Samstag, Januar 17, 2026

Höhere Bildung bringt kein glücklicheres Leben

Erhöht Bildung die Chance auf ein glückliches Leben? Nicht unbedingt, behaupten Wissenschafter der Universität Warwick. Denn Glück ist offenbar keine Frage der Bildung.

In einer soeben im British Journal of Psychiatry veröffentlichten Studie untersuchten Wissenschafter der britischen Warwick Medical School sozialökonomische Faktoren, die zu geistigem Wohlbefinden beitragen, darunter Bildungsstand und persönliche Finanzen.

Vergangene Studien belegen, dass Personen mit geringem Bildungsgrad häufig zu psychischen Problemen neigen. In ihrer aktuellen Untersuchung nahmen Experten der University of Warwick nun den Umkehrschluss unter die Lupe. Inwiefern verringert ein fundierter Bildungsgrad die Wahrscheinlichkeit für Depressionen bzw. erhöht unsere Ausbildung die Aussicht auf psychisches Wohlbefinden?

Im Zuge ihrer Studie untersuchten die Wissenschafter Daten des „Health Survey for England“, welches zwischen 2010 und 2011 stattfand. Während dieser zwei Jahre füllten etwa 17.000 Teilnehmer den sogenannten “Warwick-Edinburgh Fragebogen zum psychischen Wohlbefinden“ aus, der Aufschluss über psychische Gesundheit bzw. mentales Wohlbefinden der befragten Personen geben sollte. Mit überraschenden Ergebnissen!

So stellte sich heraus, dass Menschen mit geringerem Bildungsgrad, dieselben Aussichten bzw. Chancen auf psychisches Wohlbefinden haben, wie ihre gebildeteren Mitmenschen. So sind es offenbar andere Faktoren, die zu unserem Glück und Wohlbefinden beitragen. Denn unumstritten ist: Menschen mit gutem psychischem Wohlbefinden sind in der Regel glücklicher und zufriedener als Menschen mit psychischen Problemen. Das liege daran, wie sie mit ihren Problemen und Herausforderungen umgehen, speziell in Beziehungen oder anderen Formen der Interaktion mit ihren Mitmenschen.

„Diese Erkenntnisse sind sehr umstritten und überraschend,“ so Studienautorin Professor Sarah Stewart-Brown. „Unsere Erwartung war, dass jene sozialökonomische Faktoren, die mit psychischen Erkrankungen zusammenhängen, ähnliche Korrelationen mit psychischem Wohlbefinden aufweisen. Begünstigt beispielsweise ein geringer Bildungsgrad psychische Probleme, lag die Vermutung nahe, dass ein hohes Maß an Ausbildung den gegenteiligen Effekt hat. Dies war jedoch nicht der Fall.“

Quelle:

„Socioeconomic gradients and mental health: implications for public health“ wurde im British Journal of Psychiatry am 19. März 2015 von Sarah Stewart-Brown, Dr. Preshila Chandimali Samaraweera, Dr. Frances Taggart, Dr. Kandala Ngianga-Bakwin und Dr. Saverio Stranges publiziert.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25792696

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