Montag, Januar 19, 2026

Intensive Smartphone-Nutzung gehört zu den wichtigen Ursachen für Nackenschmerzen

Übermäßige, monotone Smartphone-Nutzung gefährdet Halswirbelsäule und Bandscheiben und führt häufig zu Nackenschmerzen.

Im Grunde genommen nutzen Menschen Smartphones heutzutage nicht mehr nur zum Telefonieren. Sondern sie setzen es vor allem auch für das Posten von Texten, Social Media-Aktivitäten, Herstellen von Schnappschüssen und Videos mit der Kamera ein. Viele Menschen schauen sogar Filme damit an. Diese intensive Nutzung des Smartphones abseits des Telefonierens kann aber auch gesundheitliche Beschwerden wie Nackenschmerzen verursachen. Unter dem Strich warnen Experten vor negative Auswirkungen auf die Körperhaltung und somit den gesamten Bewegungsapparat.

 

Smartphone als Ursache für ungünstige Körperhaltung und Nackenschmerzen

Jedenfalls geht mit der langen Smartphone-Nutzung auch eine sehr ungünstige Körperhaltung einher. Das Handy liegt in der Hand, und der Kopf wird nach vorne übergebeugt. Man spricht von Anteflexionshaltung. Diese Haltung führt dazu, dass im Nackenbereich die Sehnen überlastet werden – auch die Bandscheiben der Halswirbelsäule bekommen einen großen Druck ab.

Im äußersten Fall kann dies mit der Zeit zu einem Bandscheibenverschleiß  führen. Jedenfalls aber sind damit bei Jugendlichen durch die entstehenden Verspannungen  häufig Kopfschmerzen und Schwindel assoziiert. Und: bei einer Smartphone-Nutzung von über 700 Stunden pro Jahr, so zeigte eine US-Studie, kommt es bei der jüngeren Generation mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Haltungsschäden und auch Nackenschmerzen.

Bei einer Vorbeugung des Kopfes um 45 Grad (relativ zur Wirbelsäule), wie dies beim Handynutzen häufig der Fall ist, wirkt eine Kraft von rund 200 Newton auf die Bandscheiben. Das ist so, als hätte man eine 20 Kilogramm schwere Bierkiste auf dem Nacken stehen.

Weniger –  aber doch auch –  belastend ist das Vorbeugen des Kopfes um 15 Grad. Dies erzeugt immerhin einen Druck von rund 120 Newton; das entspricht 12 Kilogramm, die man mit dem Nacken stemmen würde.

 

Maßnahmen gegen Nackenbeschwerden und mögliche schwerwiegende Folgen

Vor allem ein lang andauerndes, monotones Verharren in dieser Position ist kritisch zu sehen. Deswegen empfhelen Experten, Pausen einzulegen und in eine ergonomische Haltung zu wechseln. Alternativ wäre zu raten, das Handy in Augenhöhe zu halten. Dies geht am besten beim Sitzen mit am Tisch abgestützten Ellenbogen. Auch die so genannte Kutscherhaltung ist empfehlenswert.

Eine Alternative ist weiter, sich an einer Rückenlehne anzulehnen beziehungsweise liegend das Smartphone zu nutzen. Ein wichtiger Aspekt sind Ausgleichsbewegungen.

Man sollte auch immer wieder dazwischen in die Ferne schauen und auch die ‚Chin-In‘, also eine Kinn-zum-Kehlkopf-Bewegung, durchführen. Das lockert die Nacken- und Schultergürtelmuskulatur.

Sollte das  Handynacken-Syndrom wirklich vollends eingeschlagen haben, helfen aktive Übungen. Dazu zählt jegliche Bewegung, bis hin zu moderatem Sport wie Schwimmen, Walken, Yoga und Pilates; und vor allem ein rückenstabilisierendes Training.  Ganz rasch helfen Wärmepackungen gegen die verspannte Muskulatur, einige Anwender schwören jedoch eher auf Coolpacks gegen den Spannungsschmerz. Wenn schon chronische Verspannungen vorhanden sind, dann können auch TCM-Ansätze ebenso wie Triggerpunktmassagen helfen.


Quelle: Orthopädische Spital Speising

Latest Articles

Folgt uns auf Facebook!

Fokus Kinder

Behandlung mittels Psychotherapie bei jungen Menschen mit Depression

Psychotherapie wie die kognitive Verhaltenstherapie sollte die erste Behandlung bei jungen Menschen mit Depression sein. Und erst später Medikamente. Laut einer rezenten australischen Studie sollte...
- Advertisement -

Related Articles

Depressionen bei Kindern und im Jugendalter erkennen

Traurigkeit ist häufig ein Anzeichen für Depressionen bei Kindern: Bis zu 2,5 Prozent der Kinder und bis zu 8,3 Prozent im Jugendalter leiden daran,...

Fieber bei Kindern muss man erst senken, wenn das Kind dadurch leidet

Wenn die Temperatur stark steigt, dann hilft das oft gegen Krankheitserreger. Wobei man Fieber bei Kindern nicht senken muss, solange das Kind nicht darunter...

Enuresis – beim Einnässen von Kindern an alles denken

Prinzipiell muss man zwischen der klassischen Enuresis und der nicht organischen und organischen Harninkontinenz unterscheiden. Beim Einnässen von Kindern muss man zwischen erstens der klassischen Enuresis,...