Samstag, Januar 17, 2026

Zusammenhang von Gedächtnis und Schlaf untersucht

Wichtige Erkenntnisse zum positiven Verhältnis von Gedächtnis und Schlaf zeigen, dass ausreichend Schlaf dabei hilft, sich an bestimmte Dinge besser zu erinnern.

Eine geruhsame Nacht lässt uns frisch und energiegeladen in den Tag starten – dass uns Schlaf gut tut, ist lange kein Geheimnis. Konkretes zu Gedächtnis und Schlaf lieferten Forscher von der britischen Universität Exeter und des Basque Center on Cognition, Brain and Language in ihrer Untersuchung. So zeigte sich, dass Schlaf nicht nur hilft, unsere Erinnerungen zu festigen, er „verdoppelt beinahe die Wahrscheinlichkeit, Informationen abrufen zu können“, so Dr. Nicolas Dumay von der Universität Exeter. Den Erkenntnissen der Studie zufolge, hilft ausreichend Schlaf dabei, sich an bestimmte Dinge besser zu erinnern.



 

Fragen an die 100 Teilnehmer der Studie zu Gedächtnis und Schlaf morgens und abends gestellt

Im Zuge der Studie, wurden 100 Probanden entweder morgens oder abends mit verschiedenen frei erfundenen Worten konfrontiert. Danach wurden die Probanden ersucht, möglichst viele dieser Wörter zu nennen. Anschließend gingen Probanden der morgendlichen Gruppe ihrem Tagesablauf nach, während die Abendgruppe zu Bett ging. Etwa 12 Stunden später, sollten alle Teilnehmer die zuvor gelernten Wörter wiedergeben.

Dabei fiel auf, dass sich Schlaf sehr positiv auf das Erinnerungsvermögen auswirkt. Den Wissenschaftern zufolge, könne die bessere Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses nach ausreichend Schlaf bedeuten, dass spezifische Erinnerungen über die Nacht geschärft werden. Dies wiederum spricht dafür, dass wir aktiv Informationen, die wir für wichtig halten, während des Schlafprozesses im Gehirn wiederholen, so die Einschätzung der Wissenschafter.

Besonders interessant war, dass Probanden manche Wörter bei der ersten Abfrage nicht nennen konnten, sie aber nach Ablauf der zwölf Stunden wieder wussten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schlaf sogar mehr Erinnerungen zurückbringt, als dass er das Vergessen aufhält. „Ausreichend Schlaf sorgt nicht nur dafür, dass unsere Erinnerungen nicht vergessen werden, sondern macht sie zudem besser abrufbar“, sagt Dr. Dumay.

Möglicherweise ist es der Hippocampus, eine innere Struktur des Schläfenlappens, der für die Festigung des Gedächtnisses nach dem Schlafen sorgt. Diese Gehirnregion ist dafür zuständig, Erinnerungen aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu übertragen.

Auch wenn die positive Wirkung des Schlafens hinlänglich bekannt ist, ist die Erkenntnis, dass Erinnerungen auch geschärft und klarer gemacht werden können, neu. Es bedarf weiterer Untersuchungen um dieses Phänomen ausführlicher zu charakterisieren.



Quelle: Sleep not just protects memories against forgetting, it also makes them more accessible. Nicolas Dumay, published online by Cortex on 27 July 2015.

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