Dienstag, April 16, 2024

Chinesische Engelwurz, Angelica sinensis (Dong Quai), bei Osteoporose

Die TCM-Pflanze Angelica sinensis, auch bekannt als Dong Quai oder Chinesische Engelwurz, stellt einen Hoffnungsschimmer bei Osteoporose dar.

Forscher haben in der Pflanze Angelica sinensis, auch bekannt als Chinesische Engelwurz oder Dong Quai, eine besondere Verbindung entdeckt, die neue Wege in der Behandlung von Osteoporose eröffnen könnte.

 

Chinesische Engelwurz, Angelica sinensis (Dong Quai)

Dong Quai, auch bekannt als Angelica sinensis oder Chinesische Engelwurz, ist eine Pflanze, die man in der traditionellen chinesischen Kräuterheilkunde (TCM) sehr schätzt. Die Heilpflanze wird vor allem wegen ihrer stärkenden Eigenschaften genutzt.

Die Pflanze hat ihren Ursprung in China, Korea und Japan und benötigt zwei Jahre, um vollständig zu reifen. Angelica sinensis gedeiht besonders gut auf feuchten Böden und erreicht eine Höhe von etwa einem bis eineinhalb Metern. Die wertvollen Wurzeln der Pflanze sind jedoch erst nach drei Jahren Wachstum bereit für die Ernte und Verwendung in der Kräutermedizin.

 

Angelica sinensis hemmt Osteoklasten – bedeutend bei Osteoporose

In der Studie, die in ACS Central Science veröffentlicht wurde, synthetisierten die Wissenschaftler die Inhaltsstoffe der Angelica sinensis im Labor und stellten fest, dass eine bestimmte Substanz die Aktivität von Osteoklasten hemmt – jene Zellen, die für den Knochenabbau verantwortlich sind und eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Progression von Osteoporose spielen.

Die Substanz Falcarinphthalid A ist Teil einer neu identifizierten Klasse von Phthaliden in Angelica sinensis, die bisher unbekannte Kohlenstoffgerüststrukturen aufweisen. Diese Entdeckung zu den Naturstoffen der Angelica sinensis könnte einen Durchbruch in der Osteoporose-Forschung darstellen, da sie einen neuen Ansatz zur Verhinderung von Knochenschwund bietet.

 

Wie Osteoklasten Osteoporose verursachen

Osteoklasten sind für den Abbau von Knochengewebe verantwortlich, indem sie sich an die Knochenoberfläche heften und durch die Freisetzung von Salzsäure und Proteasen wie Cathepsin K die Mineral- und Matrixkomponenten des Knochens auflösen. Die Hemmung dieser Zellen ist daher ein zentraler Ansatz in der Osteoporosebehandlung.

Gängige Osteoporosemedikamente wie Bisphosphonate und Denosumab setzt man seit über zwei Jahrzehnten ein, um den Knochenabbau zu reduzieren. Diese Behandlungen können jedoch Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Sodbrennen, atypische Oberschenkelfrakturen und Osteonekrose des Kiefers mit sich bringen. Auch Östrogen, oft in Kombination mit Gestagen eingesetzt, birgt Risiken für Blutgerinnsel, Gebärmutter- und Brustkrebs sowie möglicherweise Herzerkrankungen.

Phthalide, zu denen auch Falcarinphthalid A gehört, sind eine vielfältig untersuchte Stoffklasse mit verschiedenen pharmakologischen Aktivitäten. Die Entdeckung von Falcarinphthalid A in Angelica sinensis als neue Klasse von Phthaliden bietet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Osteoporose, indem sie neue Zielorte und Wirkmechanismen aufzeigt.

 

Vorbeugung von Osteoporose

Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, bei der die Knochen an Dichte verlieren, poröser werden und dadurch anfälliger für Brüche sind. Frauen sind zwar häufiger betroffen, aber das Risiko besteht für beide Geschlechter. Obwohl die weitverbreitete Erkrankung jeden treffen kann, gelten nicht-hispanische, weiße und asiatische Frauen als besonders gefährdet.

Die Forschung an Angelica sinensis (Chinesische Engelwurz oder Dong Quai) und die Entdeckung von Falcarinphthalid A unterstreichen die Bedeutung der Suche nach innovativen Behandlungsmöglichkeiten und präventiven Maßnahmen gegen Osteoporose.


Literatur:

Jian Zou, Zuo-Cheng Qiu, Qiang-Qiang Yu, Jia-Ming Wu, Yong-Heng Wang, Ke-Da Shi, Yi-Fang Li, Rong-Rong He, Ling Qin, Xin-Sheng Yao, Xin-Luan Wang, and Hao Gao. Discovery of a Potent Antiosteoporotic Drug Molecular Scaffold Derived from Angelica sinensis and Its Bioinspired Total Synthesis. ACS Central Science Article ASAP. DOI: 10.1021/acscentsci.3c01414

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