Sonntag, März 3, 2024

Isoflavone bieten bei Wechselbeschwerden effektive und sichere Wirkung

Isoflavone aus Soja und Rotklee sind pflanzliche Mittel mit guter Wirkung, die Patientinnen mit Wechselbeschwerden sicher unterstützen.

Zahlreiche Phytotherapeutika unterstützen die Frauengesundheit in der gynäkologischen Praxis. Dazu zählen Soja und Rotklee, Mönchspfeffer, die Traubensilberkerze und die Passionsblume. Weiter Baldrian, Melisse, Johanniskraut, Kürbis sowie Cranberry. Am Beispiel der Isoflavone aus Soja und Rotklee zeigt sich sehr gut die Wirkung und die Sicherheit der pflanzlichen Präparate bei Wechselbeschwerden. Im Grunde genommen kann man sie bei Frauen in der Peri- und Postmenopause einsetzen.



 

Isoflavone als Erstlinien-Therapie zur Behandlung von Wechselbeschwerden

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Isoflavone zur Behandlung von Wechselbeschwerden ist in zahlreichen Studien und Metaanalysen belegt. Heute setzen Experten die Isoflavone sogar als Erstlinien-Therapie zur Behandlung von Wechselbeschwerden ein. Dabei sind die Isoflavone natürliche pflanzliche Substanzen, die insbesondere in Soja, Rotklee und Kudzu-Wurzel vorkommen. Die Hauptisoflavone sind Genistein, Daidzein, Glycitein, Formononetin, Biochanin A und Puerarin.

Verringerung menopausaler Hitzewallungen. Die Wirksamkeit von Isoflavonen wurde durch unabhängige Metaanalysen bestätigt (Evidenz Grad Ia). Höher dosierte Supplemente zeigen mehr Effekt gegen Hitzewallungen. Die Patientinnen sollten darüber informiert werden, dass die maximale Wirkung erst nach mehreren Einnahmewochen erreicht wird.

Verbesserung der Knochengesundheit. Isoflavone können günstige Effekte wie z.B. eine Verringerung der Knochenresorption und des Knochenverlustes bewirken. Dadurch kann es u.a. zu einer signifikanten Verbesserung der Knochendichte sowie zu einem verminderten Frakturrisiko kommen.


Therapie der erste Wahl mit Isoflavonen bei Wechselbeschwerden

In asiatischen Ländern, in denen Soja-Isoflavone reichlich in der Nahrung vorkommen, sind seltener Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Herz-/Kreislauf-Erkrankungen zu beobachten. © Mindy w.m. Chung / shutterstock.com
In asiatischen Ländern, in denen Soja-Isoflavone reichlich in der Nahrung vorkommen, sind seltener Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Herz-/Kreislauf-Erkrankungen zu beobachten. © Mindy w.m. Chung / shutterstock.com

Isoflavone wurden als First-Line-Therapie bei Wechselbeschwerden bestätigt und für die Behandlung von natürlichen Hitzewallungen in den Wechseljahren empfohlen. Mehr dazu unter https://medmix.at/isoflavone-bei-wechselbeschwerden-erste-wahl/


Selektive Wirkung am protektiven ER-beta

Unter dem Strich entfalten Isoflavone ihre Wirkung am protektiven Östrogen-beta-Rezeptor (ER-beta). Dementsprechend es sich bei den Isoflavonen somit um selektive Östrogenrezeptormodulatoren. Mit anderen Worten bezeichnet man sie als SERM genannt.

Wobei der ER-beta insbesondere in Brust, Uterus, Ovarien, Knochen und Gehirn zu finden ist. Die Aufgabe von ER-beta ist es, den Organismus vor überschießenden Effekten von Östrogen am Östrogen-alpha-Rezeptor zu schützen. Er kontrolliert unter anderem die ER-alpha induzierte schnelle Vermehrung hormonsensitiver Gewebe. Beispielsweise in der Brust, der Gebärmutter sowie den Eierstöcken. Außerdem schützt ER-beta vor Knochenresorption (Osteoporose) sowie vor Hitzewallungen und Depressionen. Aufgrund der bevorzugten Wirkung an ER-beta haben Isoflavone auch keinen Einfluss auf den weiblichen Zyklus.



 

Bestätigte Sicherheit

Unter dem Strich fand die Forschung keine Hinweise auf schädliche Wirkungen der Isoflavone bei peri- und postmenopausalen Frauen. Insbesondere auf hormonsensitive Gewebe wie Brust, Endometrium oder Schilddrüse. Die Sicherheit ist nachgewiesen für eine Langzeiteinnahme von Konzentrationen mit bis zu 150 mg Isoflavone täglich. Und zwar über mindestens drei Jahre.

 

Isoflavone für andere Anwendungen neben der Therapie von Wechselbeschwerden

Isoflavone (vor allem Genistein) zeigten in großen Studien auch eine Reduktion des Brustkrebsrisikos. Darüber hinaus profitierten in Langzeitstudien auch Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt waren. Wobei es zu keinen unerwünschten Wechselwirkungen mit Tamoxifen und Anastrozol kam.

Isoflavone haben jedenfalls eine bedeutende Relevanz für die menschliche Gesundheit. Dazu gehört insbesondere die Reduktion des Krebsrisikos bei gewissen Formen von Lungenkrebs oder von endokrinen gynäkologischen Tumoren wie Endometrium- und Eierstockkrebs.

Weiter können Soja-Isoflavone den systolischen Blutdruck senken, die systemische arterielle Compliance verbessern und die arterielle Steifheit vermindern. Sie unterstützen auch das Abnehmen bei postmenopausalen Frauen.




Sommerhitze trifft Hitzewallungen: Isoflavone für Balance im Wechsel

Regelmäßige Hitzewallungen sind typische Symptome der Wechseljahre. © Image Point Fr / shutterstock.com
Regelmäßige Hitzewallungen sind typische Symptome der Wechseljahre. © Image Point Fr / shutterstock.com

Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind bei hohen Temperaturen besonders störend. Isoflavone können die unangenehmen Symptome lindern. Mehr dazu unter https://medmix.at/sommerhitze-trifft-hitzewallungen-isoflavone-fuer-balance-im-wechsel/


Literatur:

Chen LR, Ko NY, Chen KH. Isoflavone Supplements for Menopausal Women: A Systematic Review. Nutrients. 2019 Nov 4;11(11):2649. doi: 10.3390/nu11112649. PMID: 31689947; PMCID: PMC6893524.


Quelle:

Statement Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Wien

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