Samstag, Juli 6, 2024

Bei Axialer Spondyloarthritis ist Depression ein häufiges Symptom

Die chronische Erkrankung der Wirbelsäule Axiale Spondyloarthritis verursacht bei vielen Betroffenen eine Depression als zusätzliches Symptom.

Im Grunde genommen leiden viele Menschen mit der chronischen Erkrankung der Wirbelsäule Axiale Spondyloarthritis (AxSpA) unter dem psychischen Symptomen wie einer Depression. Und zwar im Gegensatz zur Rheumatoider Arthritis. Zudem hat eine rezente Studie auch gezeigt, dass Patienten mit Axialer Spondyloarthritis nach ihrer Diagnose ein erhöhtes Risiko haben, Depressionen zu entwickeln. Jedenfalls leiden viele AxSpA-Patienten häufiger als Gesunde auch an einer Depression und fühlen sich weniger wohl. Verschiedene Studien zu dieser chronischen Erkrankung der Wirbelsäule zeigen den Bedarf, dass das Behandlungsmanagement bei Axialer Spondyloarthritis unbedingt auch Depressionen als Symptom berücksichtigen muss.

 

Axiale Spondyloarthritis – eine chronische Erkrankung der Wirbelsäule

Der recht neue Begriff axiale Spondyloarthritis beschreibt eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung, die mit verschiedenen muskuloskeletalen und extraskeletalen Symptomen vergesellschaftet ist. Die ersten Symptome sind meist Rückenschmerzen mit entzündlichem Charakter.

Im Krankheitsverlauf kommt es zu Entzündungen an der Wirbelsäule, die im weiteren Verlauf durch strukturelle Veränderungen am Knochen, meist in der Form von Knochenneubildung, gekennzeichnet sind. Es kommt zu knöchernen Veränderungen, sogenannten Ankylosen, an den Kreuz-Darmbeingelenken, den Sakroiliakalgelenken, und der Wirbelsäule.


Gute Wirkung von Rosenöl gegen Depressionen und Stress

Die Wirkung von Rosenöl gegen Stress und Depressionen nutzen die Menschen weltweit. © Halil ibrahim mescioglu / shutterstock.com
Die Wirkung von Rosenöl gegen Stress und Depressionen nutzen die Menschen weltweit. © Halil ibrahim mescioglu / shutterstock.com

Positive Wirkung der Rose auf die Psyche: die alternative Anwendung von Rosenöl ist auch gegen Depressionen und Stress zu empfehlen. Mehr dazu unter https://medmix.at/rosenoel-gegen-depressionen-stress/


Patienten mit Wirbelsäule-Problemen zeigen oft Symptome einer Depression

Berliner Wissenschaftler haben unlängst das psychische Wohlbefinden von AxSpA-Patienten mithilfe eines geprüften Screening-Instruments untersucht. Sie werteten die Fragebögen von Insgesamt 1.736 Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen aus.

Das psychische Wohlbefinden beziehungsweise das Vorhandensein depressiver Symptome wurde anhand des 5-Punkte-WHO-Wohlfühlindex (WHO-5) bewertet. Dabei handelt es sich um einen kurzen, generischen globalen Index, der auf fünf positiv formulierten Elementen basiert, die das subjektive psychologische Wohlbefinden der Befragten in den letzten zwei Wochen messen. Die fünf Punkte sind:

  • Erstens: »Ich habe mich fröhlich und gut gelaunt gefühlt.«

  • Zweitens. »Ich habe mich ruhig und entspannt gefühlt.«

  • Drittens. »Ich habe mich aktiv und kräftig gefühlt.«

  • Viertens: »Ich bin aufgewacht und habe mich frisch und ausgeruht gefühl.«

  • Fünftens: »Mein tägliches Leben ist voller Dinge, die mich interessieren.«

Aus der Beantwortung dieser Fragen ergab sich, dass der Anteil von Wirbelsäule-Patienten mit Axialer Spondyloarthritis mit Depression hoch ist:

  • Nur 42 Prozent der Personen bezeichneten ihr Wohlbefinden als gut.

  • Immerhin 28 Prozent äußerten leichte,

  • 31 Prozent sogar mittlere bis schwere depressive Symptome.

  • Die höchste Prävalenz depressiver Symptome hatten 40- bis 59-jährige Patienten.

  • Ältere Betroffene hatten am häufigsten ein gutes Wohlbefinden.

Depressive Symptome sind oft mit Stress und wenig Bewegung vergesellschaftet. Das könnte ein Mitgrund sein, dass die Axiale Spondyloarthritis einen negativen Einfluss auf die Psyche der Betroffenen ausübt und Depressionen verursacht. Aus den Ergebnissen leiten die Forscher, dass Ärzte insbesondere bei AxSpA-Patienten im Alter zwischen 40 und 59 depressive Symptome geprüft werden sollten.

 

Axiale Spondyloarthritis und Depression bei einem Leiden der Wirbelsäule

Ziel der landesweiten bevölkerungsbezogenen Studie war es, das psychische Wohlbefinden und die damit verbundenen Faktoren bei axSpA-Patienten zu bewerten. Damit wollten die Wissenschaftler auch das Bewusstsein für solche Symptome auf Arzt- und Patientenebene schärfen. Und dadurch auch eine dahingehend angemessene axSpA-Therapie fördern. In einer Reihe von Studien zeigte die WHO-5 übrigens eine angemessene Validität. Diese Überprüfung ergab, dass die WHO-5 ein äußerst nützliches Instrument ist, das in der klinischen Praxis angewendet werden kann.

Unter dem Strich verursacht die chronische Erkrankung der Wirbelsäule axiale Spondyloarthritis (AxSpA) bei vielen betroffenen Patienten häufig eine Depression. Im Grunde genommen beeinträchtigt das dann in Folge sehr stark das Wohlbefinden. Die Erkenntnisse der rezenten Studie unterstreichen die Notwendigkeit, in die zukünftige Behandlung von AxSpA-Patienten auch Depression als wichtiges Symptome miteinzubeziehen.


Sport gegen Depression

Sport © Stefan Schurr / shutterstock.com

Gegen Depressionen hilft Sport, regelmäßiger Sport kann eine gute Maßnahme sein, um depressive Symptome zu vermindern und auch zu vermeiden. Mehr dazu unter https://medmix.at/sport-gegen-depressionen/


Literatur:

Kuriya B, Vigod S, Luo J, Widdifield J, Haroon N. The risk of deliberate self-harm following a diagnosis of rheumatoid arthritis or ankylosing spondylitis: A population-based cohort study. PLoS One. 2020;15(2):e0229273. Published 2020 Feb 21. doi:10.1371/journal.pone.0229273

Redeker I, Hoffmann F, Callhoff J, et al. Determinants of psychological well-being in axial spondyloarthritis: an analysis based on linked claims and patient-reported survey data. Ann Rheum Dis. 2018;77(7):1017-1024. doi:10.1136/annrheumdis-2017-212629


Quelle: 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, September 2018, Mannheim

Related Articles

Aktuell

- Advertisement -

Latest Articles

Tipps bei Lebensmittelunverträglichkeiten

Eine Lebensmittelunverträglichkeit entsteht in den meisten Fällen, weil der Körper nicht in der Lage ist, die Bestandteile der Nahrung zu verstoffwechseln. Bei Menschen, die...

Enuresis – beim Einnässen von Kindern an alles denken

Prinzipiell muss man zwischen der klassischen Enuresis und der nicht organischen und organischen Harninkontinenz unterscheiden. Beim Einnässen von Kindern muss man zwischen erstens der klassischen Enuresis,...

Diabetes und Bluthochdruck

Zwischen Diabetes und Bluthochdruck bestehen komplexe patho­physiologische Interaktionen, die besonders auch an der Niere zur Manifestation kommen. Diabetes und Bluthochdruck. Bekanntermaßen ist heutzutage der Diabetes...