Freitag, April 19, 2024

Renale Denervation

Die renale Denervation hat sich als ein bahnbrechender Ansatz in der Behandlung von therapieresistentem Bluthochdruck etabliert.

Die renale Denervation stellt einen innovativen Ansatz in der Therapie des medikamentös nicht einstellbaren Bluthochdrucks dar. Diese minimal-invasive Methode, bei der sympathische Nervenfasern, die zwischen den Nieren und dem Gehirn verlaufen, durch thermische Energie verödet werden, hat das Potenzial, den Blutdruck signifikant zu senken. Die Unterbrechung dieser Nervenbahnen, die für die Freisetzung blutdruckerhöhender Hormone verantwortlich sind, kann zu einer dauerhaften Blutdruckreduktion führen.

 

Wie die renale Denervation genau funktioniert

Die Prozedur wird minimal-invasiv durchgeführt, indem ein Katheter durch die Leistenarterie eingeführt und bis zu den Nierenarterien vorgeschoben wird. Dort werden mittels Radiofrequenzenergie oder Ultraschall kleine Verbrennungen an den Nervenfasern gesetzt, die die Nieren umgeben. Dies verringert die Signale, die für den hohen Blutdruck verantwortlich sind. Die Behandlung ist in der Regel schnell, erfordert meist keinen langen Krankenhausaufenthalt und wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

 

Renale Denervation und ihre Vorteile bei Bluthochdruck

Neben der potenziellen Blutdrucksenkung bietet die renale Denervation weitere Vorteile. Patienten, die unter Nebenwirkungen der Blutdruckmedikamente leiden, können von einer Reduktion der Medikamentendosis profitieren.

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Verfahren auch positive Auswirkungen auf andere mit Bluthochdruck assoziierte Zustände haben könnte, wie Herzinsuffizienz und chronische Nierenerkrankungen.

 

Aktuelle Forschung und Zukunftsaussichten

Obwohl die renale Denervation vielversprechende Ergebnisse in klinischen Studien gezeigt hat, ist die Forschung noch im Gange, um die langfristigen Auswirkungen und die breite Anwendbarkeit dieses Verfahrens zu verstehen. Die Technologie und die Techniken werden kontinuierlich verbessert, um die Sicherheit und Effektivität der Behandlung zu maximieren.

Zukünftige Studien und technologische Fortschritte könnten die renale Denervation zu einer Standardbehandlung für Patienten mit therapieresistentem Bluthochdruck machen und somit eine effektive Alternative oder Ergänzung zur traditionellen medikamentösen Therapie bieten.


Literatur:

Obi MF, Sharma M, Reinberg MA, N’Dandu Z, Hyun Joon C, Vega M. The Implementation of Renal Denervation in the Management of Resistant Hypertension Despite Use of Multitherapy Antihypertensives at Maximally Tolerated Doses. A Contemporary Literature Review. Cureus. 2023 Jul 9;15(7):e41598. doi: 10.7759/cureus.41598. PMID: 37559838; PMCID: PMC10409301.

Pisano A, Iannone LF, Leo A, Russo E, Coppolino G, Bolignano D. Renal denervation for resistant hypertension. Cochrane Database Syst Rev. 2021 Nov 22;11(11):CD011499. doi: 10.1002/14651858.CD011499.pub3. PMID: 34806762; PMCID: PMC8607757.

Related Articles

Aktuell

Zirkulierende Tumorzellen beim kleinzelligen Lungenkarzinom kultivieren

Wichtig zur Klärung der Metastasierung: Forscher gelang es, zirkulierende Tumorzellen beim kleinzelligen Lungenkarzinom zu kultivieren. Die Forschung zum kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC), einer besonders aggressiven Form...
- Advertisement -

Latest Articles

Individuelle Beratung zur Ernährung für Krebspatienten

Beratung zur Ernährung für Krebspatienten: Verbesserung der Lebensqualität durch individuelle ernährungsmedizinische Unterstützung. Eine rechtzeitige und individuell angepasste Beratung zur Ernährung kann wesentlich zur Verbesserung der...

Warum HIV trotz Kombinationstherapie höchst aktiv sind

Neue Herausforderungen in der HIV-Behandlung sind, dass aktive HI-Viren trotz Kombinationstherapie weiterhin aktiv bleiben. Die HIV-Kombinationstherapie, eingeführt in den 1990er Jahren, gilt als Meilenstein in...

Partnerschaft mit Diabetes-Patienten: auch die Partner profitieren von Einbeziehung

Den Partner in die Diabetes-Behandlung zu integrieren, verbessert die Partnerschaft und das gemeinsame Wohlbefinden. Diabetes Typ-2 stellt nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für...