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Eingerissene Mundwinkel im Winter: Wie entstehen sie und wie können sie verhindert werden

Eingerissene Mundwinkel sind im Winter besonders häufig: Kälte draußen und trockene Heizungsluft drinnen setzen der empfindlichen Haut zu. Hier erfahren Sie, woher die Risse kommen, was hilft und wann Sie besser zum Arzt gehen.

7 Min. Lesezeit

Eingerissene Mundwinkel im Winter: Mann trägt draußen in der Kälte Lippenpflege auf
Inhalt
  1. Eingerissene Mundwinkel: Was hinter den Mundwinkelrhagaden steckt
  2. Warum Mundwinkel gerade im Winter einreißen
  3. Pilze, Bakterien, Mängel: weitere Ursachen für Faulecken
  4. Was bei eingerissenen Mundwinkeln wirklich hilft
  5. Wann zum Arzt bei eingerissenen Mundwinkeln?
  6. Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Eingerissene Mundwinkel
  7. Quellen

Eingerissene Mundwinkel sind im Winter besonders häufig: draußen Kälte und drinnen trockene Heizungsluft setzen der empfindlichen Haut zu, und jedes Lächeln, Gähnen oder Abbeißen reißt die Haut an den Winkeln wieder auf. Meist steckt nichts Ernstes dahinter, und mit der richtigen Pflege heilen die Stellen rasch ab. Manchmal sind aber Pilze oder Bakterien beteiligt, oder die Risse weisen auf einen Mangel oder eine Grunderkrankung hin. Hier erfahren Sie, woher die Risse kommen, was Sie selbst tun können, welche Behandlung es gibt und bei welchen Warnzeichen Sie Ihre Mundwinkel ärztlich ansehen lassen sollten.

Eingerissene Mundwinkel: Was hinter den Mundwinkelrhagaden steckt

Fachleute sprechen von Mundwinkelrhagaden oder Cheilitis angularis, im Volksmund heißen die Einrisse auch Faulecken. Gemeint sind kleine, oft schmerzhafte Risse in einem oder beiden Mundwinkeln, meist mit geröteter, manchmal nässender oder verkrusteter Haut rundherum. Laut dem österreichischen Gesundheitsportal reißt die Haut vor allem durch Überdehnung und fehlende Elastizität ein. Teils zeigen sich auch weiße Beläge.

Dass gerade die Mundwinkel betroffen sind, hat einen einfachen Grund: Hier trifft die Gesichtshaut auf die Mundschleimhaut, und die Stelle arbeitet wie ein Scharnier, das beim Essen, Trinken und Sprechen ständig bewegt wird. Die Hautdatenbank DermNet beschreibt als häufigste Ursache, dass Speichel lange in den Mundwinkeln steht. Seine Verdauungsenzyme reizen die Haut ähnlich wie bei einem Kontaktekzem.

Betroffen sein kann jeder, vom Kind bis zum älteren Menschen. Eine Übersichtsarbeit in der Wiener Medizinischen Wochenschrift (2024) beschreibt zwei Altersgipfel, einen in der Kindheit und einen bei Erwachsenen, und eine Zunahme mit dem Alter. Die gute Nachricht: Ansteckend sind die Einrisse laut DermNet nicht.

Warum Mundwinkel gerade im Winter einreißen

Im Winter kommen mehrere Auslöser zusammen. Das Gesundheitsportal nennt ausdrücklich sehr kalte, trockene Luft im Freien und überheizte Innenräume. Ist die Haut erst einmal trocken, genügen schon leichte Mundbewegungen, damit sie einreißt. Auch typische Erkältungskrankheiten nennt das Gesundheitsportal in diesem Zusammenhang. Wer mit verstopfter Nase durch den Mund atmet, trocknet die Lippen zusätzlich aus. DermNet zählt deshalb auch ausreichendes Trinken zu den allgemeinen Maßnahmen, die der Haut helfen.

Ein typischer Teufelskreis ist das Lippenlecken. Spröde Lippen fühlen sich unangenehm an, also fährt man mit der Zunge darüber. Der Speichel verdunstet, die Haut wird noch trockener, und Speichelreste sammeln sich in den Mundwinkeln. DermNet hält fest, dass Lecken die Beschwerden verschlimmert. Besser ist es, für unterwegs eine Lippenpflege einzustecken.

Nicht vergessen werden sollten auch Medikamente. Wer Kortison inhaliert oder Antibiotika nimmt, hat ein höheres Risiko für einen Pilzbefall im Mund, der auf die Mundwinkel übergreifen kann. DermNet empfiehlt daher, nach dem Inhalieren von Kortison den Mund auszuspülen.

Pilze, Bakterien, Mängel: weitere Ursachen für Faulecken

In der feuchten, rissigen Haut siedeln sich leicht Keime an. Am häufigsten sind der Hefepilz Candida albicans und das Bakterium Staphylococcus aureus, oft beide zusammen. Eine Studie mit 40 Betroffenen fand bei 33 von ihnen (82,5 %) Keime in den Mundwinkeln. Staphylococcus aureus war in 25 Fällen nachweisbar, Candida in 16 Fällen. Das erklärt, warum manche Risse trotz Pflege nicht abheilen wollen.

Daneben gibt es Ursachen, die im ganzen Körper liegen. Genannt werden:

  • Mangel an Eisen, Vitamin B2, Vitamin B12, Folsäure oder Zink, etwa bei einseitiger Ernährung oder Zöliakie
  • Diabetes mellitus und eine geschwächte Abwehr
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
  • Neurodermitis, besonders bei Kindern
  • schlecht sitzende Zahnprothesen mit zu geringer Bisshöhe und tiefe Falten an den Mundwinkeln
  • Rauchen, rascher Gewichtsverlust und Retinoide zum Einnehmen, etwa gegen schwere Akne, die die Lippen austrocknen

Kehren eingerissene Mundwinkel immer wieder, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Blutwerte. Wie sich ein Eisenmangel von einem B12-Mangel unterscheidet, lesen Sie in unserem eigenen Beitrag.

Was bei eingerissenen Mundwinkeln wirklich hilft

Laut DermNet heilen viele Faulecken von selbst ab. Bei Einrissen, die durch Speichel und Trockenheit entstehen, reicht oft schon eine fetthaltige Lippenpflege oder dicke Salbe, die mehrmals täglich aufgetragen wird. Sie schützt die Haut vor Speichel und hält sie geschmeidig. Wie viel ein Schutzfilm bringen kann, zeigt eine randomisierte Studie aus 2026: Bei Kindern, denen vor einer Mandeloperation eine Salbe mit Dexpanthenol auf die Mundwinkel aufgetragen wurde, hatten am Tag nach der Operation 9,8 % eingerissene Mundwinkel, ohne Salbe waren es 44 %.

Im Alltag helfen einfache Schritte:

  • Lippen nicht ablecken, stattdessen Pflegestift oder Salbe griffbereit haben
  • draußen bei Kälte Mund und Lippen mit einem Schal schützen
  • Heizung nicht zu stark aufdrehen und regelmäßig stoßlüften
  • Prothesen gut reinigen und den Sitz beim Zahnarzt prüfen lassen
  • nach dem Inhalieren von Kortison den Mund ausspülen

Sind Pilze oder Bakterien beteiligt, kommen je nach Ursache Salben gegen Pilze, gegen Bakterien oder entzündungshemmende Wirkstoffe in Frage, manchmal auch kombiniert. Eine Übersichtsarbeit aus 2020 merkt an, dass Pilzmittel zwar meist zuerst verwendet werden, ihre Wirksamkeit aber nur durch wenige ältere Studien belegt ist. Welche Salbe passt, sollten Sie daher ärztlich abklären lassen, statt selbst zu experimentieren. Mit passender Behandlung bessern sich die Risse laut DermNet meist in den ersten Tagen und heilen in der Regel innerhalb von zwei Wochen ab.

Wann zum Arzt bei eingerissenen Mundwinkeln?

Die meisten Einrisse sind harmlos. Ärztlich ansehen lassen sollten Sie die Mundwinkel aber, wenn eines dieser Warnzeichen zutrifft:

  • Die Risse bessern sich trotz guter Pflege nach rund zwei Wochen nicht.
  • Eingerissene Mundwinkel kommen immer wieder.
  • Es zeigen sich weiße Beläge im Mund oder an den Mundwinkeln (Hinweis auf einen Pilz).
  • Es bilden sich Bläschen oder honiggelbe Krusten, die sich ausbreiten, etwa bei Lippenherpes oder einer bakteriellen Hautinfektion.
  • Nur ein Mundwinkel ist betroffen und der Einriss heilt nicht. Dahinter kann laut DermNet in seltenen Fällen auch eine Syphilis stecken.
  • Sie fühlen sich zugleich müde und blass, haben Diabetes oder eine geschwächte Abwehr.

Erste Anlaufstellen sind laut Gesundheitsportal die Hausärztin oder der Hausarzt, die Zahnärztin oder der Zahnarzt und die Hautärztin oder der Hautarzt. In der Praxis wird die Stelle genau angesehen, bei Bedarf ein Abstrich genommen und Blut untersucht, gelegentlich auch ein Allergietest gemacht. Notwendige Untersuchungen und Behandlungen übernimmt in Österreich die Krankenversicherung über die e-card. Rötungen und kleine Knötchen rund um den ganzen Mund können auch eine andere Ursache haben, etwa eine periorale Dermatitis.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Eingerissene Mundwinkel

Was hilft schnell gegen eingerissene Mundwinkel?

Am schnellsten hilft es, die Mundwinkel mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Lippenpflege oder Salbe zu schützen und die Lippen nicht abzulecken. So kann die Haut in Ruhe heilen. Bessert sich nach einigen Tagen nichts, oder sehen Sie weiße Beläge oder Krusten, sollte ärztlich geklärt werden, ob Pilze oder Bakterien beteiligt sind.

Welcher Mangel steckt hinter eingerissenen Mundwinkeln?

Häufig genannt werden ein Mangel an Eisen sowie an Vitaminen der B-Gruppe, etwa Vitamin B2, B12 oder Folsäure, außerdem Zink. Meist sind aber Trockenheit und Speichel die Ursache. Kehren die Risse immer wieder, kann eine Blutuntersuchung beim Hausarzt klären, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt.

Sind eingerissene Mundwinkel ansteckend?

Nein, eingerissene Mundwinkel gelten als nicht ansteckend. Anders ist es, wenn eigentlich Lippenherpes mit Bläschen dahintersteckt oder sich eine bakterielle Hautinfektion mit honiggelben Krusten ausbreitet. Dann sollten Sie Handtücher, Gläser und Besteck nicht mit anderen teilen und die betroffene Stelle möglichst bald ärztlich ansehen lassen.

Wie lange dauert es, bis Mundwinkelrhagaden abheilen?

Mit passender Behandlung zeigt sich meist schon in den ersten Tagen eine Besserung, in der Regel sind die Risse innerhalb von zwei Wochen abgeheilt. Dauert es länger oder kommen die Einrisse immer wieder, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen, etwa einen Pilz, einen Mangel oder eine schlecht sitzende Prothese.

Warum reißen die Mundwinkel im Winter häufiger ein?

Kalte, trockene Luft draußen und Heizungsluft drinnen trocknen die Haut aus. Bei Erkältungen atmen viele durch den Mund und lecken öfter über die Lippen. Trockene Haut verliert an Elastizität, sodass schon leichte Mundbewegungen genügen, damit die Mundwinkel einreißen. Eine fetthaltige Lippenpflege beugt dem gut vor.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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