Sonntag, Juli 14, 2024

Rheuma bei Schuppenflechte früh erkennen und Behandlung beginnen

Rheuma bei Schuppenflechte ist häufig unerkannt. Die frühzeitige Behandlung hilft vielen Patienten, die Symptome unter Kontrolle zu bringen.

Bis zu zehn Prozent aller Menschen mit Schuppenflechte entwickeln schmerzhafte Schwellungen an einem oder mehreren Gelenken – die sogenannte Psoriasis-Arthritis. Häufig bleibt Rheuma bei Schuppenflechte ber unerkannt. Aktuelle Studien zeigen, dass Ärzte die Symptome mit Medikamenten und engmaschigen Kontrolluntersuchungen nahezu vollständig unter Kontrolle bringen und damit den Patienten ein schmerzfreies Leben ermöglichen können – wenn Arzt und Patient die Krankheit rechtzeitig bemerken.

 

Rheuma bei Schuppenflechte

Viele Menschen, die an Schuppenflechte leiden, entwickeln zudem Gelenkbeschwerden, die sich mit den Jahren verschlimmern und immer schmerzhafter werden. Die Psoriasis-Arthritis äußert sich beispielsweise in Gelenk-, Sehnenscheiden-, Knochen- und Wirbelsäulenentzündungen. „Das Gelenk wird, wie bei der rheumatoiden Arthritis, ohne Behandlung langfristig zerstört“, erläutert Professor Dr. med. Elisabeth Märker-Hermann, Direktorin der Klinik Innere Medizin IV: Rheumatologie, Klinische Immunologie, Nephrologie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden. Dennoch bleibe die Krankheit, die bei jedem zehnten Schuppenflechten-Patienten auftritt, häufig unerkannt. Dabei ist sie gut behandelbar: „Wird frühzeitig mit der Medikamentengabe begonnen, können viele Patienten ein schmerzfreies Leben führen“, so die DGIM-Expertin.

Genetische Faktoren spielen bei der Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis eine entscheidende Rolle. Jährlich werden in großen internationalen Studien neue Gene gefunden, die Einfluss auf immunologische Abwehrreaktionen der Haut und auf Entzündungsvorgänge im Körper nehmen. „Wir haben gelernt, dass Ärzte, vor allem Dermatologen und Rheumatologen, und Patienten bei einer Schuppenflechte immer auch rheumatische Gelenkentzündungen in Betracht ziehen müssen, um rechtzeitig reagieren zu können“, sagt Professor Märker-Hermann. Damit könne den Patienten eine Doppelbelastung durch Haut- und Gelenkbeschwerden erspart bleiben. Die eingesetzten Medikamente wirkten sich zudem positiv sowohl auf die rheumatischen Beschwerden als auch auf die Schuppenflechte aus.

 

Medikamente gegen Rheuma und Schuppenflechte

In der Regel verschreiben Ärzte Rheuma-„Basis“-Medikamente gegen die Psoriasis-Arthritis. Das sind beispielsweise immunologisch wirksame Medikamente wie Methotrexat, Sulfasalazin sowie Leflunomid. Schließlich sind auch die Biologika sehr gut wirksam. Beispielsweise solche, die den Botenstoff TNF-alpha hemmen.

Zudem hat man in den letzten Jahren verschiedene neue Medikamente zur Therapie der Haut und der Gelenke zugelassen. Wegen der Wirkung auf das Immunsystem und möglicher Nebenwirkungen muss man aber die Patienten gut aufklären.

Schließlich sollte die Therapie allerdings aufgrund möglicher Nebenwirkungen unter engmaschiger Betreuung. In diesem Sinne gilt jedoch als Ziel der Behandlung der maximale Gelenkschutz bei minimalen Risiken und Nebenwirkungen.


Literatur:

Ständer S, Ludwig RJ, Thaçi D. Haut und Rheuma [The skin and rheumatism]. Orthopade. 2019 Nov;48(11):905-910. German. doi: 10.1007/s00132-019-03811-9. PMID: 31535157.

Coates LC, FitzGerald O, Helliwell PS, Paul C. Psoriasis, psoriatic arthritis, and rheumatoid arthritis: Is all inflammation the same? Semin Arthritis Rheum. 2016 Dec;46(3):291-304. doi: 10.1016/j.semarthrit.2016.05.012. Epub 2016 Jun 2. PMID: 27388027.

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