Montag, Juni 17, 2024

Risikofaktoren für Osteoporose

Zu den Risikofaktoren für Osteoporose versteht man beeinflussende Faktoren, die das Risiko an der Knochenerkrankung zu erkranken, steigern oder begünstigen.

Osteoporose wird oft als „Skeletterkrankung“ beschrieben, die aufgrund verringerter Knochenfestigkeit das Risiko für Knochenbrüche deutlich erhöht. Mit dem demografischen Wandel steigt weltweit die Belastung für das Gesundheitssystem, da vor allem ältere Menschen vermehrt von Osteoporose betroffen sind. Die Krankheit wird vorwiegend mit dem Altern und weiblichem Geschlecht assoziiert, doch mittlerweile wird auch eine breitere Palette klinischer Risikofaktoren betrachtet, um Personen zu identifizieren, die ein Risiko für Osteoporose und deren Hauptfolge, die Fraktur, aufweisen.

Lange wurde Osteoporose hauptsächlich mit postmenopausalen Frauen in Verbindung gebracht, jedoch nimmt die Inzidenz von Knochenbrüchen aufgrund der alternden Bevölkerung stetig zu. Um das Fortschreiten der Osteoporose einzudämmen und Frakturen vorzubeugen, muss der Fokus verstärkt auf ältere und hochbetagte Personen gelegt werden. Dabei spielen Ernährungsfaktoren, insbesondere die Aufnahme von Kalzium und Vitamin D, sowie das Sturzrisiko und Präventivmaßnahmen gegen Stürze eine wesentliche Rolle. Ebenfalls von Bedeutung sind die Bewertung von Gebrechlichkeit und die damit verbundene Sarkopenie sowie Multimorbidität bei der Einschätzung des Sturz- und Frakturrisikos und der Behandlung von Osteoporose in fortgeschrittenem Alter.

Zu den Risikofaktoren für Osteoporose bei Frauen und Männern zählen

  • Genetische Veranlagung

  • Langzeitige Anwendung kortikoidhaltiger Präparate

  • Kalziumarme und phosphatreiche Ernährung

  • Verdauungsprobleme mit chronischen Durchfällen

  • Vitamin D-Mangel durch unzureichende Sonnenexposition und Ernährung

  • Mangel an körperlicher Aktivität, besonders in Phasen längerer Bettruhe oder bei Lähmungen

Weitere Risikofaktoren für Osteoporose können hormonelle Störungen sowie Erkrankungen der Darm-, Leber-, Nierenfunktion oder Tumorerkrankungen sein, die zu einer sekundären Osteoporose führen können. Bei Männern kann gehört zudem eine Unterfunktion der Hoden (Hypogonadismus) zu den Riskofaktoren für eine Osteoporose.

Anzeichen für eine mögliche Osteoporose sind unter anderem eine Körpergrößenabnahme von mehr als 3 bis 4 cm sowie Knochenbrüche bei leichten Unfällen. Typische Wirbelkörperbrüche führen zu akuten Rückenschmerzen, während Sinterungsfrakturen der Wirbelkörper oft schmerzlos auftreten. Rippenbrüche können beim Husten und typische Handgelenksbrüche durch das Abstützen bei Stürzen entstehen. Besonders gravierend sind Oberschenkelhalsbrüche, die häufig bei älteren Menschen nach Stürzen auf die Seite vorkommen.


Literatur:

Aspray TJ, Hill TR. Osteoporosis and the Ageing Skeleton. Subcell Biochem. 2019;91:453-476. doi: 10.1007/978-981-13-3681-2_16. PMID: 30888662.

Kanis JA, Cooper C, Rizzoli R, Reginster JY; Scientific Advisory Board of the European Society for Clinical and Economic Aspects of Osteoporosis (ESCEO) and the Committees of Scientific Advisors and National Societies of the International Osteoporosis Foundation (IOF). European guidance for the diagnosis and management of osteoporosis in postmenopausal women. Osteoporos Int. 2019 Jan;30(1):3-44. doi: 10.1007/s00198-018-4704-5. Epub 2018 Oct 15. Erratum in: Osteoporos Int. 2020 Jan;31(1):209. Erratum in: Osteoporos Int. 2020 Apr;31(4):801. PMID: 30324412; PMCID: PMC7026233.

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