Dienstag, Mai 21, 2024

Hirntumor-Behandlung in spezialisierten Zentren

Im Rahmen des Welthirntumortags rücken Experten neue Diagnoseverfahren und Fortschritte in der Hirntumor-Behandlung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Welt-Hirntumor-Tages informiert das Zentrum für Hirntumoren (ZHT) des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) über neue Diagnose- und Therapieverfahren in der Hirntumor-Behandlung. Bedeutend bei Diagnose Hirntumor: Eine aktuelle Studie des UKR ergab, dass sich die Hirntumor-Behandlung in einem spezialisierten Zentrum positiv auf die Prognose der betroffenen Patienten auswirkt.

 

Von der Diagnose bis zur Therapie: Fortschritte der Hirntumor-Behandlung

Vorteile der Hirntumor-Behandlung mittels interdisziplinärer Zusammenarbeit im spezialisierten Zentrum wurde in der aktuellen Studie des ZHT unter Betrachtung der Behandlungsgüte und der Prognose bei Glioblastomen, der gefährlichsten Hirntumorart, untersucht. Das interdisziplinäre Zusammenwirken verschiedener Fachbereiche sowie die Nähe zu Wissenschaft und Forschung scheinen einen positiven Effekt auf die Überlebensdauer und die Prognose für die Patienten zu haben“, führt Professor Dr. Alexander Brawanski, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKR, aus. Denn es stiegen die durchschnittliche Überlebensdauer sowie die rezidivfreie Zeit für Patienten bei einer Hirntumor-Behandlung durchschnittlich drei bis vier Monate. Dazu trugen auch moderne Operationsverfahren und ein Zusammenspiel verschiedener Therapieangebote bei, die eben in einem spezialisierten Behandlungszentrum angeboten werden können. „Und selbst, wenn es zu einem Erkrankungsrezidiv kommt, sind wir aufgrund dieser sehr modernen Therapieformen heute häufig in der Lage, die Patienten entweder erneut zu operieren, zu bestrahlen oder mit Medikamenten zu behandeln, was früher leider oft nicht mehr möglich war“, ergänzt Professor Dr. Oliver Kölbl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des UKR.

 

Neuropathologie und Hirntumor-Behandlung

Die Neuropathologie ist heute ein zentrales Element in einem interdisziplinären Behandlungskonzept. In diesem Fachbereich hat es in den letzten Jahren große Fortschritte in Bezug auf die Diagnostik von Hirntumoren gegeben.

Deswegen wurde heuer, 2016, die Klassifikation von Hirntumoren durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geändert. Um Hirntumoren noch besser einordnen zu können, sind seitdem zusätzliche molekulargenetische Untersuchungen erforderlich. Durch die molekulare Zusatzdiagnostik kann nicht nur genauer bestimmt werden, um welche Tumorart es sich handelt, es können auch Aussagen darüber getroffen werden, welche Therapieform sich am besten für den einzelnen Patienten eignet.

Des Weiteren kann durch die neuropathologische Untersuchung des Tumorgewebes die Wirksamkeit von Therapien eingeschätzt werden. Auch wenn beispielsweise bei Rezidiven die Standardverfahren bereits ausgeschöpft sind, kann die Neuropathologie gezielt nach Veränderungen im Tumor suchen und so Hinweise darauf geben, wie diese spezifisch behandelt werden können.

„Die Neuropathologie ist in der Hirntumor-Behandlung ein zentrales Element. Durch sie kann die Therapie ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung optimal auf die jeweilige Tumorform zugeschnitten werden. Innovative neuropathologische Diagnostikverfahren erweitern das Therapieangebot bei Hirntumoren zusätzlich und zeigen ganz neue Möglichkeiten auf. All dies trägt zur Verbesserung der Behandlungsqualität unserer Patienten bei“, erläutert Professor Dr. Markus Riemenschneider, Leiter der Abteilung für Neuropathologie des UKR.

Neue Chancen in der Hirntumor-Behandlung bietet auch die Immunmedizin. „Der Immuntherapie wird künftig eine revolutionäre Rolle in der Krebsmedizin zukommen. Aktuelle wissenschaftliche Bestrebungen zielen darauf ab, die Immunabwehr des Menschen gezielt zur Bekämpfung von Tumorzellen zu aktivieren“, betont Professor Dr. Peter Hau, Leiter der Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie im ZHT.

Welt-Hirntumor-Tag

Hirntumoren im Vergleich zu anderen Krebsarten eher selten, zählen aber zu den schwerwiegendsten. Ziel des jährlich im Juni von der Deutschen Hirntumorhilfe initiierten Welt-Hirntumor-Tages ist es deshalb, die Erkrankung, ihre Patienten und die Forschung in die Öffentlichkeit zu rücken.

Das Zentrum für Hirntumoren des UKR informiert daher am Samstag, dem 18. Juni 2016, von 10:00 bis 13:00 Uhr im Café Hotel Goldenes Kreuz in Regensburg Patienten, Angehörige und Interessierte über die aktuellen Entwicklungen in der Therapie von Hirntumoren. Besucher der Veranstaltung erfahren, welche Vorteile die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb eines spezialisierten Zentrums in der Hirntumor-Behandlung bietet.

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