunehmend zerstört und abgenützt. Sie verformen sich und können dann nicht mehr richtig bewegt werden.

Wobei sich früher oft im Endstadium der Gicht knotig entstellte Finger- und Zehengelenke entwickelten. Jedoch ist das heutzutage dank guter Behandlungsmöglichkeiten wesentlich seltener geworden.

Im chronischen Stadium treten zudem Gichtknoten in Sehnen, Schleimbeuteln, Ohrknorpel und Nieren auf. Wobei man besonders auf die Nieren aufpassen muss. Denn eine schlecht behandelte Gicht führt zu Nierensteinen. Schließlich kann Gicht die Niere sogar bis hin zur Schrumpfniere zerstören.

 

Ursache für Gicht sind erhöhte Harnsäurewerte

Die regelmäßige Bestimmung der Harnsäure im Blut ist ein wichtiger Test, um Risikopatienten rechtzeitig zu erkennen und die Gichttherapie zu überprüfen. Im Normalfall findet man bei Frauen in 100ml Blut bis zu 5,5mg und bei Männern bis 6mg Harnsäure. Die Harnsäurespiegel steigen an, wenn die Ausscheidung durch die Nieren gestört ist oder durch starken Eiweißabbau im Körper vermehrt Harnsäure anfällt.

 

Falsche Ernährung und Alkohol als Ursache für die Gicht

Eiweißreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Sojabohnen, Innereien, Fleisch, Wurst, Meeresfrüchte und Fisch erhöhen die Harnsäure. Vermehrter Alkoholgenuss (vor allem Bier!), eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr oder strenges Fasten und Stress kommen ebenfalls als Gicht-Ursache in Frage. Neue Studien haben ergeben, dass auch der Fruchtzucker eine wesentliche Rolle bei der Gicht spielt. Ein erhöhter Konsum an Fruchtsäften und der Zusatz von Fruchtzucker in den verschiedensten Lebensmitteln sind daran schuld.

Gichtpatienten weisen meist erhöhte Harnsäurewerte auf. Allerdings sind bei einem akuten Gichtanfall bei ca. 30% der Betroffenen die Werte im Normalbereich, was die Diagnose oft erschwert. Wichtig ist auch die Abgrenzung der Gicht von anderen rheumatischen Gelenkerkrankungen. Und zwar ist das beispielsweise rheumatoide Arthritis, der chronischen Entzündung der Gelenke, die durch eine Störung unseres Immunsystems entsteht. Zudem können auch Gelenkabnützungen, die Arthrosen, ähnliche Beschwerden wie die Gicht verursachen.

 

Präventive und akute Gichttherapie

Im Grunde genommen muss man bei der Behandlung zwischen der Therapie des akuten Anfalls und der Vorbeugung zur Vermeidung neuer Gichtanfälle unterscheiden.

Beim schmerzhaften akuten Gichtanfall helfen entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente (Antirheumatika). Neben der oralen Einnahme haben sich entzündungshemmende Mischinfusionen mit hochdosiertem Vitamin-B- und C-Komplex dabei besonders bewährt. Auch Injektionen in die betroffenen Gelenke mit einer kleinen Menge an Kortison führen zu einem raschen Rückgang der Schmerzen. Zusätzlich sind eine lokale Kältetherapie (Eisbeutel, Coolpack, kalter Topfen) und kurzdauernde Bettruhe hilfreich.

Die neue Gruppe von Medikamenten, die Biologika, kommen mittlerweile auch bei der Therapie von Gicht zur Anwendung. Wobei man diese Wirkstoffe bekanntlich seit Jahren erfolgreich zur Behandlung anderer chronischen Entzündungen der Gelenke und der Wirbelsäule. Und zwar beispielsweise bei rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew sowie Psoriasis Arthritis. Bei Gicht es der Interleukin1-Antagonist Canakinumab, der sich sehr wirksam zur Behandlung schwerer Anfälle eignet.

Genauso wichtig wie die Schmerztherapie sind aber eine dauerhafte Senkung erhöhter Harnsäurespiegel und das Vermeiden neuer Gichtanfälle. Grundlage jeder Behandlung der Gicht sind dabei Diät-Maßnahmen. Erst wenn durch eine entsprechende Ernährung die Harnsäure nicht gesenkt werden kann, kommen Medikamente zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Substanzen, die die Bildung von Harnsäure im Körper künstlich hemmen.

Seit kurzem ist die Kombination von Lesinurad und Allopurinol zugelassen. Diese Kombination von Wirkstoffen wirkt bei der Hyperurikämie bei Erwachsenen stärker als das altbewährte Gichtmittel Allopurinol alleine.


Allopurinol bei chronischer Gicht bewährt und wirksam

Das Urikostatikum Allopurinol hemmt die Bildung der Harnsäure. © fractal-an / molekuul.be / shutterstock.com
Das Urikostatikum Allopurinol hemmt die Bildung der Harnsäure. © fractal-an / molekuul.be / shutterstock.com

Allopurinol gehört zu den wirksamsten Mitteln in der Behandlung der chronischen Gicht. Neu und sehr wirksam ist die Kombination Allopurinol mit Lesinurad. Mehr dazu unter https://medmix.at/allopurinol-bei-chronischer-gicht/




Diät bei Gicht im Überblick


Fleisch und Wurst sind gefährlich:

  • Auf Innereien (Hirn, Leber, Lunge etc.) verzichten
  • Fleisch und Wurst nicht mehr als zwei bis drei Mal pro Woche
  • Bei Geflügel und Fisch vor der Zubereitung die Haut entfernen
  • Fisch, Fischkonserven und Meeresfrüchte liefern viel Harnsäure
  • Eier sind unbedenklich

Milch und Milchprodukte


Gemüse und Obst

  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen bilden große Mengen an Harnsäure. Ebenso Soja und Sojaprodukte wie Tofu oder Sojafleisch.
  • Bei folgenden Gemüsesorten sollten Sie aufpassen: Artischocken, Broccoli, Schwarzwurzel, Lauch, Spinat, Rotkraut, Mais und Kohlsprossen
  • Fruchtzucker führt zu erhöhten Harnsäurespiegeln. Deswegen sollten Patienten mit Gicht Fruchtsäfte meiden. Wobei das generell für süßes Obst in großen Mengen gilt. Schließlich können auch Fertigprodukte mit Fruchtzucker wie Fruchtjoghurt, Saucen sowie Dressings problematisch sein.

Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln

Knäckebrot, Salzstangerl, Weiß- und Mischbrot in größeren Mengen erhöhen die Harnsäurespiegel


Süße Lebensmittel

Fruchtzucker in Obst und Haushaltszucker in Süßspeisen können die Harnsäure akut erhöhen. Süßigkeiten mit Maß!


Wacholder für die Verdauung, bei Sodbrennen, Rheuma und Gicht

Hauptanwendungsgebiet für den Wacholder heute sind Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Völlegefühl und Sodbrennen. © FooTToo / shutterstock.com
Hauptanwendungsgebiet für den Wacholder heute sind Verdauungsbeschwerden wie Aufstoßen, Völlegefühl und Sodbrennen. © FooTToo / shutterstock.com

Wacholder wird in der Naturmedizin vor allem als Tee zur Unterstützung bei Verdauung, Harnausscheidung und gegen Sodbrennen sowie in der Rheuma- und Gicht-Therapie eingesetzt. Mehr dazu unter https://medmix.at/wacholder/


Alkohol und Übergewicht als Ursache für eine Gicht

Man sollte Alkohol meiden, denn Alkohol führt zu einem raschen Anstieg der Harnsäure. Wobei besonders das Bier als problematisch gilt. Wichtig ist aber eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern gleichmäßig über den Tag verteilt. Hier sollte man vor allem Wasser und Tee in Betracht ziehen.

Im Grunde genommen ist auch Übergewicht häufig eine Ursache für Gicht. Wobei Abnehmen hilft, denn nach der Reduktion von Gewicht stellt sich eine niedrigere Harnsäurekonzentration im Blut ein.




Literatur:

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Quelle:  Medmix 2016.

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