Sonntag, Dezember 3, 2023

Antivirale Wirkung von Pflanzen: pflanzliche Mittel gegen Viren und Bakterien

Heilpflanzen gegen Infektionen einsetzen: Pflanzen können unsere Abwehrkräfte stärken, pflanzliche Mittel unterstützen unser Immunsystem gegen Viren und Bakterien.

Manche Pflanzen bringen eine starke antibakterielle und antivirale Wirkung gegen Viren und Bakterien, solche Heilpflanzen können unsere Abwehrkräfte stärken und uns gegen verschiedene Infektionen unterstützen. Beispielsweise können manche pflanzlichen Inhaltsstoffe unmittelbar die Krankheitserreger eliminieren oder sie stark in ihrer Vermehrung hemmen. Und in beiden Fällen können sie damit auch viralen Infekten entgegenwirken. Zu diesen verschiedenen Heilpflanzen zählen verschiedene Zistrose-Arten (Cistus), Purpur-Sonnenhut (Echinacea) und Kapland-Pelargonie. Wenngleich es keine direkten klinischen Vergleichsstudien gibt, so bieten doch alle diese Pflanzen eine interessante antivirale Wirkung gegen Viren und Bakterien sowie andere Krankheitserreger.

 




Zistrose – Cistrose, Cistus Incanus Tee – gegen Viren und Bakterien

Die Zistrose-Art Cistus incanus blüht violett / orange, ihre herausragende Kraft gegen Viren und Bakterien war bereits im antiken Griechenland bekannt. © Georgios Alexandris / shutterstock.com
Die Zistrose-Art Cistus incanus blüht violett / orange, ihre herausragende Kraft gegen Viren und Bakterien war bereits im antiken Griechenland bekannt. © Georgios Alexandris / shutterstock.com

Die Zistrose – Cistrose oder Cistus incanus – unterstützt die Atemwege, zudem helfen Zubereitungen wie Extrakt und Tee den Körper im Kampf gegen Viren und Bakterien. Mehr dazu siehe https://medmix.at/cistrose-fuer-die-atemwege/


Übrigens gibt es aktuell zwei Forschungsströme, die bei der Suche nach nützlichen pflanzlichen Verbindungen zur Bekämpfung von durch Coronaviren verursachten Infektionen verfolgt werden können. Das sind einerseits pflanzliche Mittel mit potenziell vorbeugender Wirkung, die hauptsächlich durch eine allgemeine Stärkung des Immunsystems wirken. Andererseits sind das pflanzliche Mittel, die mit ihrer therapeutischen Wirkung über verschiedene Mechanismen auf die Penetration und Replikation der Viren einwirken. Hierzu stehen wiederum die Inhaltsstoffe von Cistus incanus und Pelargonium sidoides sowie Echinacea am Prüfstand.

 



Die antivirale Wirkung von Pflanzen: Welche pflanzlichen Mittel unsere Abwehrkräfte stärken und uns gegen Viren und Bakterien unterstützen


Zistrose-Pflanzen (Cistus) wirken gegen freie Radikale sowie gegen Viren und Bakterien

Unter dem Strich wirken die pflanzlichen Naturstoffe in der Zistrose, allen voran der Art Cistus incanus, antioxidativ als Radikalfänger. Zudem bringen sie aber auch starke antivirale sowie antibakterielle Wirkungen. Schließlich sollen Präparate mit Zistrose selbst gegen Pilzinfektionen helfen. Andere antiviral wirkenden Substanzen gegen Grippeviren zeigen meist direkt Effekte mit der Gefahr baldiger Resistenzen.

Die antiviralen wirksamen Substanzen in verschiedenen Arten der Cistus – dem Pflanzengemisch aus der Zistrose – sind hingegen breit wirksam. Sie könnten auch gegen neu auftretende Erreger helfen sowie den Eintritt der Viren in die Körperzellen verhindert, wodurch das Risiko für Resistenzen reduziert wird.

In einer unlängst durchgeführten Studie konnten sogar Effekte von Cistus incanus gegen HIV und Ebola nachgewiesen werden. Hierzu zeigten Extrakte der Zistrose nicht nur gegen HIV sondern auch gegen Viruspartikel mit Hüllproteinen von Ebola- bzw. Marburg-Viren antiviral wirkende Eigenschaften, wofür verschiedene antivirale Inhaltsstoffe der Cistus incanus verantwortlich sein sollen.

Ein rezente Studie zeigte wiederum, dass das altbewährte pharmazeutische Harz (Oleoresin labdanum) von Cistus creticus (der kretischen Zistrose) gegen Dengue-Viren wirkte. Cistus creticus und Cistus salviifolius zeigen auch antimikrobielle Wirkung gegen Pilzinfektionen.

Auch in Hinblick auf die Wirksamkeit gegen Influenzaviren zeigen solche Ergebnisse die guten antiviral wirkende Eigenschaften der Zistrose-Extrakte gegen wichtige humanpathogene Viren.

 


Natürliche Mittel, die helfen, unser Immunsystem zu stärken

Mit natürlichen Mitteln wie der Echinacea, Echinacin, können wir natürlich unser Immunsystem stärken. © Christine Ziober / shutterstock.com
Mit natürlichen Mitteln wie der Echinacea, Echinacin, können wir natürlich unser Immunsystem stärken. © Christine Ziober / shutterstock.com

Verschiedene natürliche Mittel können unser Immunsystem stärken und so Viren, Bakterien, Pilze und Co. wirksam bekämpfen helfen. Mehr dazu siehe https://medmix.at/immunsystem-staerken-mit-natuerlichen-mitteln/

 

Purpur-Sonnenhut (Echinacea) stärkt das Immunsystem und wirkt auch gegen Coronaviren und Covid-19

Echinacea bietet vor allem bei Erkältungskrankheiten und Grippe gute antiviral wirkende Eigenschaften. Für die immunstimulierenden Effekte der Echinacea werden vor allem Alkylamide und Polysaccharide verantwortlich gemacht. Diese aktivieren Killerzellen oder zytotoxische T-Zellen des Immunsystems, die wiederum Viren attackieren und eliminieren.

Alkylamide sollen auch entzündungshemmende Effekte bieten. Diese sind besonders gegen Viren, die Membranen besitzen, nachgewiesen bei Herpes simplex Virus 1 (HSV-1), Respiratorischen Syncytial Virus (RSV) und allen getesteten human-pathogenen und aviären Stämme des Influenza-A-Virus sowie das Influenza-B-Virus sehr effektiv.

Die Inhaltsstoffe verhindern, dass das Virus in die Zellen eindringt. Auch bei wiederholter Anwendung bei Influenza-Viren entwickeln sich keine Resistenzen.

Jüngste Studienergebnisse zeigen aber auch, dass die Inhaltsstoffe von Echinacea virusabtötende (viruzide) und antivirale (vermehrungshemmende) Wirkungen entfalten kann. Die Autoren möchten betonen im Zusammenhang mit Covid-19, dass ihre Hypothesen über die Wirksamkeit von Echinacea gegen SARS-CoV-2 in vivo aufgestellt wurden. Sie sind somit theoretisch und müssten in klinischen Studien untersucht werden.

 




Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie, gegen Viren und Bakterien

Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie, konnte positive Wirkungen in mehreren Studien unter Beweis stellen. © Martin Fowler shutterstock.com
Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie, konnte positive Wirkungen in mehreren Studien unter Beweis stellen. © Martin Fowler shutterstock.com

Auch wichtig in Corona-Zeiten: Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie, stärkt als Heilpflanze das Immunsystem und hilft gegen Atemwegsinfekte. Mehr dazu siehe https://medmix.at/pelargonium-pflanzliche-immunstimulanzien/


Kapland-Pelargonie: immunstimulierend, antibakteriell, antiviral und schleimlösend

Eine wichtige Pflanze, die für ihre antibakterielle und antivirale sowie ihre die Abwehrkräfte stärkende (immunmodulierende) Wirkung bekannt ist, ist die Kapland-Pelargonie. Die Heilpflanze bietet auch schleimlösende Effekte.

Die Inhaltsstoffe der Kapland-Pelargonie sollen die Anheftung der Bakterien an den Schleimhäuten verhindern und die Zilienschlagfrequenz erhöhen. Für die antivirale Wirkung wird eine Induktion der Produktion von Interferon (IFN-a und IFN-b) verantwortlich gemacht. Denn die lösen die kör­pereigene Immunabwehr aus.

 

Weitere pflanzlichen Mittel gegen Viren und Bakterien am Prüfstand

Verschiedene Heilpflanzen und Kräuter sowie deren Extrakte und Inhaltsstoffe zeigten in einer rezenten Untersuchung vorbeugende Wirksamkeit beziehungsweise antivirale Wirkung gegen verschiedene Viren. Dazu zählen acht von 16 Extrakten. Und zwar waren das:

  • Kanadischer Wandelklee (Desmodium canadense),
  • Pfefferminze (Mentha Piperita),
  • Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis),
  • Oregano (Origanum vulgare),
  • Echter Thymian (Thymus vulgaris),
  • Ysop (Hyssopus officinalis),
  • Echter Salbei (Salvia officinalis, Garten-Salbei, Küchensalbei),
  • Bergkalaminthe, (Satureja montana, Berg-Bohnenkraut).

Die ersten sieben der Heilpflanzen-Extrakte besaßen vor beziehungsweise während der Infektion signifikante antivirale Aktivitäten. Zudem zeigte Bergkalaminthe (Satureja montana) sowohl vor als auch nach der Infektion seine antivirale Wirkung.

 

Pflanzliche Mittel zur Vorbeugung gegen Viren und Infektionen

Im Grunde genommen testet man in vielen Ländern zahlreiche Heilpflanzen sowie ihre Inhaltsstoffe oder von ihnen abgeleitete Substanzen als vorbeugende Möglichkeit gegen Infektionen. Ein Beispiel ist die Vorbeugung gegen die infektiöse Vogelbronchitis, die beispielsweise in der Geflügelindustrie zu enormen wirtschaftlichen Verlusten führen kann. Das hohe Maß an Mutationen des Virus schränkt die Wirksamkeit der Routineprävention wie mit Antibiotika sehr ein.

Interessant dabei ist, dass dieses Bronchitis-Virus eine hoch ansteckende Erkrankung der Atemwege und gelegentlich des Urogenitals bei Hühnern auslöst. Es beeinflusst die oberen Atemwege und reduziert die Eiproduktion und ist ein Coronavirus, der Familie der Coronaviridae zugehörig.


Erkältungsmittel im Test: welche Hausmittel helfen, welche eher nichts nützen

Nicht jedes beliebte und empfohlene Schnupfenmittel wirkt wirklich. Doch Honig hilft! © almaje / shutterstock.com
Nicht jedes beliebte und empfohlene Schnupfenmittel wirkt wirklich. Doch Honig hilft! © almaje / shutterstock.com

Bevor man sein beliebtes Erkältungsmittel einsetzt und empfiehlt, sollte man wissen, was Hausmittel wie Honig, Zwiebel, Vitamin C etc. wirklich bringen. Mehr dazu siehe https://medmix.at/erkaeltungsmittel/


Literatur:

Zalegh I, Akssira M, Bourhia M, Mellouki F, Rhallabi N, Salamatullah AM, Alkaltham MS, Khalil Alyahya H, Mhand RA. A Review on Cistus sp.: Phytochemical and Antimicrobial Activities. Plants (Basel). 2021 Jun 15;10(6):1214. doi: 10.3390/plants10061214. PMID: 34203720; PMCID: PMC8232106.

Signer J, Jonsdottir HR, Albrich WC, Strasser M, Züst R, Ryter S, Ackermann-Gäumann R, Lenz N, Siegrist D, Suter A, Schoop R, Engler OB. Author Correction: In vitro virucidal activity of Echinaforce®, an Echinacea purpurea preparation, against coronaviruses, including common cold coronavirus 229E and SARS-CoV-2. Virol J. 2020 Nov 9;17(1):172. doi: 10.1186/s12985-020-01439-2. Erratum for: Virol J. 2020 Sep 9;17(1):136. PMID: 33168000.

Signer J, Jonsdottir HR, Albrich WC, et al. In vitro virucidal activity of Echinaforce®, an Echinacea purpurea preparation, against coronaviruses. Including common cold coronavirus 229E and SARS-CoV-2. Virol J. 2020;17(1):136. Published 2020 Sep 9. doi:10.1186/s12985-020-01401-2

Carev I, Maravić A, Ilić N, et al. UPLC-MS/MS Phytochemical Analysis of Two Croatian Cistus Species and Their Biological Activity. Life (Basel). 2020;10(7):112. Published 2020 Jul 14. doi:10.3390/life10070112

Antonelli M, Donelli D, Maggini V, Firenzuoli F. Phytotherapic compounds against coronaviruses: possible streams for future research [published online ahead of print, 2020 Apr 30]. Phytother Res. 2020;10.1002/ptr.6712. doi:10.1002/ptr.6712

Kenny Kuchta, Nguyen HuuTung, Tomoe Ohta, Takuhiro Uto, Muhareva Raekiansyah, Kristina Grötzinger, Hans Rausch, Yukihiro Shoyama, Hans Wilhelm Rauwald, Kouichi Morita. The old pharmaceutical oleoresin labdanum of Cistus creticus L. exerts pronounced in vitro anti-dengue virus activity. Journal of Ethnopharmacology. Volume 257, 15 July 2020, 112316. https://doi.org/10.1016/j.jep.2019.112316

Lelešius R, Karpovaitė A, Mickienė R, et al. In vitro antiviral activity of fifteen plant extracts against avian infectious bronchitis virus. BMC Vet Res. 2019;15(1):178. Published 2019 May 29. doi:10.1186/s12917-019-1925-6

Kalus U, Grigorov A, Kadecki O, Jansen JP, Kiesewetter H, Radtke H. Cistus incanus (CYSTUS052) for treating patients with infection of the upper respiratory tract. A prospective, randomised, placebo-controlled clinical study. Antiviral Res. 2009 Dec; 84(3):267-71. doi: 10.1016/j.antiviral.2009.10.001. Epub 2009 Oct 12.

Goh CJ, Park D, Lee JS, Sebastiani F, Hahn Y. Identification of a novel plant amalgavirus (Amalgavirus, Amalgaviridae) genome sequence in Cistus incanus. Acta Virol. 2018;62(2):122-128. doi: 10.4149/av_2018_201.

Wopker PM, Schwermer M, Sommer S, et al. Complementary and alternative medicine in the treatment of acute bronchitis in children: A systematic review. Complement Ther Med. 2020;49:102217. doi:10.1016/j.ctim.2019.102217

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