Montag, Februar 26, 2024

Syndesmosebandriss: Schwellung, Bluterguss, Schmerzen

Bei einem Syndesmosebandriss kommt es zu Schwellung und Bluterguss mit teilweise starken Schmerzen beim Auftreten.

Vor allem auch beim Fussball hört man immer wieder von einem Syndesmose-Bänderriss oder Syndesmosebandriss. Gerade für Profisportler ist diese Verletzung problematisch. Denn eine lädierte Syndesmose (Syndesmosis) führt im Sprunggelenk stets zu einer Veränderung, was dann mit zukünftigen veränderten Belastungen einhergeht. Häufig sind vorangegangenen Schädigungen ein Grund für einen erneuten Syndesmosebandriss oder einer ähnlichen Syndesmose-Band-Verletzung. Eine gute Muskulatur kann hier zwar vorbeugend bis zu einem gewissen Grad helfen. Doch auch gut trainierte Profis sind oft betroffen.

Syndesmoseband: das derbe, ausgeklügelte Bandsystem sorgt für wichtige Stabilität im Sprunggelenk

Ein Riss im Syndesmose-Band ist typisch für aktive Fußballer. Immer wieder fallen Spieler viele Wochen lang aus, weil sie sich am Syndesmose-Band verletzen. Die Syndesmose ist ein wichtiger Teil des oberen Sprunggelenkes. Die sehr bandhafte, sehr straffe Verbindung stabilisiert im wesentlichen die sogenannte Sprunggelenkgabel und bringt ihr eine elastische federnde Befestigung.

Wadenbein mit Außenknöchel, Schienbein mit Innenknöchel und Sprungbein (der sogenannte Talus) bilden das obere Sprunggelenk. Zwischen Schienbein und Wadenbein befindet sich die vordere und hintere Syndesmose. Diese Bandstruktur stellt mit dem Verlauf ihrer Bänder eine sehr ausgeklügelte Bandverbindung dar.

Die Bewegung findet zwischen Sprungbein, Schien- und Wadenbein statt. Die stärkste Belastung entsteht zwischen gelenknahem Schienbein und dem Sprungbein. Wenn am Fuß Druck entsteht, sorgt das feste, grobe Syndesmose-Band dafür, dass Schien- und Wadenbein auseinander.



 

Syndesmosebandriss

Ein Syndesmosebandriss entsteht in erster Linie durch eine Verdrehung des Sprunggelenks. Dabei sind große Kräfte im Spiel. Es kommt zu zu viel Zug auf das gesamte System. Das Band reißt vor allem dann, wenn der Fuß nach innen knickt.

Betroffene erkennen diese Verletzung daran, dass das Sprunggelenk wehtut, eine Schwellung entsteht und ein Bluterguss sich bildet, die Verletzen erleiden teilweise starke Schmerzen beim Auftreten. Oft kommt es auch gleichzeitig zu einer Außenbandverletzung. Allgemein können auch Knorpelverletzungen entstehen.

Diagnose und Behandlung

Ultraschall, Röntgen oder Kernspintomografie können die Diagnose der Band-Verletzung durch die klinische Untersuchung schließlich dann ergänzen. Die definitive Diagnose wird heutzutage immer durch eine Kernspintomografie gestellt, die gleichzeitig auch weitere Lädierungen wie Bandverletzungen und Knorpelschäden anzeigen kann.

Ein partieller Syndesmosebandriss kann die Stabilität des Sprungelenks auch nicht zu stark beeinträchtigt. Dann kann der Arzt eine konservative Therapie versuchen. Hierzu wird das Sprunggelenk ruhig gestellt und der Verletzte muss auf Krücken laufen.



Wenn das Syndesmose-Band aber vollständig gerissen ist, so soll eine Operation das Sprunggelenk wieder so herzustellen, wie es vor der Verletzung war. Ohne chirurgischen Einriss wäre auch das Risiko hoch, das später Beschwerden auftreten.

Die Operation dauert etwa eine halbe Stunde. Dabei wird das Syndesmoseband minimal-invasiv wieder zusammengenäht, die Sprunggelenkgabel zusammengehalten und wieder richtiggestellt. Dann schraubt der Chirurg unter bildgebender Kontrolle eine Schraube durch das Wadenbein ins Schienbein und entfernt sie nach sechs Wochen wieder. Danach darf man das Sprunggelenk sechs Wochen lang nicht belasten, auch damit die Schraube nicht bricht.

Profi-Sportler trainieren in dieser REHA-Zeit den Rest des Körpers. Nach sechs Wochen wird die Schraube entfernt, der Sportler versucht dann recht bald wieder mit Vollbelastung zu trainieren.

Dynamische und stabilometrische Analyse nach Syndesmose-Verletzungen

Die distale tibiofibuläre Syndesmose trägt zur dynamischen Stabilität des Sprunggelenks bei und beeinflusst dadurch den Gangzyklus. Eine Syndesmose-Verletzung beeinflusst nicht die Standphase, sondern den Gangzyklus. Und zwar sie einen erhöhten Druck auf den unverletzten Fuß und einen verringerten Druck auf den verletzten Fuß erzeugt. Die Bewertung des Grads einer Syndesmose-Verletzung auf die sogenannte Plantardruckverteilung und die dynamischen Parameter des Fußes ist besonders wichtig. Das kann durch eine dynamische und stabilometrische Analyse für mindestens einem Jahr nach der Operation erfolgen. Forscher zeigten nun, dass man mit Hilfe der Pedobarographie, der Fußdruckmessung, geeignete orthopädische Einlegesohlen für den verletzten Fuß herstellen kann. Das unterstützt die Abfangmaßnahmen zur Überlastung des normalen Fußes, um spätere Folgen eines Knöcheltraumas zu verhindern.




Literatur:

Taskesen A, Okkaoglu MC, Demirkale I, Haberal B, Yaradilmis U, Altay M. Dynamic and Stabilometric Analysis After Syndesmosis Injuries. J Am Podiatr Med Assoc. 2020 Jul 1;110(4):Article_9. doi: 10.7547/18-174. PMID: 32997763.

Rammelt S, Manke E. Syndesmosenverletzungen [Syndesmosis injuries at the ankle]. Unfallchirurg. 2018;121(9):693-703. doi:10.1007/s00113-018-0508-5

Hunt KJ. Syndesmosis injuries. Curr Rev Musculoskelet Med. 2013;6(4):304–312. doi:10.1007/s12178-013-9184-9

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