Montag, Mai 20, 2024

Vitamin D für Kinder ab 2 Jahren kritisch im Blickpunkt

Deutsche Kinderärzte haben unlängst eine kritische Stellungnahme zur zusätzlichen Gabe von Vitamin D für Kinder ab 2 Jahren veröffentlicht.

Im Grunde genommen sind Experten oft kritisch gegenüber der zusätzlichen Verabreichung von Vitamin D an Kinder ab 2 Jahren. Im Allgemeinen herrscht Einigkeit darüber, dass eine tägliche Aufnahme von 600 bis 800 Internationalen Einheiten Vitamin D angestrebt werden sollte. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese Menge durch Sonnenlicht oder Nahrungsergänzungsmittel erreicht wird.

Heutzutage wird Vitamin D als ein Nährstoff angesehen, der eine bedeutende Rolle für die öffentliche Gesundheit spielt. Die US-Ernährungsrichtlinien empfehlen seit 2015 eine erhöhte Aufnahme von natürlichen oder angereicherten Nahrungsmitteln, die Vitamin D enthalten, wie zum Beispiel Milch.

Aktuelle Studien zeigen auch, dass Menschen, die regelmäßig Milch konsumieren, insbesondere Kinder, höhere Vitamin-D-Spiegel im Blut aufweisen. Dadurch haben sie auch eine größere Chance, die empfohlenen Vitamin-D-Werte zu erreichen. US-Experten betrachten dies als effektive Strategie zur Verbesserung des Vitamin-D-Status in der US-Bevölkerung. Außerdem haben aktuelle Untersuchungen gezeigt, dass sowohl ernährungsbedingte als auch nicht-ernährungsbedingte Faktoren Einfluss auf den Vitamin-D-Status im frühen Kindesalter haben.

 

Diskussion zur Supplementierung von Vitamin D für Kinder ab 2 Jahren

In unseren Breitengraden erreichen viele Kinder im Winter und Frühling nicht die empfohlenen Vitamin-D-Werte. Daher ist die Frage nach der Supplementierung von Vitamin D bei Kindern ab 2 Jahren ein wichtiges Thema. Es stellt sich die Frage, ob man eine flächendeckende Empfehlung für die Einnahme von Vitamin D bei dieser Altersgruppe machen sollte.

Beispielsweise haben deutsche Experten festgehalten, dass allein eine niedrige Konzentration an Vitamin D keine ausreichende Indikation für eine Supplementierung bei gesunden Kindern ab 2 Jahren darstellt.


Vitamin-D-Mangel vermeiden und sich regelmäßig testen lassen

Wie man Vitamin-D-Mangel vorbeugen kann. © Vitamin-D.info
Wie man Vitamin-D-Mangel vorbeugen kann. © Vitamin-D.info

Ein Vitamin-D-Mangel entwickelt sich in der Regel langsam, wobei man ihn vermeiden kann, wenn man seinen Vitamin-D-Spiegel regelmäßig überprüfen lässt. Mehr dazu unter https://medmix.at/vitamin-d-mangel/


Supplementierung von Vitamin D für Kinder bis 2 Jahren als bewährte Prophylaxe

Unter dem Strich besteht die Empfehlung einer Supplementierung von Vitamin D3 in Höhe von 400 bis 500 IE / Tag. Und zwar kombiniert mit einer Fluoridprophylaxe. Für Frühgeborene oder für chronisch kranke Kinder gelten hingegen andere Werte. Darüber sollte der Kinder- und Jugendarzt die Eltern individuell beraten.

Unabhängig von der Jahreszeit weisen zudem bestimmte Kinder ein erhöhtes Risiko für eine Rachitis auf. Das sind beispielsweise adipöse Kinder. Aber auch Kinder aus sozial benachteiligten Schichten sowie Kinder mit Migrationshintergrund haben ein höheres Risiko. Weiter sind auch Säuglinge betroffen, die ausschließlich Muttermilch zur Ernährung bekommen und keine zusätzliche Gabe von Vitamin D.

Bei gesunden Kleinkindern mit ausreichenden Werten an Vitamin D verschafft allerdings die Supplementierung im Zusammenhang mit der Immunfunktion keinen zusätzlichen Vorteil.

 

Mit Sonne und Nahrung Vitamin D tanken

Jedenfalls sollten Kinder über 2 Jahren in unseren geographischen Breiten weiterhin zwischen April und September mindestens zweimal pro Woche Sonne tanken. Damit können sie ihre Speicher mit Vitamin-D gut auffüllen. Hierzu empfehlen Experten den Aufenthalt im Freien zwischen 10 und 15 Uhr. Und zwar mit möglichst freien Armen und Beinen 5 bis 30 Minuten. Zudem ohne Sonnenschutz. Aber Vorsicht vor einem Sonnenbrand! Weiter sollten auch Kinder 1 bis 2 Mal wöchentlich Fisch mit hohem Gehalt an Vitamin D essen. Beispielsweise bieten der Hering, Makrele sowie Lachs.

Jedenfalls empfehlen Experten nach wie vor nicht eine ungezielte Bestimmung der Serum-Konzentration von Vitamin D bei gesunden Kindern. Lediglich bei Kindern und Jugendlichen mit bestimmten chronischen Erkrankungen und Risikofaktoren halten sie das für sinnvoll.

Die eingangs erwähnte Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin-D wie Milch ist durchaus auch eine überlegenswerte Strategie gegen Vitamin-D-Mangel in vielen Ländern der Erde. In diesem Sinne hat man in den USA bislang gute Erfahrungen mit dem Konsum von Vitamin D angereicherter Milch gemacht. Das gilt schließlich insbesondere für fettarme und fettfreie Milch.

 

Serum-Konzentration von 25-OH-Vitamin-D im Fokus

Der Zielbereich für die 25-OH-Vitamin-D-Serum-Konzentration liegt bei 20-100 ng/ml Blut. Ein dezidierter Mangel liegt bei unter 12 ng/ml vor. Der reine Blick auf diese Werte lässt aber keine Schlussfolgerung einer durchgängigen Supplementierung von Vitamin D über das 2. Lebensjahr hinaus zu.

Von dieser Diskussion unberührt bleiben jedenfalls die nachgewiesenen positiven Effekte von Vitamin D für die Kindergesundheit. Beispielsweise etwa auf das Skelettsystem sowie Autoimmunerkrankungen und Asthma. Schließlich kann Vitamin D den Verlauf zahlreicher anderer Krankheiten und Problemen mit der Gesundheit positiv beeinflussen.

In diesem Sinne könnten laut internationaler Daten Kinder mit Asthma oft bezüglich ihrer Spiegel von 25-OH-Vitamin-D einen Mangel haben. Dabei scheint ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Schwere der Symptome von Asthma und dem Mangel an 25-OH-Vitamin-D zu bestehen.

Wenn man jedoch eine ganze Altersgruppe mit einer Supplementierung versorgen will, muss ein konkreter Nutzen eben dieser Zusatzgabe nachgewiesen sein. Übrigens bestehen keinerlei Bedenken hinsichtlich der bekannten Werte zur Supplementierung von 600 bis 800 IE bei Kindern. Denn es sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.


Was und wieviel Kinder trinken sollten, hängt von mehreren Faktoren ab

Eltern sollten sehr beachten, was und wie viel ihre Kinder trinken. © Selins / shutterstock.com
Eltern sollten sehr beachten, was und wie viel ihre Kinder trinken. © Selins / shutterstock.com

Wie viel Kinder trinken sollten, hängt von der Situation ab. Oft trinken sie zu wenig, weil sie nicht daran denken und ein schlechteres Durstempfinden haben. Mehr dazu unter https://medmix.at/was-und-wieviel-kinder-trinken-sollten/


Literatur:

Takahashi K, Arimitsu T, Hara-Isono K, Ikeda K. Seasonal variation in vitamin D status of Japanese infants starts to emerge at 2 months of age. A retrospective cohort study. Br J Nutr. 2022 Aug 26:1-23. doi: 10.1017/S0007114522002744. Epub ahead of print. PMID: 36017869.

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