Freitag, April 19, 2024

Urologische Probleme bei Jungen, Burschen und jungen Männern

Urologische Probleme bei jungen Männern sind deswegen auch schwierig, weil oft ein passender Ansprechpartner fehlt. Und zwar für Konflikte bei der Entwicklung zum Mann.

Im Grunde genommen erhalten Mädchen durch die naturgegebene Bindung an die Mutter und dem frühen Kontakt zum Gynäkologen hinsichtlich der Beratung zur Kontrazeption mehr Ansprache für ihre Probleme in der Übergangszeit vom Mädchen zur Frau. Bei Jungen und jungen Männern fehlt dagegen oft ein akzeptierter Partner für Urologische Probleme, um beispielsweise befürchtete Erkrankungen ausschließen zu können. Das betrifft die psychischen sowie auch die somatischen Konflikte im Rahmen der körperlichen und psychischen Entwicklung zum Mann. Denn auch für sie stehen aus verschiedenen Gründen eher die Mütter als die Väter beratend zur Seite. Und das ist nicht unbedingt für jeden passend. Deswegen sollten analog zu Gynäkologen hier die Urologen Ansprechpartner sein.

 

Seelische wie körperliche Umstellung für Jungen und jungendlichen Männern während der Pubertät

Die seelische wie körperliche Umstellung während der Pubertät führt zu zahlreichen Fragen und Konflikten bei Jungen und jungendlichen Männern. Das insbesondere in der Phase der Fall, wenn die Entwicklung der geistigen Vernunft damit nicht Schritt hält. Die Probleme beginnen aus einem Schamgefühl heraus. Und wegen beginnender Trennung von den Eltern will man diese gerade zuhause nicht besprechen.

Leider bieten die Medien im Print-, TV- oder Internet-Bereich keine geeigneten Alternativen. Denn sie unterliegen keinerlei Qualitätskontrollen und vermitteln sogar häufig eher kontraproduktive Informationen. Das wiederum verstärkt eher die Unsicherheit, statt sie kleiner zu machen. Die übertriebenen, meist abstrusen oder absurden Darstellungen männlicher Geschlechtsorgane und sexueller Kontakte führen häufig zu erheblichen Minderwertigkeitsgefühlen bis hin zu Angststörungen oder somatoformen Dysfunktionen, ohne dass diese in direktem Dialog korrigiert bzw. erklärt werden können.

Im somatischen Bereich sind hier die Entwicklung der Vorhaut, der Größe des Penis und der Hoden sowie die später optional folgenden Symptome wie Frenulumeinriss, Juckreiz/Brennen beim Wasserlassen und Blut im Sperma zu nennen. Im psychischen Bereich geht es um Aussehen der Genitalien, Entwicklung und Probleme der Erektion und des sexuellen Erlebens. Sowie auch um Phasen der Homosexualität beziehungsweise der Entwicklung der sexuellen Orientierung und um Partnerkonflikte mit gleichaltrigen Mädchen. Hierzu kann sich der Urologe als qualifizierter („geborener“) ärztlicher Begleiter für das ganze Männerleben zukünftig auch in einer Jungen-Sprechstunde engagieren. Damit man diese Lücke im Männerleben schließen kann.


Quelle: Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.

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