Testosteron und Diabetes: Niedrige Testosteronwerte erhöhen das Diabetes-Risiko

Männer mit niedrigen Testosteronwerten haben ein höheres Diabetes-Risiko, bei Frauen besteht kein Zusammenhang mit dem Testosteron-Spiegel.

Männer mit reduzierten Testosteron-Spiegeln, bei denen niedrige Testosteronwerte bestehen, haben ein höheres Risiko für Diabetes. Bei Frauen zeigt sich im Gegensatz dazu kein Zusammenhang zwischen Testosteron und Diabetes, wie unlängst die Ergebnisse der deutschfinnischen FINRISK-Studie zeigten. Eine rezente Metaanalyse bestätigte, dass Testosteron eine wichtige Schutzwirkung gegen Typ-2-Diabetes bei Männern hat.

Dementsprechend haben Männer mit höherem Testosteronspiegel ein geringeres Diabetes-Risiko. Wobei eine experimentelle Studie auch belegte, dass im Tiermodell Testosteronmangel die Nüchternglukose erhöhen kann. Außerdem reguliert das Testosteron die Expression wichtiger Gene, die am Insulinsignal und an der Glukoseaufnahme beteiligt sind.

 

Bei Männern Zusammenhang zwischen Testosteron und Diabetes-Risiko

In dieser Bevölkerungsstudie wurden bei 3.810 Männern und 3.896 Frauen die Testosteronwerte erhoben. Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 13,8 Jahren fand sich bei 7,8 Prozent aller Untersuchten ein Diabetes mellitus. Die Testosteronwerte zu Studienbeginn lagen bei Männern durchschnittlich bei 17,12 nmol/L, bei den späteren Diabetes-Patienten allerdings waren sie mit 15,61 nmol/L deutlich niedriger. Bei Frauen gab es mit 1,15 bzw. 1,16 nmol/L diesbezüglich keinen signifikanten Unterschied.

 

Zu hohe und zu niedrige Testosteronwerte

Es gab bereits Hinweise dafür, dass ein Mangel an Testosteron das Risiko für ein metabolisches Syndrom, abdominelle Adipositas beziehungsweise Typ-II-Diabetes erhöht. Testosteron wird bei Männern in den Hoden und bei Frauen in den Eierstöcken produziert und ist für eine individuelle Menge an Körperbehaarung, Muskelmasse und Kraft verantwortlich. Der erste Schritt um den Testosteron-Spiegel zu testen ist ein einfacher Bluttest.

Es ist bekannt, dass eine hohe Konzentration von Testosteron im Blut den Menschen aggressiv macht. In einer aktuellen Untersuchung wurde nun ermittelt, dass das männliche Sexualhormon auch soziales Verhalten positiv beeinflusst.

Die Ergebnisse einer anderen Studie mit 83,000 US-Veteranen ließ vermuten, dass eine Hormonsubstitution bei Männern mit niedrigen Testosteronwerten zu einer verminderten Sterblichkeit sowie zu einer Reduktion der Herzinfarkt-Rate führen kann. Dies war die erste Studie, die über deutliche Vorteile einer derartigen Hormontherapie berichtete. Die positive Wirkung der Testosteron-Substitution war aber nur bei jenen Männern vorhanden, deren Testosteronwerte sich, bedingt durch die Behandlung, auch tatsächlich normalisierten.


Literatur:

Yao et al. Testosterone level and risk of type 2 diabetes in men: a systematic review and meta-analysis. Endocr Connect. 2018 Jan; 7(1): 220–231. doi: 10.1530/EC-17-0253.


Quellen:

ESC 2016 Abstract Karakas et al. Differential prognostic value of low testosteron levels for incident diabetes in men an women: evidence from the FINRISK study

Pressetext DGK 08/2016 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – http://dgk.org/daten/esc-2016-Testosteron.pdf

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