Dienstag, Juli 2, 2024

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Symptome, Therapie, Ernährung, etc.

Therapie und Ernährung bei chronisch entzündliche Darmerkrankungen soll gegen Mangelernährung und Symptome wie Durchfall und Blähungen helfen.

Die Früherkennung der Symptome, vorbeugende und begleitende Maßnahmen wie die richtige Ernährung sowie eine individuell effektive Therapie spielen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) die zentrale Rolle. Dazu gibt es auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Umgang mit CED im Alltag. Deswegen ist es auch sehr wichtig, dass man betroffene Patienten, aber auch Mediziner permanent zu Themen wie Ernährung, Verdauung und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) aufklärt.

Dazu zählen auch verschiedene andere Fragen zur Darmgesundheit. Und zwar beispielsweise von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien über durch Stress ausgelöste funktionelle Darmstörungen bis hin zu Dickdarmkrebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

 

Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Jedenfalls verbinden trotz starker Verbreitung nur wenige Menschen etwas mit dem Begriff chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Deswegen sind sich auch nur wenige der schlechten Versorgung und täglichen Probleme der Betroffenen der chronisch voranschreitenden Krankheit bewusst.

Im Grunde genommen verbringen die Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen viel Zeit mit dem Management ihrer als unheilbar geltenden Erkrankung. Wobei vom ersten Symptom bis zu Diagnose und Einleitung der Therapie gegen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ein beträchtlicher Zeitraum vergeht.

Dabei könnte man durch Früherkennung übrigens, mit den verfügbaren Therapien Schmerzen, schlechte Lebensqualität, Krankenstand, Operation und bleibende Schäden am Darm reduzieren oder vermieden werden.

 

Funktionelle Störung der Patienten mit und ohne chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Unter dem Strich sind andauernde Bauchschmerzen verschiedenster Art und damit verbundene Symptome wie Durchfall, Blähungen und Verstopfung der Grund dafür, dass Patienten schließlich beim Arzt Hilfe suchen. Meist nach einer gewissen Phase mit Selbstbehandlung.

Die Symptome sind für die Patienten oft quälend und beeinträchtigen die Lebensqualität. Die überwiegende Anzahl dieser Beschwerden sind aber rein funktioneller Natur, deren Ursache in Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien, Fehlernährung und anderen Lebensstilfaktoren oder der Psyche sein können. Diese Beschwerden sind in der Regel nicht als sehr bedrohlich zu werten.

Davon abzugrenzen sind eben chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die bedrohlich werden können und nicht selten von allgemeinen schweren Symptomen begleitet sind.

 

Frühes Erkennen der Symptome der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beim Hausarzt

Da Allgemeinmediziner häufig erste Anlaufstelle für Symptome des Magen/Darmtraktes sind, deswegen ist es dort in der Ordination eine wichtige Aufgabe, chronisch entzündliche Darmerkrankungen rechtzeitig zu erkennen und eine spezifische Therapie einzuleiten.

In der Allgemeinmedizin gibt es ausreichende diagnostische Möglichkeiten für eine Früherkennung. Wichtig ist auch die Vernetzung mit niedergelassen Gastroenterologen, um dem Patienten gemeinsam die bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen.

 

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Jedenfalls nehmen Chronisch entzündliche Darmerkrankungen weltweit zu. Der Begriff beschreibt eine Gruppe von chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, hauptsächlich Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU).

Für die Erkrankten beginnen CED meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Und sie können durch funktionelle Einbußen des Magen-Darm-Traktes und Komplikationen zu einer körperlichen Behinderung führen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen haben nach heutigen Vorstellungen übrigens verschiedene Faktoren als Ursache. Und zwar wie beispielsweise eine genetische Veranlagung sowie auch Umweltfaktoren.

 

Irrweg Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Symptome, Therapie und dann erst die Diagnose

Auch wenn es für chronisch entzündliche Darmerkrankungen noch keine kausale Therapie gibt, stehen heute doch wirksame Medikamente zur Verfügung. Wichtig sind für den Verlauf der Krankheit eine rasche Diagnose, eine Überweisung an den richtigen Facharzt (Gastroenterologen) und das Erkennen des Bedarfs an entsprechenden Medikamenten.

Die CED-Diagnose zu erhalten, ist für niemanden leicht. Denn anfangs kann man sich in keiner Weise vorstellen, was sie eigentlich bedeutet.

Eine häufige Problematik auf dem Weg zur raschen Diagnose chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist auch, dass man Patienten und ihre Probleme sowie Symptome nicht ernst nimmt. Dabei werden Gewichtsverlust, ständige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Gelenkbeschwerden und andere Symptome oft als erträgliche Kleinigkeit abgetan. Die Krankheit bleibt so über Jahre unerkannt, die Betroffenen werden teilweise als Hypochonder abgestempelt.

 

Starke Beeinträchtigung des Alltags der Patienten

Wobei die Diagnose chronisch entzündliche Darmerkrankungen im Prinzip eine lebenslängliche Krankheit bedeutet. Dadurch wirft es den Alltag der Patienten sehr durcheinander. Denn obwohl die Krankheit äußerlich nicht sichtbar ist, bedeutet sie einen großen Verlust der gewohnten Lebensqualität.

Der Schulalltag und die Freizeitgestaltung können nicht mehr vorweg geplant werden. Denn das Bedürfnis ständig eine Toilette in der Nähe zu wissen, Bauchschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit bestimmen den Tagesablauf und ändern diesen spontan.

Die Erkrankung ist auch ein absolutes Tabuthema. Deswegen fällt kaum jemandem leicht, offen über die Symptome zu sprechen. Jugendliche ziehen sich daher eher zurück, nehmen am sozialen Leben wenig teil. Die haben dann auch meistens nur einen sehr kleinen Freundeskreis, da sie auch dort sehr oft auf Unverständnis stoßen. Denn alle Betroffene leiden unter der nach wie vor häufigen Nichtakzeptanz.

 

Ernährung und chronisch entzündliche Darmerkrankungen – Vorbeugung und Therapie

Es lassen sich statistische Zusammenhänge zwischen der Ernährung mit bestimmten Nahrungsmittelinhaltsstoffen und dem Auftreten von chronisch entzündliche Darmerkrankungen ableiten. Dazu gehört einerseits die hohe Aufnahme von Einfach- und Zweifachzuckern, gehärteten Fetten, rotem Fleisch und bestimmten Nahrungsmittelzusatzstoffen wie beispielsweise Carrageen, Maltodextrin, Polysorbat 80 etc.. Sowie zudem bei der Aufnahme von tierischem Eiweiß.

Andererseits gibt es Zusammenhänge zwischen der Aufnahme von Ballaststoffen, Obst und Gemüse sowie Fisch und einem verminderten Auftreten von CED. Eindeutige Beweise für einen Zusammenhang sind noch ausständig. Ernährungsempfehlungen, die man aus Beobachtungsstudien ableiten könnte, decken sich im Wesentlichen mit den allgemeinen Ernährungsempfehlungen für die Gesamtbevölkerung.

Die wichtigsten Ziele der Ernährung von chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind die Vorbeugung und Therapie einer Mangelernährung. Dazu gehört auch die Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Blähungen.

Der Mangelernährung kann beispielsweise mit einer Anreicherung der Diät und dem Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln begegnet werden. Wichtige Nährstoffe, bei denen es oft zu einer Unterversorgung kommt, sind beispielsweise Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Calcium, Vitamin D, Zink und Eiweiß.

 

Bedeutung der Vorbeugung

Experten betonen, dass der Fokus auf Vorbeugung sehr wichtig ist. Bei der Gesundheit und auch speziell bei der Darmgesundheit gibt es Risikofaktoren, die jeder Einzelne selbst in der Hand hat.

So können beispielsweise gesunde, ausgewogene Ernährung, das Vermeiden von Übergewicht und auch der Verzicht auf Nikotin das Risiko an Darmkrebs zu erkranken deutlich senken.

Hingegen erhöht der tägliche Verzehr von Fleisch und Wurstwaren, fett- und cholesterinreichen Nahrungsmitteln das Risiko um die Hälfte. Wer jedoch täglich Vollkorngetreide, Fisch, Obst und Gemüse konsumiert, der senkt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken um die Hälfte.


Literatur:

Rodríguez-Lago I, Barreiro-de Acosta M. The natural history of extraintestinal manifestations after surgery in inflammatory bowel disease: Never give up! United European Gastroenterol J. 2021 Aug 25. doi: 10.1002/ueg2.12127. Epub ahead of print. PMID: 34432385.

Sairenji T, Collins KL, Evans DV. An Update on Inflammatory Bowel Disease. Prim Care. 2017;44(4):673-692. doi:10.1016/j.pop.2017.07.010

Hodson R. Inflammatory bowel disease. Nature. 2016;540(7634):S97. doi:10.1038/540S97a

Zhang YZ, Li YY. Inflammatory bowel disease: pathogenesis. World J Gastroenterol. 2014;20(1):91-99. doi:10.3748/wjg.v20.i1.91. PMCID: PMC3886036


Quelle: Verein »darm plus«

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