Donnerstag, Juli 4, 2024

Periphere Nervenstimulation bei Rückenschmerzen

Als Schmerztherapie hilft die periphere Nervenstimulation bei chronischen Rückenschmerzen, dass Betroffene weniger Medikamente benötigen und ihre Lebensqualität steigt.

Chronische Schmerzen wie Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem. Wobei auch Millionen Menschen in unseren Breiten darunter leiden. Grundsätzlich spricht man von chronischen Rückenschmerzen, wenn die Beschwerden über mehr als drei Monate hinweg intermittierend oder kontinuierlich auftreten. Die periphere Nervenstimulation ist eine effektive Schmerztherapie, um chronische Rückenschmerzen zu lindern und damit auch die Lebensqualität der Patienten zu steigern.

 

Ursachen für chronische Rückenschmerzen

Meistens ist es oft nicht leicht, die Ursache für chronische Schmerzen zu finden. Dementsprechend schwer sind diese auch zu behandeln – beispielsweise bei Vernarbungen nach Bandscheiben-Operationen. Prinzipiell verursachen oftmals auch verschiedene Verletzungen und Erkrankungen chronische Rückenschmerzen. Dazu zählen beispielsweise auch Nervenschäden sowie Krebs.

Meist beeinträchtigen chronische Rückenschmerzen die Erwerbsfähigkeit und zahlreiche Alltagsaktivitäten sowie ganz allgemein die Lebensqualität. Hier ergänzt die periphere Nervenstimulation wirksam die Therapie vor allem bei schwierig zu behandelnden Rückenschmerzen-Patienten.

 

Periphere Nervenstimulation als Schmerztherapie bei chronischen Rückenschmerzen

Schmerzexperten setzen bei chronischen Rückenschmerzen gerne die periphere Nervenstimulation als eine interventionelle Methode zur Linderung der Schmerzen ein. Dabei erzeugt die Abgabe sanfter Impulse an die peripheren Nerven mittels Elektroden ein angenehmes Kribbelgefühl im stimulierten Schmerzareal. Dies vermindert bei den Patienten in Folge die Schmerzwahrnehmung.

Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen führte nun die periphere Nervenstimulation – abgekürzt PNS – zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen und zu einer besseren Lebensqualität, zusätzlich verringerte sich bei den Betroffenen der Bedarf an Schmerzmitteln.

 

Periphere Nervenstimulation in österreichisch-schweizer Studie brachte positive Effekte

118 Patienten mit Rückenschmerzen aus 11 Zentren in ganz Österreich und der Schweiz nahmen unlängst an einer prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie teil. Die Wissenschaftler untersuchten dabei die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit der peripheren Nervenstimulation.

Nach einer Teststimulationszeit von mindestens sieben Tagen wurde 105 Studienteilnehmern das permanente System zur Nervenstimulation direkt im Bereich der maximalen Schmerzen implantiert. Unter dem Strich waren die Ergebnisse sehr vielversprechend.

Im Grunde genommen scheint der Grad der Abdeckung besonders stark schmerzender Stellen für die Wirksamkeit der peripheren Nervenstimulation sehr wichtig zu sein.

Zusammenfassend linderte in der zitierten Studie die PNS-Behandlung deutlich die Schmerzen. Dementsprechend steigerte diese Schmerztherpaie so auch die Lebensqualität der Patienten mit Rückenschmerzen. Weiter konnten die Betroffene dadurch die zusätzliche Gabe von Analgetika wie Opioide, nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und Antikonvulsiva reduzieren. Etwaige Komplikationen traten aufgrund der chirurgischen Intervention nur selten auf.


Literatur:

Kloimstein H, Likar R, Kern M, Neuhold J, Cada M, Loinig N, Ilias W, Freundl B, Binder H, Wolf A, Dorn C, Mozes-Balla EM, Stein R, Lappe I, Sator-Katzenschlager S. Peripheral nerve field stimulation (PNFS) in chronic low back pain: a prospective multicenter study. Neuromodulation. 2014 Feb;17(2):180-7. doi: 10.1111/ner.12139. Epub 2013 Dec 9. PMID: 24320718.

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