Freitag, Februar 23, 2024

Adipositas, Fettleibigkeit, bei Kindern und bei Jugendlichen

Die Leitlinie Adipositas im Kindesalter zeigt große Chancen bei Vorbeugung und Therapie der Fettleibigkeit bei Kindern und bei Jugendlichen.

Im Grunde genommen ist es häufig von Erfolg gekrönt, wenn man schon im Grundschulalter gegen Fettleibigkeit bei Kindern früh einschreitet. Dementsprechend ist das sehr wichtig für die weitere Gesundheit des Kindes. Die aktualisierte Leitlinie zur Adipositas im Kindesalter hat Empfehlungen zur Therapie von Fettleibigkeit bei Kindern wissenschaftlich überprüft.

 

Adipositas-Leitlinie zur Behandlung der Fettleibigkeit bei Kindern

Der Inhalt der Leitlinie belegt einen Paradigmenwechsel, denn die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen: Die Schuld an einer Fettleibigkeit, Adipositas, liegt nicht primär bei den Kindern oder deren Familien. Sie liegt vielmehr an adipogenen Lebensbedingungen in unseren Breiten. Unser Einfluss darauf ist enden wollend.

Für eine Prävention der Adipositas sind vor allem verhältnispräventive Maßnahmen nötig, die durch Gesellschaft und Politik initiiert werden müssen. Dazu gehört beispielsweise die Reduktion des Zuckerangebots.

 

Bewegungs-, Ernährungs- und Verhaltenstherapie

Die Anleitung und Schulung des Betroffenen verspricht allerdings auch Erfolg. Und zwar wenn man das Ziel verfolgt, den persönlichen Lebensstil in einer multimodalen Therapie der Adipositas zu ändern. Meistens kommt hierzu eine Kombination von Bewegungs-, Ernährungs- und Verhaltenstherapie zum Einsatz. Insbesondere die spezielle Schulung von Kindern im Grundschulalter sowie vor allem ihrer Familien zeigt messbar positive Effekte.

Dennoch heißt es in der Leitlinie zur „Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ eher ernüchternd, dass die „erreichten Therapieeffekte eher gering“ sind und „oft nicht den Erwartungen der Betroffenen“ entsprechen.

 

Fettleibigkeit: Ambulant vor stationär bei der Adipositas-Therapie

Unter dem Strich bestehen einige Hürden bei der kindgerechten Therapie. Einerseits ist zwar bekannt, dass Kinder und Jugendliche gerade von ambulanten Angeboten gut und nachhaltig profitieren können. Daher gilt für die Adipositas-Therapie ganz klar die Empfehlung `ambulant vor stationär´. Andererseits gibt es aber zu wenig Plätze für diese Konzepte. Und zwar um das betroffene Kind inmitten von Familie, Schule und Freundeskreis betreuen zu können. Der Grund dafür ist, dass die Krankenkassen noch immer ambulante Angebote nur zögerlich unterstützen.

Im Grunde genommen benötiget man bundesweit dementsprechend gute Schulungsangebote für junge Kinder und deren Familien. Die Leitlinie betont, dass allen Betroffenen der Zugang zu einem Schulungsprogramm ermöglicht werden sollte. Dies gilt auch für den ländlichen Bereich, in dem die Adipositas öfter vorkommt als in der Stadt. Die Einrichtung solcher Programme und deren Durchführung sollte in enger Zusammenarbeit mit den Krankenkassen erfolgen.

Allerdings liegt die Erfolgsrate bei Jugendlichen mit extremer Adipositas deutlich niedriger als bei jüngeren Kindern mit Fettleibigkeit. Für diese etwas älteren jungen Menschen benötigt man innovative Therapiekonzepte.

 

Lebensstil und Lebensgesundheit

Im Grunde genommen ist aber deutlich, dass gerade bei den betroffenen sehr jungen Menschen mit Adipositas gesunde Änderungen des Lebensstils einen nachhaltigen Einfluss auf die Lebensgesundheit haben können. Auch die neu erschiene Leitlinie zur Adipositas im Kindesalter betont, dass Adipositas das Ergebnis des Lebensstils unserer Gesellschaft ist.

Schließlich seien tiefergreifende Änderungen erforderlich, damit Kinder gesunde aufwachsen. Dafür ist allerdings eine starke politische Unterstützung nötig ist.


Quellen:

Leitlinie online: Evidenzbasierte (S3-) Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindesalter und Jugendalter (AGA, AWMF-Nr. 050-002): „Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter“.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ist Mitherausgeberin des Papiers, das gemeinsam von 40 ExpertInnen aus 16 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und weiteren Organisationen erarbeitet wurde.

 

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ),

Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindesalter (AGA), Deutschen Adipositas Gesellschaft

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