Samstag, Juni 22, 2024

WHO-Atlas zu Neurologie veröffentlicht

Der neue WHO-Atlas unterstreicht die Bedeutung neurologischer Erkrankungen und zeigt Ungleichheiten bei Ressourcen und in der Versorgung.

Rechtzeitig zum Weltkongress für Neurologie vom 16. bis 21. September in Kyoto, Japan, wurde der neue WHO-Atlas zu Neurologie veröffentlicht, der den Stand der neurologischen Versorgung weltweit zusammenfasst. Darin wird festgehalten, dass sich in den vergangenen 15 Jahren die Ressourcen-Situation allgemein verbessert hat.

Doch es bestehen noch immer große regionale Ungleichheiten in der Versorgung, die überwunden werden müssten, fordern die WHO-Experten. Denn die großen Fortschritte in Diagnostik und Therapie kommen nicht allen Menschen in gleicher Weise zugute. Positiv ist, dass die große Bedeutung neurologischer Erkrankungen auch von internationalen Organisationen und politischen Entscheidungsträgern immer stärker anerkannt wird.

 

Neurology WHO-Atlas zeigt Ungleichheiten in der Versorgung auf

Auf dem Weltkongress für Neurologie werden viele neue Daten präsentiert, die nicht nur einmal mehr die große Bedeutung der neurologischen Erkrankungen, deren Häufigkeit und deren ökonomische Konsequenzen aufzeigen, sondern auch die weltweite Versorgungslage dokumentieren – so etwa eine neue Studie zur globalen neurologischen Krankheitslast und der neue Country „Neurology Atlas – Resources for Neurological Disorders“. Der WHO-Atlas, dessen zweite Auflage aktuell erschienen ist, stellt ein wichtiges Instrument für die Planung und Entwicklung von Versorgungsressourcen für Neurologie-Patienten dar. Die Daten stammen aus 132 Ländern und zwei Territorien, damit sind 94 Prozent der Weltbevölkerung abgebildet.

Dass die Ressourcen für die neurologische Diagnostik und Therapie und der Zugang zu neurologischer Versorgung im globalen Rahmen höchst ungleich verteilt sind, zeigt der neue WHO-Atlas anhand zahlreicher Beispiele auf. So liegt etwa die Zahl neurologischer Behandler (Neurologen, Neurochirurgen und Kinderneurologen zusammengenommen) weltweit im Durchschnitt bei 3,1 pro 100.000 Einwohnern. In Ländern mit niedrigem BIP ist dieser Wert nur 0,1/100.000, während in den Ländern mit hohem Einkommen durchschnittlich 7,1/100.000 neurologische Behandler zur Verfügung stehen. Die regionalen Unterschiede sind erheblich: Während die WHO-region Europa mit 9 neurologischen Behandlern pro 100.000 Einwohnern versorgt ist, liegt dieser Wert in Afrika bei 0,1 und in Südost-Asien bei 0,3.

Besorgniserregend ist auch, dass es auf der Ebene der Primärversorgung in vielen Teilen der Welt einen unzureichenden Zugang zu essentiellen Medikamenten gibt. Nur die Hälfte der Länder (55 Prozent) berichten, dass zumindest ein Antikonvulsivum immer zur Verfügung steht – die Hälfte der Menschen mit Epilepsie weltweit hat also keinen gesicherten Zugang zu solchen Medikamenten.

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