Die Gürtelrose-Impfung ist in Österreich seit Ende 2025 im öffentlichen Impfprogramm: Wer 60 oder älter ist, bekommt sie gratis, Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen schon ab 18. Der neue Impfplan Österreich 2026/27 bestätigt diese Empfehlung. Gerade jetzt im Herbst stellen sich dabei praktische Fragen: Wie gut schützt die Impfung? Was gilt, wenn die zweite Dosis auf sich warten lässt? Und darf man sie zusammen mit der Grippe- oder Corona-Impfung bekommen? Dieser Ratgeber fasst zusammen, was die offiziellen Stellen empfehlen, welche Nebenwirkungen vorkommen und bei welchen Anzeichen einer Gürtelrose Sie rasch ärztliche Hilfe brauchen.
Gürtelrose-Impfung ab 60: Wer sie in Österreich gratis bekommt
Laut Impfplan Österreich 2026/27 ist die Impfung ab 50 Jahren zugelassen und ab dem vollendeten 60. Lebensjahr für alle empfohlen. Für diese Altersgruppe ist sie im öffentlichen Impfprogramm von Bund, Ländern und Sozialversicherung kostenlos. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper ist vor der Impfung nicht nötig.
Schon ab 18 Jahren gratis geimpft werden Menschen mit einer sogenannten speziellen Indikation. Dazu zählt der Impfplan unter anderem:
- eine angeborene oder erworbene Immunschwäche oder eine Behandlung, die das Immunsystem dämpft, etwa bei Autoimmunerkrankungen oder nach einer Transplantation
- Krebserkrankungen, auch Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems
- zwei oder mehr bisherige Gürtelrose-Episoden
- chronische Krankheiten, die eine verschreibungspflichtige Dauertherapie und regelmäßige ärztliche Kontrollen brauchen: etwa Asthma, COPD oder chronische Bronchitis, chronische Nierenschwäche, Bluthochdruck und Arteriosklerose sowie Diabetes, wenn er insulinpflichtig ist oder der Langzeitzucker dauerhaft erhöht bleibt
Ob eine spezielle Indikation vorliegt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Geimpft wird laut impfen.gv.at in teilnehmenden Ordinationen, bei Kassen- wie bei Wahlärzt:innen, sowie in Einrichtungen und Betrieben, in einigen Bundesländern auch bei den Gesundheitsämtern. Den Impfstoff aus dem Programm können Sie nicht selbst in der Apotheke abholen. Wer früher privat bezahlt hat, bekommt das Geld nicht zurück.
Wie gut schützt die Gürtelrose-Impfung – und wie lange?
Gürtelrose entsteht nicht durch eine neue Ansteckung. Wer Windpocken hatte, trägt das Varizella-Zoster-Virus lebenslang in den Nervenknoten. Lässt die Abwehr dagegen nach, wird es wieder aktiv und entzündet einen Nerv. Laut Impfplan erkranken rund 30 Prozent aller Menschen im Laufe des Lebens daran, die Hälfte der Fälle tritt nach dem 50. Lebensjahr auf. Gefürchtet sind vor allem monatelange Nervenschmerzen danach, die postherpetische Neuralgie. Laut gesundheitsinformation.de haben etwa 10 bis 20 von 100 Betroffenen auch nach dem Abheilen der Haut noch erhebliche Schmerzen.
In Österreich wird ein Totimpfstoff verwendet. Er enthält kein vermehrungsfähiges Virus, sondern einen Eiweißbaustein des Erregers und einen Wirkverstärker. Laut Impfplan liegt die Schutzrate gegen Gürtelrose bei über 90 Prozent, und die Impfung beugt auch der postherpetischen Neuralgie vor. Der Schutz hält nach neuesten Daten mindestens elf Jahre. Eine Auffrischung ist derzeit nicht empfohlen.
Weil kein lebendes Virus enthalten ist, eignet sich die Impfung auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa unter Chemotherapie oder nach einer Transplantation. Ob und wann sie bei einer laufenden Therapie sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.
Impfschema: zwei Dosen und genug Abstand zur Grippe- und Corona-Impfung
Für den vollen Schutz braucht es zwei Impfungen in den Oberarmmuskel. Der Impfplan empfiehlt einen Abstand von mindestens zwei Monaten, möglich sind zwei bis sechs Monate. Bei geschwächtem Immunsystem kann die zweite Dosis schon nach einem bis zwei Monaten folgen.
Wichtig für den Herbst: Wegen stärkerer Impfreaktionen empfiehlt der Impfplan, die Gürtelrose-Impfung nicht am selben Tag wie andere Impfungen zu geben, sondern einen Abstand von ein bis zwei Wochen einzuhalten. Wer heuer auch die Grippeimpfung und die Corona-Impfung 2026 plant, legt die Termine also am besten gestaffelt.
Beim Impfstoff ist die Lage angespannt. Laut news.at wurden rund 900.000 Dosen für das Impfprogramm beschafft, bis Ende August waren bereits rund 647.400 Impfungen im e-Impfpass dokumentiert. Es kann daher sein, dass bei der zweiten Dosis das Intervall von sechs Monaten überschritten wird.
Das ist kein Grund zur Sorge: Laut Impfplan soll eine versäumte zweite Dosis so bald wie möglich nachgeholt werden. Die Impfserie muss nicht neu begonnen werden. Fragen Sie in Ihrer Ordination nach, wann wieder Impfstoff da ist, und lassen Sie die erste Impfung im e-Impfpass eintragen.
Nebenwirkungen der Gürtelrose-Impfung und Impfung nach einer Gürtelrose
Die Gürtelrose-Impfung ist dafür bekannt, dass sie sich bemerkbar macht. Laut impfen.gv.at kann es zu Impfreaktionen wie Muskelschmerzen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen kommen. Diese Beschwerden klingen in der Regel bald wieder ab. Planen Sie nach dem Termin am besten keinen anstrengenden Tag ein.
Dass die Reaktionen kräftiger ausfallen können als bei anderen Impfungen, ist auch der Grund für die Empfehlung im Impfplan, ein bis zwei Wochen Abstand zu anderen Impfungen zu halten. So lässt sich auch besser zuordnen, welche Impfung welche Beschwerden verursacht. Halten Fieber oder Schmerzen länger als ein paar Tage an oder treten ungewöhnliche Symptome auf, melden Sie sich in Ihrer Ordination.
Wer schon eine Gürtelrose hatte, kann trotzdem geimpft werden. Der Impfplan empfiehlt Menschen mit intaktem Immunsystem, sechs Monate nach dem Abklingen der akuten Beschwerden zu impfen. Wer mehrfach Gürtelrose hatte, kann gleich nach dem Abheilen des Ausschlags geimpft werden.
Bei lang anhaltenden Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose bessert die Impfung die bestehenden Schmerzen nicht. Sie kann aber eine neue akute Episode verhindern. Eine Gürtelrose, die gerade abläuft, wird nicht durch eine Impfung behandelt, sondern mit Medikamenten, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet.
Wann zum Arzt? Warnzeichen einer Gürtelrose
Eine Gürtelrose kündigt sich oft unspezifisch an. Laut gesundheitsinformation.de fühlen sich Betroffene zunächst müde und abgeschlagen, manchmal mit leichtem Fieber und Kribbeln der Haut. Nach zwei bis drei Tagen folgen brennende oder stechende Schmerzen, dann ein Ausschlag mit Bläschen, meist nur auf einer Körperseite.
Die Zeit zählt: Eine antivirale Behandlung sollte innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags beginnen. Gehen Sie daher rasch zur Hausärztin oder zum Hausarzt, wenn Sie Folgendes bemerken:
- einseitige, brennende Schmerzen mit Rötung oder Bläschen in einem Streifen am Körper
- Ausschlag im Gesicht, an der Stirn oder Nase, weil das Auge mitbetroffen sein kann
- Bläschen am Ohr, Hörminderung oder eine schiefe Gesichtshälfte
- Gürtelrose bei geschwächtem Immunsystem, etwa unter Chemotherapie oder Kortison
- Schmerzen, die nach dem Abheilen der Haut über Wochen anhalten
Sind Sie unsicher, ob und wohin Sie gehen sollen, hilft die Gesundheitsberatung unter der Telefonnummer 1450 rund um die Uhr weiter. Bei plötzlicher Sehverschlechterung oder Lähmungen im Gesicht wählen Sie den Notruf 144. Denken Sie auch an Ihr Umfeld: Gürtelrose ist für Menschen ansteckend, die noch keine Windpocken hatten. Bei ihnen löst das Virus Windpocken aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Gürtelrose-Impfung
Ist die Gürtelrose-Impfung in Österreich kostenlos?
Ja. Seit Ende 2025 ist die Gürtelrose-Impfung im öffentlichen Impfprogramm für alle ab 60 Jahren gratis. Menschen mit Immunschwäche, Krebs, wiederholter Gürtelrose oder bestimmten chronischen Erkrankungen wie COPD, insulinpflichtigem Diabetes oder chronischer Nierenschwäche bekommen sie schon ab 18 kostenlos. Geimpft wird in teilnehmenden Ordinationen und Einrichtungen.
Kann man die Gürtelrose-Impfung in der Apotheke bekommen?
Den Impfstoff aus dem öffentlichen Impfprogramm können Sie nicht selbst in der Apotheke abholen. Er wird direkt an teilnehmende Ordinationen, Einrichtungen und Betriebe geliefert, in einigen Bundesländern auch an Gesundheitsämter. Fragen Sie daher bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt nach einem Termin und nach dem aktuellen Impfstoffvorrat.
Was passiert, wenn die zweite Dosis zu spät kommt?
Dann wird sie so bald wie möglich nachgeholt. Laut Impfplan Österreich muss die Impfserie nicht neu begonnen werden, auch wenn mehr als sechs Monate seit der ersten Dosis vergangen sind. Für den vollen Schutz sind aber beide Dosen nötig. Lassen Sie die erste Impfung im e-Impfpass eintragen.
Braucht man eine Auffrischung der Gürtelrose-Impfung?
Derzeit nicht. Nach den beiden Dosen ist laut Impfplan Österreich 2026/27 keine Auffrischungsimpfung empfohlen. Die Schutzwirkung hält nach neuesten Daten mindestens elf Jahre an. Ob später doch eine Auffrischung sinnvoll wird, ist noch nicht festgelegt und wird in künftigen Impfplänen neu bewertet.
Ist Gürtelrose ansteckend?
Ja, aber nur für Menschen, die noch keine Windpocken hatten oder nicht dagegen geimpft sind. Sie bekommen durch den Kontakt mit dem Bläscheninhalt keine Gürtelrose, sondern Windpocken. Decken Sie den Ausschlag daher ab und meiden Sie engen Kontakt zu Schwangeren, Säuglingen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, solange Bläschen bestehen. Fragen Sie im Zweifel ärztlich nach.
Quellen
- Impfplan Österreich 2026/2027, Version 1.1 vom 14.10.2026 (Sozialministerium)
- Gürtelrose-Impfung im öffentlichen Impfprogramm (impfen.gv.at)
- Gürtelrose (gesundheitsinformation.de, IQWiG)
- Kostenlose Impfungen in Österreich 2026 (news.at, 04.09.2026)
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

