Syndesmosebandriss: Schwellung, Bluterguss, Schmerzen

Bei einem Syndesmosebandriss kommt es zu Schwellung und Bluterguss mit teilweise starken Schmerzen beim Auftreten.

Bei einem Syndesmosebandriss im Sprunggelenk kommt es oft zu Schwellungen, Blutergüssen und teils starken Schmerzen beim Gehen. Dieses Problem tritt insbesondere bei Fußballspielern auf und stellt für Profisportler eine ernste Herausforderung dar. Die Syndesmose, eine feste Verbindung zwischen den Knochen im oberen Sprunggelenk, sorgt für dessen Stabilität. Vorherige Schäden können das Risiko für weitere Verletzungen erhöhen, obwohl starke Muskeln präventiv wirken können. Trotzdem sind selbst gut trainierte Profisportler nicht vor dieser Verletzung gefeit.

Das Syndesmoseband spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität des Sprunggelenks, und Verletzungen können Sportler für Wochen außer Gefecht setzen. Ein Syndesmosebandriss tritt meistens durch Verdrehungen des Sprunggelenks auf, was zu einem übermäßigen Zug auf das Band führt. Betroffene leiden unter Schmerzen, Schwellungen und Blutergüssen und oft kommt es zusätzlich zu Außenbandverletzungen oder Knorpelschäden.

 

Syndesmose: vier Bänder halten Schien- und Wadenbein zusammen

Die Syndesmose wird von vier Bändern stabilisiert: dem vorderen und dem hinteren unteren Tibiofibularband, dem Ligamentum interosseum und dem queren Tibiofibularband. Verletzt werden sie häufig beim Skifahren, Eishockey und Fußball, aber auch bei Stürzen und Verkehrsunfällen. Die Heilung dauert lange: Bis zur Rückkehr in den Sport vergeht mindestens doppelt so viel Zeit wie nach einem isolierten Außenbandriss.

 

Diagnose und Behandlung bei Syndesmosebandriss

Zur Diagnose werden Methoden wie Ultraschall, Röntgen oder vor allem die Kernspintomografie genutzt, die auch weitere Schädigungen aufzeigen kann. Bei einem teilweisen Syndesmosebandriss kann eine konservative Behandlung ausreichen.

Jedoch gilt bei einem kompletten Syndesmosebandriss meist die Empfehlung zu einer Operation, um das Sprunggelenk zu reparieren. Die Operation beinhaltet das Nähen des Bandes und die Fixierung der Knochen mit einer Schraube, die nach einiger Zeit wieder entfernt wird.

Nach der Operation ist eine Belastungspause von sechs Wochen nötig, in der Profisportler den Rest des Körpers trainieren können. Die Rehabilitation beinhaltet auch dynamische und stabilometrische Analysen zur Bewertung und Anpassung der Belastung auf den Fuß, um langfristige Folgen zu vermeiden und die Stabilität und Funktion des Sprunggelenks wiederherzustellen.

 

Wie sicher ist die klinische Untersuchung?

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 hat sechs Studien mit 512 Teilnehmern und 13 klinischen Tests ausgewertet. Kein einzelner Test war zugleich hoch sensitiv und hoch spezifisch. Am empfindlichsten waren das Abtasten der Syndesmose (Sensitivität 92 %) und der Ausfallschritt-Test in Dorsalextension (75 %). Am spezifischsten waren der Squeeze-Test (85 %) und der Außenrotationstest (78 %). Die Autoren empfehlen, zuerst Abtasten und Ausfallschritt-Test zu kombinieren und danach den Squeeze-Test anzuschließen.

Ob die Verletzung stabil oder instabil ist, lässt sich so allerdings nicht sicher klären. Für die Entscheidung zwischen konservativer Behandlung und Operation braucht es zusätzlich eine MRT, einen Ultraschall oder eine Arthroskopie, die als Goldstandard gilt. Wird die Verletzung zu spät oder falsch erkannt, drohen wiederkehrende Instabilität und langfristig eine Arthrose.

 

Operation: Stellschraube oder Fadenanker?

Lange galt die Stellschraube als Standard, um Schien- und Wadenbein bei einer instabilen Syndesmosenverletzung zu fixieren. Ihre Nachteile: Sie kann brechen, das umliegende Gewebe reizen und muss wieder entfernt werden. Als Alternative wurde das Fadenanker-System (Suture Button) entwickelt, das keine routinemäßige Entfernung braucht.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2023 hat acht randomisierte Studien mit 512 Patienten ausgewertet, die meisten davon mit zusätzlichem Knöchelbruch. Mit dem Fadenanker traten insgesamt weniger Komplikationen auf, vor allem weniger lokale Reizungen. Auch ungeplante Folgeoperationen waren seltener: 37 von 254 Patienten gegenüber 60 von 257 mit Stellschraube. Bei Infektionen, Implantatversagen und Fehlstellungen fand sich kein signifikanter Unterschied.

Die Funktionswerte waren mit dem Fadenanker etwas besser, im AOFAS-Score im Mittel um rund 3 Punkte. Nach zwei Jahren war dieser Unterschied nicht mehr signifikant. Die Autoren nennen selbst Schwächen: In vielen Studien war die Verblindung nicht gesichert, und es gibt Hinweise auf einen Publikationsbias.

 

Rückkehr in den Sport: Wie lange dauert die Pause?

Die Aussichten sind gut: Eine Metaanalyse von 14 Studien mit 901 Spitzensportlern ergab, dass 96 % nach einer Syndesmosenverletzung in den Wettkampf zurückkehrten. Zwischen konservativ behandelten und mit Fadenanker operierten Sportlern gab es dabei keinen Unterschied (jeweils 98 %).

Im Durchschnitt dauerte die Pause rund 58 Tage, also etwa acht Wochen. Die Spanne ist allerdings groß und reicht von 13 bis 133 Tagen. Konservativ behandelte Sportler kehren oft nach sechs bis acht Wochen zurück, operierte brauchen eher zehn bis zwölf Wochen oder länger. Profifußballer mit operierter schwerer Verletzung standen im Schnitt erst nach 103 Tagen wieder in einem Spiel.

Die Autoren stufen die Aussagekraft selbst als gering ein: Alle Studien waren Beobachtungsstudien, und es gibt Hinweise auf einen Publikationsbias, sodass die Rückkehrquote überschätzt sein könnte. Die Zahlen stammen außerdem von Spitzensportlern; Freizeitsportler wurden nicht untersucht.


Literatur:

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Xu B, Wang S, Tan J, Chen W, Tang KL. Comparison of Suture Button and Syndesmotic Screw for Ankle Syndesmotic Injuries: A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Orthop J Sports Med. 2023;11(1):23259671221127665. doi:10.1177/23259671221127665

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