Freitag, Januar 16, 2026

Innovative Stimulation mit Hochfrequenz reduziert Bein- und Rückenschmerzen

Eine innovative Hochfrequenz-Stimulation bietet Hoffnung für Menschen mit chronischen Bein- und Rückenschmerzen.

Laut einer Studie aus den USA ist dieses Rückenmarkstimulationsverfahren, das mit 10.000 Hertz (10 kHz) arbeitet, bei Bein- und Rückenschmerzen deutlich effektiver als die traditionelle epidurale Stimulation des Rückenmarks (Spinal Cord Stimulation, SCS), die typischerweise Frequenzen zwischen 30 und 100 Hertz nutzen.

Diese fortschrittliche Methode führt nicht nur zu einer signifikanten Reduktion der Schmerzen und des Bedarfs an Schmerzmitteln, sondern vermeidet auch die oft unangenehmen Parästhesien (Kribbeln oder „Ameisenlaufen“), die bei herkömmlichen Verfahren auftreten können.

 

Ergebnisse der Studie zu Bein- und Rückenschmerzen: Beeindruckende Verbesserungen und geringere Nebenwirkungen durch Stimulation mit Hochfrequenz

In der Studie wurden 198 Patienten aus zehn US-Schmerzzentren, die unter Bein- und Rückenschmerzen litten, in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte erhielt die traditionelle SCS-Behandlung, die andere die Hochfrequenz-Stimulation.

Nach drei Monaten zeigte sich, dass 85 Prozent der mit Hochfrequenz-Stimulation behandelten Patienten mit Rückenschmerzen und 83 Prozent jener mit Beinschmerzen eine Schmerzreduktion von mindestens 50 Prozent erlebten, ohne neurologische Defizite.

Im Vergleich dazu erreichten nur 44 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen und 56 Prozent der Beinschmerzen in der Gruppe mit der herkömmlichen Stimulation ähnliche Ergebnisse.

Die überlegene Wirksamkeit der Hochfrequenztherapie hielt zudem über ein Jahr an, und die Patienten berichteten nicht über Parästhesien. Das war hingegen ein häufiges Problem bei etwa 47 Prozent der Patienten der Vergleichsgruppe.

 

Reduzierter Schmerzmittelbedarf und hohe Patientenzufriedenheit

Bezüglich des Schmerzmittelverbrauchs konnten 36 Prozent der mit Hochfrequenz Behandelten ihren Bedarf an Opioiden reduzieren oder ganz einstellen, verglichen mit 26 Prozent in der herkömmlichen Gruppe. Der durchschnittliche Morphinbedarf sank bei der Hochfrequenz-Stimulation innerhalb eines Jahres um 19 Prozent, bei der traditionellen SCS nur um ein Prozent.

Nach zwölf Monaten verzeichneten 63 Prozent der Hochfrequenzgruppe minimale bis moderate funktionelle Einschränkungen, gegenüber 46 Prozent bei den konventionell Behandelten. Auch die Zufriedenheit mit der Behandlung war höher in der Hochfrequenzgruppe (55 Prozent) als in der SCS-Gruppe (32 Prozent).

 

Zusammenfassung und Ausblick

Die Hochfrequenz-Stimulation zeigt sich als eine vielversprechende Alternative zu medikamentösen und multimodalen Ansätzen in der Behandlung chronischer Beinschmerzen und Rückenschmerzen. Sie bietet eine effektive Linderung der Symptome mit weniger Nebenwirkungen und könnte künftig eine wichtige Rolle in der Schmerztherapie spielen.


Literatur:

Kapural L, Yu C, Doust MW, Gliner BE, Vallejo R, Sitzman BT, Amirdelfan K, Morgan DM, Brown LL, Yearwood TL, Bundschu R, Burton AW, Yang T, Benyamin R, Burgher AH. Novel 10-kHz High-frequency Therapy (HF10 Therapy) Is Superior to Traditional Low-frequency Spinal Cord Stimulation for the Treatment of Chronic Back and Leg Pain. The SENZA-RCT Randomized Controlled Trial. Anesthesiology. 2015 Oct;123(4):851-60. doi: 10.1097/ALN.0000000000000774. PMID: 26218762.

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