Weniger Arginin bei Rheuma: Neue Therapie bei rheumatoide Arthrisis

Zu viel Arginin kann Immunzellen negativ beeinflussen. Das Enzym Arginase hemmt Arginin und könnte so Rheumatoide Arthritis-Therapie verbessern.

Die Aminosäure Arginin beeinflusst unsere Immunzellen und damit auch die Rheumatoide Arthritis sowie andere Autoimmunerkrankungen. Die Verringerung von Arginin mit dem Enzym Arginase könnte deswegen ein Ansatzpunkt für eine bessere Therapie sein.

 

Weniger Arginin mittels Arginase schränkt das Wachstum der für Rheumatoide Arthritis verantwortlichen schädlichen Körperzellen deutlich ein

Forschende konnten unlängst die Funktion der körpereigenen Aminosäure Arginin beim Wachstum von Knochenfresszellen bei rheumatoider Arthritis identifiziert. Eine Reduzierung des Arginins führt zu einer deutlichen Wachstumseinschränkung der in Krankheit schädlichen Körperzellen. Diese rezent publizierten Erkenntnisse können die Grundlage für mögliche neue Therapieansätze bieten.



Rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Ein Merkmal der Krankheit ist das gesteigerte Verschmelzen von körpereigenen Immunzellen (Makrophagen) zu Osteoklasten (Knochenfresszellen). Letzter attackieren dann das Knochengewebe und bauen es ab.

Für den Knochenabbau benötigen diese Osteoklasten – ebenso wie andere Riesenzellen mit mehreren Zellkernen – einen gesteigerten Energieumsatz. Und dazu brauchen sie Arginin.


Vitamin D bei Rheuma wie rheumatoide Arthritis und Fibromyalgie

Zu Vitamin D bei Rheuma gibt es vielversprechende aktuelle Daten. © Carolin Albers / shutterstock.com
Zu Vitamin D bei Rheuma gibt es vielversprechende aktuelle Daten. © Carolin Albers / shutterstock.com

Vitamin D sollte bei Rheuma, rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie bei Vitamin D-Mangel mithilfe von einer Supplementierung ausgeglichen werden. Mehr dazu unter https://medmix.at/vitamin-d-bei-rheuma/


Enzym Arginase verursachte im Tiermodell Mangel an Arginin

Die Froschung konnte jedenfalls im Tiermodell nachweisen, dass ein künstlich herbeigeführter Argininmangel im Körper dazu führt, dass der Metabolismus dieser Riesenzellen gebremst und deren Funktion deutlich reduziert wird.

Dazu verabreichte man das Enzym Arginase, das die Arginin-Levels im Körper senkt. Das Ergebnis war eine verringerte Zahl an Osteoklasten im Knochen, die dadurch weniger Schaden anrichteten.

Einerseits ist das Arginin zwar eine körpereigene Substanz. Andererseits nehmen wie es aber auch über die Nahrung auf. Die zietierten Ergebnisse deuten darauf hin, dass man Knochenfresszellen mittels Restriktion der Argininvorräte im Körper deutlich einbremsen kann.

Arginin ist eine Aminosäure, die für den menschlichen Organismus semi-essenziell ist. Das heißt der Körper bildet sie zwar selbst. Er muss sie allerdings auch über die Nahrung zuführen. Dabei funktioniert das Arginin wie ein Treibstoff für die Zellen. Zudem hat die Aminosäure grundsätzlich aber auch viele andere positive Effekte. Hingegen kann bei Krankheit jedoch das Arginin überschießende Reaktionen der T-Zellen verursachen oder zu unerwünschtem Zellwachstum führen.



 

Arginase könnte die Rheuma-Therapie bei Rheumatoider Arthritis verbessern

Im Grunde genommen kann man diese Reaktionen allerdings durch das Enzym Arginase regulieren. Arginase ist Teil des Harnstoffzyklus in der Leber und auch in Immunzellen. Damit funktioniert das Enzym wie ein Regulator für Arginin. Wobei auch beim Wachstum und der Entwicklung von Immunzellen, die in der Multiplen Sklerose eine Rolle spielen, zu viel Arginin vorkommt. Arginase ist daher ein vielversprechender Ansatzpunkt für neue Optionen bei der Therapie von Rheuma und Rheumatoider Arthritis sowie auch anderen Auto-Immunerkrankungen.

 

Langer Weg bis zu einer wirksamen Behandlung

Experten schränken aber ein, dass es bis zu einer wirksamen Therapie noch ein langer Weg ist. Denn Riesenzellen mit mehreren Zellkernen besitzen die Fähigkeit sich zu adaptieren. Und das ermöglicht ihnen, auch über andere Wege als den Metabolismus von Arginin Energie für ihr Wachstum zu besorgen.


Gesunde Wirkungen der Katzenkralle: gegen Rheumatoide Arthritis, Entzündung & Co

Die Dornen der Katzenkralle, Uncaria tomentosa, sind meist leicht sichelförmig gekrümmt und an der Basis der paarweise angeordneten Blätter gelegen.
Die Dornen der Katzenkralle, Uncaria tomentosa, sind meist leicht sichelförmig gekrümmt und an der Basis der paarweise angeordneten Blätter gelegen.

Die südamerikanische Heilpflanze Katzenkralle, Uncaria tomentosa, zeigt Wirkung bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und verbessert die eingeschränkte Beweglichkeit. Mehr dazu unter https://medmix.at/wirkungen-der-katzenkralle/




 

Literatur:

Brunner, J.S., Vulliard, L., Hofmann, M. et al. Environmental arginine controls multinuclear giant cell metabolism and formation. Nat Commun 11, 431 (2020). https://doi.org/10.1038/s41467-020-14285-1

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