Donnerstag, Januar 22, 2026

Corona-Krise: Risikobewusstsein ist im Alter höher

Die gesundheitlichen Auswirkungen einer Corona-Infektion werden von 40 Prozent der Befragten als groß einschätzt. Bei Personen ab 60 Jahren liegt dieser Anteil bei 54 Prozent. Das geht aus dem „Corona-Monitor“ hervor, einer wöchentlichen Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Das Risikobewusstsein ist unter den Personen, die auf Grund ihres Alters stärker gefährdet sind, deutlich höher als unter den jüngeren Altersgruppen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „In allen Altersgruppen fühlt sich die Mehrheit der Befragten gut über das Geschehen zum neuartigen Coronavirus informiert.“

Eine Ansteckung über die Nähe zu anderen Personen wird nach wie vor von der Mehrheit der Befragten (76 %) als ein wahrscheinlicher Übertragungsweg angesehen. Eine Übertragung mittels Türklinken wird nur noch von 48 Prozent als wahrscheinlich eingeschätzt – 15 Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Die Befragten unter 40 Jahren schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung über Bargeld, Lebensmittel, Haustiere sowie Geschirr und Besteck höher ein als ältere Personen ab 60 Jahren.

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wie die Schließung der meisten Geschäfte oder die in einigen Regionen verhängte Ausgangssperre werden von der Bevölkerung in Deutschland als weniger angemessen beurteilt als noch in den Wochen zuvor. Unverändert hoch blieb dagegen die Akzeptanz von Quarantänemaßnahmen und abgesagten Veranstaltungen.

Personen ab 60 Jahren informieren sich vor allem mithilfe des Fernsehens über das Coronavirus. Das Internet wird dagegen nur von 43 Prozent dieser Altersgruppe als Informationsquelle genannt. Personen unter 40 Jahren nutzen Fernsehen und Internet dagegen ähnlich häufig. Auf die wahrgenommene Informiertheit scheinen diese Unterschiede keinen großen Einfluss zu haben: In allen Altersgruppen fühlt sich die Mehrheit der Befragten gut über das Geschehen zum neuartigen Coronavirus informiert.

Wie in der Vorwoche geben 22 Prozent der Befragten an, aktuell keine Maßnahmen zum Schutz vor einer Corona-Infektion zu ergreifen. Das Tragen von Schutzkleidung wie Masken und Handschuhen scheint sich dagegen immer stärker in allen Altersgruppen durchzusetzen: 23 Prozent aller Befragten geben an, sich mittels Schutzkleidung vor einer Ansteckung schützen zu wollen – im Vergleich zur Vorwoche eine Steigerung um sieben Prozentpunkte. Nach wie vor wird das Meiden der Öffentlichkeit als häufigste Schutzmaßnahme von den Studienteilnehmern genannt (52 %).


Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

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