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Grippeimpfung bei COPD und Asthma 2026/27: Warum sie schützt und wann Sie impfen sollten

6 Min. Lesezeit

Grafische Darstellung von Influenzaviren – für Menschen mit COPD und Asthma ist die Grippe besonders gefährlich
Besonders für ältere und kranke Menschen ist die Influenza eine lebensbedrohliche Erkrankung. © Crevis / shutterstock.com
Inhalt
  1. Warum ist die Grippe bei COPD und Asthma so gefährlich?
  2. Was bringt die Grippeimpfung bei COPD?
  3. Grippeimpfung 2026/27 in Österreich: Kosten, Zeitpunkt und Impfstoff
  4. Corona-, Pneumokokken- und RSV-Impfung bei COPD
  5. Wann zum Arzt bei Grippe-Symptomen mit COPD oder Asthma?
  6. Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Grippeimpfung bei COPD
  7. Quellen

Die Grippeimpfung bei COPD gehört zu den einfachsten Maßnahmen, um schwere Verschlechterungen im Winter zu vermeiden. Für Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma ist die echte Grippe (Influenza) mehr als ein paar Tage im Bett: Sie kann die Atemwege so stark belasten, dass sich die Grunderkrankung plötzlich verschlechtert. Dieser Ratgeber erklärt, was die Impfung laut Studien bringt, was der Impfplan Österreich 2026/27 empfiehlt, welche Impfungen noch dazugehören und wann Sie bei Grippe-Symptomen ärztliche Hilfe brauchen.

Warum ist die Grippe bei COPD und Asthma so gefährlich?

Fast jedes Jahr kommt es in Österreich in den Herbst- und Wintermonaten zu einer Grippewelle. Laut Impfplan Österreich infizieren sich dabei 5 bis 15 Prozent der Bevölkerung. Im Durchschnitt sterben hierzulande jedes Jahr über 1.000 Menschen an der Influenza, mit starken Schwankungen von Saison zu Saison.

Typisch für die echte Grippe sind ein starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Muskelschmerzen, bohrende Kopfschmerzen, starke Halsschmerzen und oft schmerzhafter Husten. Nicht jeder Verlauf sieht aber so aus. Ein gewöhnlicher grippaler Infekt beginnt dagegen meist langsamer, mit Schnupfen und allmählich zunehmenden Beschwerden.

Bei COPD sind die Atemwege dauerhaft entzündet und verengt. Kommt ein Virusinfekt dazu, verschlechtern sich Atemnot, Husten und Auswurf oft deutlich. Das österreichische Gesundheitsportal nennt Infektionen mit Viren oder Bakterien als wichtigste Auslöser einer solchen akuten Verschlechterung, der COPD-Exazerbation. Auch bei Asthma können Atemwegsinfekte die Beschwerden verstärken. Der Impfplan zählt Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen deshalb ausdrücklich zu den Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf.

Was bringt die Grippeimpfung bei COPD?

Die beste Zusammenfassung der Studienlage ist ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2018. Die Autorinnen und Autoren fanden 11 kontrollierte Studien mit 6.750 Teilnehmenden, davon sechs Studien mit insgesamt 2.469 Menschen mit COPD.

Das Ergebnis: Mit dem Totimpfstoff, der in den Muskel gespritzt wird, hatten geimpfte Menschen mit COPD weniger akute Verschlechterungen als Menschen, die ein Scheinmedikament bekommen hatten. Der Effekt zeigte sich bei Verschlechterungen, die drei bis vier Wochen nach der Impfung und später auftraten, also in der Zeit, in der der Impfschutz aufgebaut ist. Die Größe des Effekts passte zu dem, was auch große Beobachtungsstudien gezeigt hatten.

Nebenwirkungen waren vor allem Reaktionen an der Einstichstelle, etwa Rötung oder Schmerzen. Sie waren in der Regel leicht und gingen rasch vorbei. Hinweise darauf, dass die Impfung selbst kurz danach Verschlechterungen auslöst, fanden die Forschenden nicht.

Einschränkend weisen die Autorinnen und Autoren darauf hin, dass die Studien klein und über zehn Jahre alt waren. Ob die Impfung bei COPD auch Todesfälle verhindert, ließ sich mit den vorhandenen Studien nicht klären, sie waren dafür zu klein. Die Empfehlung zur Impfung stützt sich deshalb vor allem auf große Beobachtungsstudien, deren Ergebnisse die kontrollierten Studien bestätigen.

Grippeimpfung 2026/27 in Österreich: Kosten, Zeitpunkt und Impfstoff

Laut Impfplan Österreich 2026/27 ist die Grippeimpfung für alle Erwachsenen empfohlen. Sie steht im öffentlichen Impfprogramm für alle gratis zur Verfügung (mehr dazu im Beitrag Grippeimpfung in Österreich). Besonders wichtig ist sie unter anderem für:

  • Menschen mit chronischen Lungen-, Herz-, Kreislauf-, Nieren- oder neurologischen Erkrankungen
  • Menschen ab 60 Jahren und noch nachdrücklicher ab 65 Jahren
  • Menschen mit Diabetes oder starkem Übergewicht (BMI ab 30)
  • Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige von Menschen mit erhöhtem Risiko

Wann impfen? Die Grippewelle beginnt in Österreich üblicherweise Ende Dezember oder im Jänner. Ideal ist die Impfung deshalb Mitte Oktober oder im November. Sie kann aber auch später noch gegeben werden, sogar während der Grippesaison. Die Impfung muss jedes Jahr wiederholt werden, weil sich die Grippeviren ständig verändern und der Impfstoff jährlich angepasst wird.

Welcher Impfstoff? Ab 60 Jahren empfiehlt der Impfplan Impfstoffe, die speziell für ältere Menschen entwickelt wurden und höhere Antikörperspiegel erzeugen. Für schwer chronisch kranke Menschen kann ein solcher verstärkter Impfstoff auch unabhängig vom Alter erwogen werden. Welcher Impfstoff für Sie passt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Geimpft wird unter anderem in teilnehmenden Ordinationen für Allgemeinmedizin.

Corona-, Pneumokokken- und RSV-Impfung bei COPD

Die Grippeimpfung ist nicht die einzige Impfung, die für Menschen mit COPD wichtig ist. Das Gesundheitsportal nennt neben der Influenza- auch die Pneumokokken-Impfung als Empfehlung von Fachleuten für Menschen mit COPD, denn Lungenentzündungen können die Erkrankung ebenfalls verschlimmern.

Praktisch für alle, die mehrere Impfungen brauchen: Laut Impfplan ist es möglich, die Grippeimpfung gleichzeitig mit der Impfung gegen COVID-19, gegen Pneumokokken oder gegen RSV zu geben. Sie können also mehrere Impfungen bei einem Termin erledigen. Wer in diesem Herbst eine Corona-Auffrischung braucht, erfährt das in unserem Beitrag zur Corona-Impfung 2026.

Fragen Sie bei Ihrem nächsten Termin gezielt nach Ihrem Impfstatus. Gerade bei COPD lohnt es sich, den Impfpass einmal vollständig durchsehen zu lassen. Mindestens ebenso wichtig wie Impfungen ist der Rauchstopp, denn Rauchen ist ebenfalls ein häufiger Auslöser für Verschlechterungen.

Wann zum Arzt bei Grippe-Symptomen mit COPD oder Asthma?

Bei COPD oder Asthma sollten Sie Grippe-Symptome nicht einfach aussitzen. Laut Gesundheitsportal sollten Betroffene bereits bei ersten Anzeichen einer Verschlechterung ihre Ärztin oder ihren Arzt informieren. Typische Anzeichen sind:

  • Sie bekommen schlechter Luft als sonst
  • der Husten ist stärker, der Schleim mehr und zäher als sonst
  • Fieber, Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Ihre gewohnten Medikamente helfen nicht wie sonst

Rufen Sie sofort den Notruf 144 bei starker Atemnot, beschleunigter Atmung, blutigem Auswurf, Bewusstseinsstörungen oder wenn Lippen oder Fingernägel bläulich verfärbt sind. Bis Hilfe kommt, gilt: Ruhe bewahren, erlernte Atemtechniken wie die Lippenbremse anwenden und das kurzwirksame Medikament für den Notfall nehmen.

Wie eine akute Verschlechterung abläuft und warum die Wochen danach so wichtig sind, lesen Sie in unserem Beitrag zur COPD-Exazerbation. Was solche Verschlechterungen langfristig bedeuten, erklärt der Artikel COPD und Lebenserwartung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Grippeimpfung bei COPD

Ist die Grippeimpfung bei COPD in Österreich kostenlos?

Ja. Laut Impfplan Österreich 2026/27 steht die Grippeimpfung im öffentlichen Impfprogramm für alle gratis zur Verfügung, nicht nur für Risikogruppen. Geimpft wird unter anderem in teilnehmenden Ordinationen für Allgemeinmedizin. Für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD ist die Impfung besonders wichtig.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Ideal ist laut Impfplan Mitte Oktober oder November, da die Grippewelle in Österreich meist Ende Dezember oder im Jänner beginnt. Der Impfschutz braucht nach der Impfung einige Wochen, bis er voll aufgebaut ist. Wer den Termin verpasst hat, kann sich aber auch später noch impfen lassen, sogar während der Grippesaison.

Kann die Grippeimpfung eine COPD-Verschlechterung auslösen?

Dafür gibt es keine Hinweise. Ein Cochrane-Review fand bei geimpften Menschen mit COPD keinen Anstieg früher Verschlechterungen. Häufiger waren nur leichte Reaktionen an der Einstichstelle, die rasch abklangen. Später in der Saison hatten Geimpfte dagegen weniger akute Verschlechterungen als Ungeimpfte.

Kann ich Grippe- und Corona-Impfung gleichzeitig bekommen?

Ja. Laut Impfplan Österreich ist die gleichzeitige Gabe der Grippeimpfung mit der Impfung gegen COVID-19, gegen Pneumokokken oder gegen RSV möglich. Das spart Termine. Welche dieser Impfungen Sie persönlich brauchen, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Sollen sich auch Angehörige von COPD-Kranken impfen lassen?

Ja, das empfiehlt der Impfplan ausdrücklich. Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige von Menschen mit erhöhtem Risiko sollen sich ebenfalls gegen Grippe impfen lassen. So sinkt die Gefahr, dass das Virus in die Familie getragen wird. Auch für die Angehörigen ist die Impfung im öffentlichen Impfprogramm gratis.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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