Corona-Impfung 2026: Wer sie im Herbst braucht

Die Corona-Impfung 2026 ist in Österreich wieder gratis, und der Herbst ist der empfohlene Zeitpunkt dafür. Doch wer braucht sie wirklich, wie lange sollte die letzte Infektion zurückliegen und darf man sie gemeinsam mit der Grippeimpfung bekommen? Der aktuelle Impfplan Österreich 2026/27 gibt darauf klare Antworten: Empfohlen ist eine einzelne Auffrischung ab 12 Jahren, mit Vorrang für Menschen ab 60 und für Risikogruppen. In diesem Artikel erfahren Sie, für wen die Impfung besonders sinnvoll ist, wie gut sie schützt, welche Impfreaktionen normal sind und bei welchen Warnzeichen Sie ärztliche Hilfe brauchen.

Wer die Impfung in Österreich bekommen sollte

Laut Impfplan Österreich 2026/27 wird die Auffrischungsimpfung allen ab dem vollendeten 12. Lebensjahr empfohlen, die ihr Risiko für einen schweren Verlauf senken möchten. Eine einmalige Impfung, bevorzugt im Spätsommer oder Herbst, ist in dieser Reihenfolge vor allem gedacht für:

  • Menschen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr und Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf
  • Personal im Gesundheitswesen, weil es häufiger mit dem Virus in Kontakt kommt
  • alle anderen Personen ab 12 Jahren

Als erhöhtes Risiko gelten unter anderem eine Schwangerschaft, ein geschwächtes Immunsystem oder Medikamente, die das Immunsystem dämpfen, Krebserkrankungen und Trisomie 21. Dazu kommen chronische Erkrankungen, die regelmäßig ärztlich behandelt werden, etwa Asthma, COPD, Bluthochdruck, chronische Nierenschwäche oder insulinpflichtiger Diabetes, sowie Adipositas ab einem BMI von 30. Auch Menschen in Alten- und Pflegeheimen und Menschen mit Behinderungen sind ausdrücklich genannt.

Für Kinder unter 12 Jahren wird die Impfung derzeit nicht ausdrücklich empfohlen, weil COVID-19 bei ihnen in der Regel nicht schwer verläuft und es zu den aktuellen Varianten nur wenige Daten gibt. Sie ist aber ab dem vollendeten 6. Lebensmonat zugelassen und kostenlos. Wünschen Eltern die Impfung ausdrücklich, gilt das laut Impfplan als Grund zu impfen.

Corona-Impfung ab 60: Wie gut schützt die Auffrischung?

Die Empfehlung stützt sich laut Impfplan auf zwei Beobachtungen. Erstens war SARS-CoV-2 in den vergangenen Jahren stets im Spätsommer und in der Herbst- und Wintersaison deutlich aktiver. Das führte vor allem bei älteren Menschen und Risikogruppen zu mehr Spitalsaufenthalten. Zweitens bringt eine erneute Impfung mit einem angepassten Impfstoff einen Nutzen, unabhängig davon, ob man schon geimpft war oder eine Infektion durchgemacht hat.

Wie groß dieser Nutzen ist, zeigen Daten aus den letzten Saisonen. Das Risiko einer Infektion mit Symptomen sinkt um etwa 40 bis 50 Prozent. Der Schutz vor einem Spitalsaufenthalt ist in den ersten beiden Monaten nach der Impfung etwas höher und nimmt danach langsam ab.

Eine europäische Studie mit Menschen ab 60 Jahren zeigt dieses Muster deutlich. In der Saison 2024/25 senkte die Impfung das Risiko, wegen COVID-19 ins Spital zu müssen, in den ersten 14 bis 59 Tagen um 42 Prozent. Nach rund einem halben Jahr war kein Effekt mehr messbar. Bei 60- bis 79-Jährigen hielt der mäßige Schutz etwa zwei Monate, bei über 80-Jährigen etwa vier Monate. Deshalb empfiehlt der Impfplan, die Impfung vor dem saisonalen Anstieg der Infektionen zu holen.

Wer trotz Impfung erkrankt, hat laut Impfplan in der Regel einen kürzeren und milderen Verlauf. Auch die Wahrscheinlichkeit, Long COVID zu entwickeln, ist bei Geimpften geringer.

Abstand zur letzten Infektion, Kosten und Impfstoffe im Herbst 2026

Zwischen der letzten Impfung oder einer bekannten Infektion und der neuen Impfung sollten mindestens sechs Monate liegen. Für Menschen ohne besonderes Risiko empfiehlt der Impfplan einen Abstand von etwa zwölf Monaten. Wer ein stark geschwächtes Immunsystem hat, kann früher geimpft werden, aber nicht vor Ablauf von vier Monaten. Hatten Sie eine Infektion, ohne es zu merken, ist die Impfung laut Impfplan unproblematisch. Einen Antikörpertest vorab braucht es nicht: Er sagt nichts darüber aus, ob und wie lange Sie gegen die aktuellen Varianten geschützt sind.

Im Herbst 2026 werden Impfstoffe verwendet, die an die Omikron-Varianten LP.8.1 oder XFG angepasst sind. Laut Impfplan ist davon auszugehen, dass sie gegen die derzeit zirkulierenden Varianten schützen.

Der Impfstoff ist für alle Menschen in Österreich gratis, unabhängig vom Versicherungsstatus. Für Versicherte von ÖGK, SVS und BVAEB wird auch das Impfhonorar über die Krankenversicherung abgerechnet. Impfstellen und impfende Ärztinnen und Ärzte finden Sie über die Suche auf impfen.gv.at.

Corona-Impfung und Grippeimpfung können am selben Termin gegeben werden, jeweils in einen anderen Arm. Was bei der Grippe gilt, lesen Sie in unserem Artikel Grippeimpfung in Österreich sinnvoll nutzen.

Nebenwirkungen der Corona-Impfung: Was normal ist und was selten vorkommt

Die meisten Beschwerden nach der Impfung sind harmlose Impfreaktionen. Am häufigsten sind laut Robert Koch-Institut Druckschmerzen an der Einstichstelle, manchmal mit Rötung oder Schwellung. Auch Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Fieber können auftreten. Diese Reaktionen beginnen meist kurz nach der Impfung und klingen innerhalb weniger Tage ab. Sie zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert, und sind kein Zeichen einer Erkrankung. Planen Sie für den Tag nach der Impfung trotzdem lieber nichts Anstrengendes ein.

Sehr selten wurden Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen beobachtet. Sie traten meist innerhalb von 14 Tagen auf, häufiger nach der zweiten Dosis und häufiger bei Burschen und jungen Männern zwischen 12 und 30 Jahren. Die meisten Fälle verliefen leicht bis mittelschwer. Ebenfalls sehr selten sind allergische Sofortreaktionen.

Der Impfplan rät nach der Impfung zu drei Tagen körperlicher Schonung und einer Woche Pause vom Sport. Treten innerhalb von drei Wochen nach der Impfung Erschöpfung, Müdigkeit oder Fieber auf, sollten Sie körperliche Anstrengung und Leistungssport unbedingt meiden. Warum Schonung auch bei Infekten wichtig ist, erklärt unser Artikel zur Herzmuskelentzündung nach Grippe.

Wann zum Arzt? Warnzeichen nach der Impfung und bei COVID-19

Nach der Impfung gilt laut Impfplan: Bei Atemnot oder Brustschmerzen sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen.

Bei einer Corona-Infektion reichen bei milden Beschwerden ohne Risikofaktoren meist Schonung und fiebersenkende Mittel. Typisch sind laut AGES Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen sowie Geruchs- oder Geschmacksverlust. Antibiotika helfen nur, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion dazukommt. Wählen Sie sofort den Notruf 144 bei diesen Warnzeichen:

  • starke Atemnot
  • Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust
  • Verwirrtheit, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit
  • blasse bis bläuliche Hautfarbe

Gehören Sie zu einer Risikogruppe, etwa wegen Ihres Alters oder einer chronischen Erkrankung, melden Sie sich bei Beschwerden früh bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Für Menschen mit erhöhtem Risiko gibt es antivirale Medikamente; ob sie für Sie infrage kommen, muss ärztlich abgeklärt werden. Ist die Ordination geschlossen, berät die Gesundheitsnummer 1450 rund um die Uhr und kostenlos, wie es weitergeht. Ob hinter Ihren Beschwerden eher eine Grippe oder eine Erkältung steckt, lesen Sie in Grippe oder Erkältung? Symptome richtig deuten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Corona-Impfung 2026

Wer soll sich 2026 gegen Corona impfen lassen?

Der Impfplan Österreich 2026/27 empfiehlt die Auffrischung allen ab 12 Jahren, die ihr Risiko für einen schweren Verlauf senken möchten. Vorrang haben Menschen ab 60, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem, danach Personal im Gesundheitswesen. Empfohlen ist eine einmalige Impfung im Spätsommer oder Herbst.

Wie lange nach einer Corona-Infektion kann ich mich impfen lassen?

Zur letzten Infektion oder Impfung sollten mindestens sechs Monate Abstand liegen. Ohne besonderes Risiko empfiehlt der Impfplan etwa zwölf Monate. Bei stark geschwächtem Immunsystem ist eine Impfung schon nach vier Monaten möglich. Eine unbemerkte Infektion zum Zeitpunkt der Impfung ist laut Impfplan kein Problem.

Kann ich Corona- und Grippeimpfung gleichzeitig bekommen?

Ja. Laut Impfplan können beide Impfungen am selben Termin gegeben werden, jeweils in einen anderen Arm. Das spart einen Arztbesuch und passt gut, weil beide Impfungen im Herbst empfohlen sind. Welcher Grippeimpfstoff für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was kostet die Corona-Impfung in Österreich?

Der Impfstoff ist in der Saison 2026/27 für alle Menschen gratis, unabhängig vom Versicherungsstatus. Für Versicherte von ÖGK, SVS und BVAEB wird auch das Impfhonorar über die Krankenversicherung abgerechnet. Nur für Personen ohne Krankenversicherung ist keine Erstattung des Honorars vorgesehen.

Darf ich nach der Corona-Impfung Sport machen?

Der Impfplan empfiehlt nach der Impfung drei Tage körperliche Schonung und eine Woche Sportpause. Wer in den drei Wochen danach Erschöpfung, Müdigkeit oder Fieber bemerkt, sollte körperliche Anstrengung und Leistungssport unbedingt meiden. Bei Atemnot oder Brustschmerzen brauchen Sie umgehend ärztliche Hilfe.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Bilder und Darstellungen werden mit Hilfe von KI erstellt.

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