Freitag, Februar 23, 2024

Frauenmantel: Frauenkraut mit Wirkung für die Wundheilung und gegen Cholesterin

Frauenmantel: das Frauenkraut, das bei vielen Frauenleiden die Symptome lindert, zeigt auch positive Wirkungen für die Wundheilung und gegen Cholesterin.

Im Grunde genommen reicht die Geschichte der Heilpflanze Frauenmantel bis in die germanische Mythologie zurück, damals war das Frauenkraut dort der Göttin Freya geweiht. Später in christlichen Zeiten wurde die Pflanze der Jungfrau Maria geweiht. Zudem galt sie auch als Symbol für alle Schutzsuchenden. Heute steht der Frauenmantel und seine Wirkung im Blickpunkt zahlreicher Forschungsarbeiten, unter anderem gegen zu hohes Cholesterin. Im Grunde genommen ist Alchemilla vulgaris, so der lateinische Name, ein wichtiges Mittel in der europäischen Volksmedizin, das für seine adstringierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist. Schließlich kommen Frauenmantel-Zubereitungen traditionell zur Heilung von gynäkologischen und gastrointestinalen Erkrankungen sowie zur Wundheilung zum Einsatz.

 

Frauenmanteltau

Der Frauenmanteltau ist ein von der Pflanze aktiv ausgeschwitzter Wassertropfen, den die Pflanze aus sich selbst erzeugt. Dieser Frauenmanteltau war früher ein begehrtes Alchemistenwasser, wurde „himmlisches Wasser“ genannt und wurde zu allerlei Zauber gebraucht. Schließlich versuchte man daraus sogar den Stein der Weisen herzustellen. In der Wissenschaft nennt man diese Wassertropfen Guttationstropfen, denn der pflanzeneigene Saftstrom wird durch diese Bildung in Gang gehalten.

 

Frauenmantel: das Frauenkraut im botanischer Blickpunkt

Der Frauenmantel, Alchemilla vulgaris, gehört zu der Familie der Rosengewächse. Das mehrjähriges Frauenmantelkraut erreicht eine Wuchshöhe von etwa 30cm. Die kleinen gelben Blüten erscheinen von Mai bis September. Zu Heilungszwecken verwendet man Blätter und das blühende Kraut.

 

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Salicylsäure, Harz, Lecithin, Phytosterine, Saponine und Tannine. Dadurch wirkt die Heilpflanze harntreibend, magenstärkend, wundheilend, stopfend, entzündungshemmend, blutreinigend. Außerdem fördert es die Produktion der Muttermilch und wirkt positiv während der Menstruation.

Schon Paracelsus sagte, es gäbe keine Wunde, die der Frauenmantel nicht heilen kann. Bei Stoß-, Stich- und Schnittwunden kann man das frische, zerquetschte Kraut direkt auflegen, auch bei Zahnweh kaut man frische Blätter.

In der Volksmedizin ist der Frauenmantel das Frauenkraut schlechthin. Denn die Heilpflanze bringt bei nahezu allen Frauenleiden gute Effekte. Dazu gehören Weißfluss, Eierstockentzündung, Wechseljahresbeschwerden, Gebärmuttervorfall. sowie Menstruationsbeschwerden. Frauenmantel zeigt auch Wirkung bei Fieber, Durchfällen sowie Blutarmut. Zudem stärkt Frauenmantel die Bänder und Gewebe und ist ein Mittel gegen Krampfadern.

 

Frauenmantel bewährt in der topischen Behandlung zur Wundheilung

Eine rezente Studie zeigt belegt die gute Wirkung von Frauenmantel-Zubereitungen bei der Wundheilung. Alle getesteten Frauenmantel-Extrakte und -Gele beschleunigten die Wundheilung, wobei die Wirkung des ethanolischen Extrakts auf die Migration von Fibroblasten am ausgeprägtesten war. Jedenfalls fanden die Forscher klare pharmakologische Belege für die traditionelle Anwendung von Frauenmantel-Zubereitungen zur Wundheilung. Und zwar insbesondere bei der Verwendung in Form eines Hydrogels als geeignetes Vehikel für Kräuterextrakten zur topischen Behandlung.

 

Frauenmanteltee in der Schwangerschaft rechtzeitig konsumieren

Im Grunde genommen soll der Frauenmanteltee auch in der Schwangerschaft unterstützend wirken, denn die Heilpflanze wirkt hormonregulierend. Auch für eine Kur in der letzten Zeit der Schwangerschaft eignet sich Frauenmantel hervorragend. 3 bis 4 Wochen vor der Geburt soll damit begonnen werden, so werden die Beckenorgane gestärkt und auf die Geburt eingestimmt. Nach der Geburt soll man den Frauenmanteltee weiter trinken, so haben kleine Risse und Verletzungen die Chance besser auszuheilen und die Milchbildung wird gefördert.

 

Frauenmanteltee zubereiten

Zur Zubereitung von Frauenmanteltee übergießt man einen Esslöffel frisches oder getrocknetes Frauenmantelkraut mit 250 ml kochendem Wasser und lässt ihn für 7 bis 10 Minuten ziehen. Schließlich sollte man davon bei Beschwerden oder als Kur drei- bis viermal täglich eine Tasse trinken.

Tipp: Wem der Geschmack nicht zusagt, der kann den Frauenmanteltee mit anderen Wildkräutern verfeinern. Die Gundelrebe, auch Gundermann genannt, ist zum Beispiel ein fantastisches Würzkraut, auch für Getränke.

 

Frauenmantel kann den Gesamt-Cholesterin-Spiegel senken

Ergebnisse einer Studie zeigten, dass die Behandlung mit Frauenmantel-Extrakten das Gesamt-Cholesterin, Triglyceride sowie die Gesamtlipide signifikant verringern kann. Außerdem zeigten sich positive Effekte auf das HDL-Cholesterin. Bekanntlich schützt dieses „gutes“ Cholesterin ja die Gefäße vor Fettablagerungen.

Wobei diese Ergebnisse vermutlich auf den Gehalt an Antioxidantien im Frauenmantel zurückzuführen sind. Dazu zählen wiederum die Polyphenole, Flavonoide, Tannine sowie Saponine. Schließlich entdeckten Forscher auch eine antivirale Wirkung von Alchemilla, die allerdings dosisabhängig ist.


 

Literatur:

Tasić-Kostov M, Arsić I, Pavlović D, Stojanović S, Najman S, Naumović S, Tadić V. Towards a modern approach to traditional use: in vitro and in vivo evaluation of Alchemilla vulgaris L. gel wound healing potential. J Ethnopharmacol. 2019 Jun 28;238:111789. doi: 10.1016/j.jep.2019.03.016. Epub 2019 Mar 21. PMID: 30904703.

El-Hadidy EM, Refat OG, Halaby MS, Elmetwaly EM, Aya A.A. Omar. Protective Effect on Lipids Profile of Lion’s Foot (Alchemilla Vulgaris) Leaves against Ccl4 Toxicity and its Fortified to Guava and Mango Pul. Research Article Jan 2019. International Journal of Food Science, Nutrition and Dietetics (IJFS) ISSN:2326-3350

Filippova EI: Antiviral Activity of Lady’s Mantle (Alchemilla vulgaris L.) Extracts against Orthopoxviruses. 2017 Jul;163(3):374-377. doi: 10.1007/s10517-017-3807-x. Epub 2017 Jul 25.

Valcheva-Kuzmanova S, Denev P, Eftimov M, et al. Protective effects of Aronia melanocarpa juices either alone or combined with extracts from Rosa canina or Alchemilla vulgaris in a rat model of indomethacin-induced gastric ulcers. Food Chem Toxicol. 2019;132:110739. doi:10.1016/j.fct.2019.110739

S.HIRSCH, F. GRÜNBERGER: Die Kräuter in meinem Garten (2012) Freya- Verlag

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