Donnerstag, Juni 13, 2024

Heat Sticks und E-Zigaretten als Alternativen

Die neuen Heat Sticks und E-Zigaretten werden als Alternative zu Zigaretten angeboten. Welchen Schaden sie langfristig verursachen können, ist aber unklar.

Rauchen erhöht das Risiko für verschiedene Arten von Krebs und Herzerkrankungen und hat auch andere negative Auswirkungen auf die Gesundheit, wie beispielsweise die Beeinträchtigung der Potenz. Insgesamt verringert Rauchen die Lebenserwartung, dennoch greifen immer noch viele Menschen zur Zigarette. Der Rauch von Zigaretten enthält über 70 chemische Substanzen, die krebserregend sind und beim Verbrennen entstehen. Aufgrund der gesundheitlichen Gefahren werden mittlerweile alternative Produkte wie E-Zigaretten und Heat Sticks als Ersatz für herkömmliche Tabakzigaretten angeboten. Allerdings ist über die Langzeitfolgen dieser neuen Heat Sticks und E-Zigaretten bisher wenig bekannt.

Inzwischen wurde nachgewiesen, dass E-Zigaretten-Liquids entzündungsfördernde, reizende und potenziell krebserregende Substanzen enthalten. Beim Inhalieren des Dampfes können sich winzige Partikel in den Atemwegen ablagern und sogar in den Blutkreislauf gelangen. Die langfristigen Schäden, die durch E-Zigaretten und Heat Sticks verursacht werden können, sind immer noch unklar. Die meisten Liquids enthalten das süchtig machende Nikotin.

Gemäß den derzeitigen Erkenntnissen scheinen E-Zigaretten und Heat Sticks im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten, da sie keine Verbrennungsprodukte erzeugen, weniger schädlich zu sein. Für nikotinabhängige Raucher könnte es vorteilhaft sein, auf E-Zigaretten umzusteigen. Es gibt jedoch keine ausreichende Datenlage, um eine genaue Bewertung der E-Zigarette als Mittel zur Raucherentwöhnung vorzunehmen, insbesondere da viele Menschen, die umsteigen, gleichzeitig herkömmliche Zigaretten rauchen. Personen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, sollten daher vorrangig von professionellen Entwöhnungsprogrammen, Medikamenten und nikotinhaltigen Ersatzprodukten unterstützt werden, die eine nachgewiesene Wirksamkeit haben.

 

Heat Sticks

Heat Sticks sind die neuesten Alternativprodukte für Raucher. Bei Heat Sticks handelt es sich um eine Art Tabakprodukt, das durch Erhitzen anstatt durch Verbrennen konsumiert wird. Dabei wird eine spezielle Vorrichtung verwendet, um den Tabak auf eine bestimmte Temperatur zu erhitzen, was eine Art Aerosol erzeugt, das eingeatmet wird. Im Vergleich zur Verbrennung von Tabak entsteht bei dieser Methode weniger Rauch und es werden weniger schädliche Verbrennungsprodukte freigesetzt.

Es gibt einige Untersuchungen und Studien, die sich mit den Auswirkungen von Heat Sticks auf die Gesundheit befassen. Einige Studien deuten darauf hin, dass sie möglicherweise weniger schädlich sein könnten als herkömmliche Zigaretten, da weniger krebserregende Stoffe und giftige Chemikalien freigesetzt werden.

Was die Langzeitwirkungen von Heat Sticks betrifft, gibt es noch begrenzte Informationen. Da Heat Sticks relativ neu auf dem Markt sind, wurden noch keine umfassenden Langzeitstudien durchgeführt, um die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit zu bewerten. Weitere Forschung ist erforderlich, um ein umfassenderes Verständnis der potenziellen Risiken von Heat Sticks zu erlangen.

 

Warum Heat Sticks und E-Zigaretten süchtig machen

Ein Hauptproblem bei Heat Sticks und E-Zigaretten als Ersatzprodukte liegt darin, dass sie aufgrund des enthaltenen Nikotins und der Aromastoffe schnell süchtig machen können. Untersuchungen aus den USA haben zudem gezeigt, dass der Konsum von E-Zigaretten nach zwei bis drei Jahren den Einstieg in den herkömmlichen Tabakkonsum begünstigt. Dies gilt übrigens auch für das bei Teenagern beliebte Shisha-Rauchen. Es ist wichtig zu wissen, dass Shisha-Rauchen keineswegs weniger, sondern eher schädlicher als das Rauchen von Zigaretten ist.


Literatur

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Quelle:

Dampfen kann tödlich sein: warum die E-Zigarette keine Alternative ist. Dr. med. Peter Kardos, Kongresspräsident der DGP 2018, Facharzt für Innere Medizin, Allergologie und Schlafmedizin in der Lungenpraxis am Maingau, Frankfurt am Main

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