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Blasen auf der Haut: Woher sie plötzlich kommen – und wann Sie zum Arzt sollten

Blasen auf der Haut entstehen meist durch Reibung oder Hitze und heilen von selbst. Manchmal stecken aber Viren, Bakterien, eine Autoimmunerkrankung oder ein Medikament dahinter.

7 Min. Lesezeit

Ältere Frau und ihre erwachsene Tochter sprechen am Küchentisch über Blasen auf der Haut
Inhalt
  1. Wie entstehen Blasen auf der Haut?
  2. Brandblasen und Hautreaktionen: wenn Hitze oder Reizstoffe die Haut schädigen
  3. Bläschen durch Viren und Bakterien: Gürtelrose, Fieberblasen, Borkenflechte
  4. Juckende Blasen im Alter: an ein bullöses Pemphigoid denken
  5. Blasen auf der Haut: Wann zum Arzt?
  6. Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Blasen auf der Haut
  7. Quellen

Blasen auf der Haut entstehen meist durch Reibung oder Hitze und heilen dann von selbst ab. Manchmal stecken aber Viren, Bakterien, eine Autoimmunerkrankung oder eine Reaktion auf ein Medikament dahinter. Gerade in der kalten Jahreszeit kommen typische Auslöser zusammen: heiße Getränke und Wärmflaschen, Fieberblasen nach einer Erkältung oder eine Gürtelrose. Hier erfahren Sie, wie Sie die häufigsten Ursachen auseinanderhalten, was Sie selbst tun können, warum juckende Blasen bei älteren Menschen ernst genommen werden sollten und bei welchen Warnzeichen Sie rasch ärztliche Hilfe brauchen.

Wie entstehen Blasen auf der Haut?

Eine Blase ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in oder unter der Oberhaut. Die Flüssigkeit polstert die verletzte Stelle und schützt sie, während darunter neue Haut nachwächst. Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS entstehen Blasen meist durch Reibung, Verbrennungen und Hautreaktionen, etwa eine allergische Reaktion. Sind zusätzlich kleine Blutgefäße in der Haut verletzt, füllt sich die Blase mit Blut. Man spricht dann von einer Blutblase.

Die klassische Reibungsblase kennen fast alle: neue Schuhe, eine lange Wanderung, ungewohnte Gartenarbeit. Sie sitzt an Stellen, die gescheuert haben, und tut eher weh, als dass sie juckt. Die meisten solchen Blasen heilen laut NHS innerhalb einer Woche ab, ohne dass ein Arztbesuch nötig ist. Wichtig ist, sie nicht selbst aufzustechen. Platzt eine Blase von allein, lassen Sie die Flüssigkeit abfließen, lassen die Haut als Schutzdach liegen und decken die Stelle mit einem Pflaster ab. Tipps zur Vorbeugung finden Sie im Artikel Blasen an den Füßen vorbeugen und behandeln.

Stutzig machen sollte Sie dagegen, wenn Blasen ohne erkennbaren Druck oder Reiz auftreten, stark jucken, an mehreren Körperstellen gleichzeitig erscheinen oder immer wiederkommen. Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Brandblasen und Hautreaktionen: wenn Hitze oder Reizstoffe die Haut schädigen

Brandblasen sind ein Zeichen für eine Verbrennung oder Verbrühung zweiten Grades. Laut dem österreichischen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at sind Rötung und Blasenbildung dafür typisch. Im Winter passieren solche Verletzungen oft im Alltag, etwa mit heißem Tee, Suppe oder Wasserdampf.

So helfen Sie richtig:

  • Die Stelle rasch mit lauwarmem oder kühlem Wasser kühlen, bei Erwachsenen etwa 15 bis 20 Minuten, bei Kindern höchstens zehn Minuten.
  • Kein Eis und kein eiskaltes Wasser verwenden, das kann das Gewebe zusätzlich schädigen.
  • Brandblasen nicht öffnen, damit die Wunde sich nicht infiziert.
  • Großflächige Verbrennungen nicht kühlen, sondern die Person vor dem Auskühlen schützen und die Rettung unter 144 rufen.

Ab dem zweiten Grad, also sobald sich Blasen bilden, rät gesundheit.gv.at, ärztlichen Rat einzuholen. Besonders heikel sind Verbrennungen an Gesicht, Hals, Händen, Füßen, großen Gelenken und im Genitalbereich.

Auch die Haut selbst kann mit Blasen reagieren, etwa nach Kontakt mit Brennnesseln, Pflanzensäften oder Inhaltsstoffen von Pflegeprodukten. Bei einem allergischen Kontaktekzem bilden sich oft kleine, juckende Bläschen genau dort, wo der Auslöser die Haut berührt hat. Mehr dazu lesen Sie unter Kontaktekzem und Hautallergie.

Bläschen durch Viren und Bakterien: Gürtelrose, Fieberblasen, Borkenflechte

Mehrere Infektionen zeigen sich mit Bläschen. Die bekannteste ist die Gürtelrose. Sie entsteht, wenn das Windpockenvirus, das nach einer Windpockenerkrankung im Körper bleibt, wieder aktiv wird. Laut gesundheit.gv.at erkranken im Laufe des Lebens etwa drei von zehn Personen daran. Zuerst fühlen sich viele abgeschlagen oder fiebrig. Nach zwei bis drei Tagen folgen brennende, oft starke Schmerzen und ein Ausschlag, der sich meist von der Wirbelsäule aus gürtelförmig auf einer Körperhälfte ausbreitet. Daraus entwickeln sich Bläschen, deren Flüssigkeit ansteckend ist. Die Behandlung mit antiviralen Medikamenten sollte früh beginnen, am besten innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags. Wie Sie sich mit der Impfung schützen, lesen Sie im Artikel Gürtelrose-Impfung 2026.

Fieberblasen an der Lippe gehen auf Herpes-simplex-Viren zurück. Sie melden sich oft mit Kribbeln und tauchen gern auf, wenn das Immunsystem durch eine Erkältung, Stress oder Sonne belastet ist.

Bei Kindern ist die Borkenflechte (Impetigo contagiosa) häufig, eine bakterielle Hautinfektion mit Bläschen, die rasch zu gelblichen Krusten eintrocknen. Laut einem Informationsblatt des Landes Tirol ist sie sehr ansteckend und wird durch direkten Kontakt übertragen. Je nach Schwere ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Wird sie durch Streptokokken verursacht, dürfen Kinder 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie wieder in den Kindergarten, sonst erst nach dem Abheilen aller Hautstellen.

Juckende Blasen im Alter: an ein bullöses Pemphigoid denken

Treten bei älteren Menschen juckende Blasen auf, ohne dass ein Auslöser erkennbar ist, kann ein bullöses Pemphigoid dahinterstecken. Laut einer Übersichtsarbeit von Kridin und Ludwig (2018) ist es die häufigste Form der blasenbildenden Autoimmunerkrankungen, bei denen sich die Abwehr gegen Bestandteile der eigenen Haut richtet. Die Erkrankung betrifft typischerweise ältere Menschen, besonders über 70. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt je nach Studie zwischen 66 und 83 Jahren. Bei über 80-Jährigen steigt die Rate auf 190 bis 312 Fälle pro Million Menschen. In den zwei Jahrzehnten vor Erscheinen der Arbeit hat sich die Häufigkeit um das 1,9- bis 4,3-Fache erhöht.

Laut dem deutschen Gesundheitsportal gesund.bund.de bilden sich die Blasen meist am Rumpf sowie an Armen und Beinen, und die Haut juckt häufig stark. Die Haut kann schon länger geschädigt sein, bevor sich überhaupt Blasen zeigen. Hartnäckiger Juckreiz mit Rötungen ohne klare Ursache sollte bei Älteren daher hautärztlich abgeklärt werden.

Die Übersichtsarbeit nennt mehrere Risikofaktoren. Zwischen 28 und 56 Prozent der Betroffenen haben eine neurologische Erkrankung, etwa eine Demenz oder einen Schlaganfall. Auch bestimmte Arzneimittel stehen im Verdacht, darunter eine Gruppe von Diabetesmedikamenten, die DPP-4-Hemmer. Setzen Sie Medikamente deshalb nie eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie einen Verdacht mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Hintergründe zu verwandten Erkrankungen finden Sie im Artikel Bullöse Dermatose: blasenbildende Autoimmunerkrankungen der Haut.

Blasen auf der Haut: Wann zum Arzt?

Die meisten Blasen sind harmlos. Der NHS rät aber zu ärztlicher Abklärung, wenn

  • eine Blase sehr schmerzt oder immer wiederkommt,
  • die Haut entzündet wirkt, also heiß ist, oder die Blase mit gelbem oder grünem Eiter gefüllt ist,
  • eine Blase an ungewöhnlicher Stelle sitzt, etwa an Augenlidern, im Mund oder im Genitalbereich,
  • mehrere Blasen auf der Haut ohne Grund aufgetreten sind,
  • eine Blase durch eine Verbrennung, Verbrühung, einen Sonnenbrand oder eine allergische Reaktion entstanden ist.

Ein Notfall ist es, wenn nach Beginn eines neuen Medikaments Fieber, ein Ausschlag und Blasen an Lippen, Mund oder Augen auftreten. Dahinter kann ein Stevens-Johnson-Syndrom stecken, eine seltene, aber schwere Hautreaktion, die laut NHS meist durch Medikamente ausgelöst wird. Sie beginnt oft wie eine Grippe mit Fieber, Halsschmerzen, Husten und Gelenkschmerzen. Einige Tage später folgt ein Ausschlag, Blasen und wunde Stellen können an Lippen, Mund, Rachen, Augen und Genitalien entstehen. Rufen Sie dann sofort die Rettung unter 144.

Rasch ärztliche Hilfe brauchen auch Menschen mit Gürtelrose im Gesicht oder am Auge, Säuglinge, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Menschen mit Diabetes, deren Wunden oft schlechter heilen. Wenn Sie unsicher sind, wie dringend es ist, hilft die Gesundheitsberatung unter 1450 rund um die Uhr weiter.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) – Blasen auf der Haut

Soll man eine Blase aufstechen?

Nein. Die Haut über der Blase schützt die Wunde vor Keimen. Stechen Sie Blasen daher nicht selbst auf, das gilt besonders für Brandblasen. Platzt eine Blase von allein, lassen Sie die Flüssigkeit abfließen, lassen die Hautdecke liegen und kleben ein Pflaster darüber. Große oder sehr schmerzhafte Blasen gehören in ärztliche Hände.

Was bedeuten Blasen auf der Haut ohne Grund?

Bilden sich mehrere Blasen ohne Reibung, Hitze oder Kontakt mit einem Reizstoff, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Mögliche Ursachen sind Infektionen wie Gürtelrose, eine Allergie, eine Reaktion auf ein Medikament oder eine Autoimmunerkrankung wie das bullöse Pemphigoid, das vor allem ältere Menschen betrifft.

Sind Blasen auf der Haut ansteckend?

Reibungsblasen und Brandblasen sind nicht ansteckend. Anders ist das bei Infektionen: Die Flüssigkeit in den Bläschen einer Gürtelrose enthält Viren, und die Borkenflechte bei Kindern ist sehr ansteckend. Decken Sie solche Stellen ab, waschen Sie häufig die Hände und vermeiden Sie engen Kontakt zu Schwangeren, Säuglingen und Menschen mit schwachem Immunsystem.

Wie lange dauert es, bis eine Blase abheilt?

Eine einfache Blase durch Reibung heilt meist innerhalb einer Woche ab, wenn die Stelle geschont wird. Bei Gürtelrose, Verbrennungen oder Autoimmunerkrankungen hängt die Dauer von der Ursache und der Behandlung ab. Heilt eine Blase nicht, kommt sie immer wieder oder wird sie größer, sollten Sie zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

Welcher Arzt ist bei Blasen auf der Haut zuständig?

Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt. Bei unklaren, wiederkehrenden oder stark juckenden Blasen ist eine Hautärztin oder ein Hautarzt die richtige Adresse, dort kann bei Bedarf auch eine Gewebeprobe untersucht werden. Bei großflächigen Blasen mit Fieber oder nach einem neuen Medikament rufen Sie die Rettung unter 144.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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