Medizin · Frauen-, Männer- & Kindergesundheit

Ohne Antibiotika eine unkomplizierte Blasenentzündung behandeln

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Für sonst gesunde Frauen mit leichten bis mittelschweren Symptomen ist die symptomatische Behandlung einer Blasenentzündung häufig ausreichend und das Risiko von Komplikationen gering. © thailoei92 / shutterstock.com
Für sonst gesunde Frauen mit leichten bis mittelschweren Symptomen ist die symptomatische Behandlung einer Blasenentzündung häufig ausreichend und das Risiko von Komplikationen gering. © thailoei92 / shutterstock.com

Zwei von drei Frauen können eine unkomplizierte Blasenentzündung ohne Antibiotika behandeln. Meist reicht es aus, die Schmerzen beispielsweise mit Ibuprofen zu lindern.

Forschende konnten unlängst interessante neue Einsichten zur Wirksamkeit der Behandlung einer Blasenentzündung ohne Antibiotika (stattdessen Schmerzmittel wie Ibuprofen gegen die Schmerzen) bieten. Sie haben in diesem Sinne die Wirksamkeit von Schmerzmitteln bei der Behandlung von Blasenentzündungen bei Frauen nach den Wechseljahren untersucht. Es zeigte sich, dass zwei Drittel der betroffenen Frauen mit einer unkomplizierten Blasenentzündung ohne den Einsatz von Antibiotika, sondern nur mit dem Schmerzmittel Ibuprofen, gesund wurden.

 

Ibuprofen, aber ohne Antibiotika bei einer unkomplizierten Blasenentzündung

In der Studie wurden fast 500 Patientinnen aus 42 Hausarztpraxen in Norddeutschland zwischen 2012 und 2014 untersucht. Diese Frauen, die typische Symptome einer Harnwegsinfektion aufwiesen, wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt sofort Antibiotika, die andere das schmerzlindernde Medikament Ibuprofen. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen sollten die Frauen sich erneut beim Arzt melden.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine Behandlung mit Schmerzmitteln oft ausreicht, um die Infektion zu überwinden, wobei das Risiko für Komplikationen, wie Nierenbeckenentzündungen, gering ist. Diese Erkenntnis bietet eine neue Grundlage für die Beratung von Patientinnen bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen und unterstützt den bedachten Umgang mit Antibiotika.

 

Mögliche Änderungen in der Behandlungspraxis

Auf Basis der Studienergebnisse könnte die bisherige Praxis, bei Blasenentzündungen sofort Antibiotika zu verschreiben, überdacht werden. Stattdessen könnte ein Ansatz mit „verspäteten Rezepten“ (delayed prescription) in Betracht gezogen werden, bei dem Patientinnen nur bei Nichtbesserung der Symptome ein Antibiotikum einnehmen.

Die Erkenntnisse der Studie könnten die Behandlung einer Blasenentzündung beeinflussen und den Fokus stärker auf Behandlungen ohne Antibiotika legen. Dies unterstreicht die Bedeutung alternativer Therapieansätze und den verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika zur Vermeidung von Resistenzen.


Literatur:

Gágyor I, Bleidorn J, Kochen MM, Schmiemann G, Wegscheider K, Hummers-Pradier E. Ibuprofen versus fosfomycin for uncomplicated urinary tract infection in women: randomised controlled trial. BMJ. 2015 Dec 23;351:h6544. doi: 10.1136/bmj.h6544. PMID: 26698878; PMCID: PMC4688879.

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