Sonntag, Mai 26, 2024

Weizenunverträglichkeit bei Reizdarmpatienten

Eine Charité-Studie untersucht ein neues Verfahren bei Reizdarmpatienten, um eine Weizenunverträglichkeit sichtbar zu machen, Teilnehmer werden noch gesucht.

Durch eine spezielle Laserendomikroskopie können Abwehrreaktionen von Darmzellen auf bestimmte Lebensmittel „live“ beobachtet werden. Ob das neue Mikroskopie-Verfahren auch eine Weizenunverträglichkeit bei Reizdarmpatienten vorhersagen kann, überprüfen nun Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte multizentrische Studie werden noch Teilnehmer gesucht.

 

Weizenunverträglichkeit als Ursache für Beschwerden bei Reizdarmpatienten

In Deutschland leiden rund zwölf Millionen Menschen unter einem Reizdarm. Die Betroffenen klagen häufig über Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Völlegefühl. Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms, für die sich trotz gründlicher ärztlicher Untersuchungen keine körperliche Ursache findet. „Ob möglicherweise eine Weizenempfindlichkeit Ursache für die Beschwerden ist, wollen wir nun mithilfe der konfokalen Laserendomikroskopie klären“, sagt Privatdozent Dr. Christian Bojarski von der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie der Charité und Leiter der Studie.

Nach der Kuhmilch ist Weizen das zweite artfremde Protein, das der menschliche Körper von kleine auf zu verarbeiten hat. Durch Überzüchtungen in den letzten Jahrhunderten – für große Agrarerträge wurde züchterisch stark manipuliert und verändert – kam es verstärkt zu einer Zunahme der Allergenpotenz, wodurch die Menschen zunehmend eine Weizenunverträglichkeit entwickeln, Allergien gegen Dinkel, der Urform des Weizens, sind allerdings sehr selten.

Eine Weizenunverträglichkeit ist eine meist in früher Kindheit auf Basis einer genetische Veranlagung für allergische Reaktionen entstandene Überempfindlichkeit gegen das Weizenprotein, also den Eiweißanteil des Weizenkornes, wobei differenzialdiagnostisch die Abgrenzung zum völlig anderen Krankheitsbild der Glutenüberempfindlichkeit bedeutend ist. Das im Gluten enthaltene Klebereiweiß – enthalten in verschiedenen Getreidesorten wie Roggen, Hafer, Gerste,  etc. –. Eine Überempfindlichkeit darauf führt zum Krankheitsbild der Zöliakie mit Beeinträchtigung der Dünndarmfunktion.

Patientinnen und Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten, müssen zwischen 18 und 60 Jahren alt sein, unter dem Reizdarmsyndrom leiden und tägliche Beschwerden haben. Im Laufe der Studienverlaufs sollen sich die Teilnehmer über einen Zeitraum von acht Wochen strikt glutenfrei ernähren. Interessierte erhalten von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 030 450 514 415 oder im Internet unter dem Link reizdarmstudie.charite.de weitere Informationen.

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