Freitag, Juli 5, 2024

Brokkoli bei Diabetes – der grüne Alleskönner verbessert die Blutzuckerwerte

Brokkoli ist bei Diabetes eine sehr schmackhafte Möglichkeit, sich einerseits gesund zu ernähren und andererseits seine Blutzuckerwerte zu verbessern.

In jüngsten Untersuchungen erwies sich Brokkoli für Diabetes-Patienten als sehr gesund, denn der Verzehr verbesserte die Blutzuckerwerte deutlich. Beispielsweise ist der Broccoli kalorienarm und reich an Ballaststoffen. Der Gemüse-Star liefert auch viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Weiter enthält Brokkoli die für die Kohlgewächse typischen Senföle. Diese sekundären Pflanzenstoffe mit ihren zahlreichen Vorteilen für die Gesundheit wie beispielsweise zur Krebsvorbeugung und gegen Bakterien. Dementsprechend untersuchen Forscher seit langem die sogenannte chemopräventive Wirkungen von Brokkoli. Dabei haben mehrere Studienergebnisse gezeigt, dass Brokkoli das Risiko für die Entwicklung bestimmter Krebsarten verringern kann.

 

Brokkoli bei Diabetes gesund, senkt vor allem auch bei Typ 2 die Blutzuckerwerte

Um bei Diabetes Typ 2 die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu bekommen, kann man es zuerst mit Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme sowie mehr Bewegung versuchen. In schweren Fällen wird dann allerdings eine Behandlung mit bluzuckersenkenden Medikamenten oder manchmal sogar mit Insulin notwendig. Schon früher entdeckten Wissenschaftler auch, dass eine Behandlung mit Senföl die Veränderungen der Genexpression bei Diabetes Typ 2 rückgängig machen konnte.

Das Forscherteam um Annika Axelsson an der Lund Universität in Malmö machte sich auf die Suche nach einem alternativen Wirkstoff. Bekannt ist, dass die Stoffwechselerkrankung Diabetes Typ 2 häufig mit Veränderungen der Genexpression einhergehen.

Schließlich identifizierten die Forscher die Substanz Sulforaphan als vielversprechenden Wirkstoff. Dieser ist ein Senfölglykosid und kommt in Kreuzblütengewächsen vor. Besonders zahlreich eben in Brokkolisprossen. In Laborexperimenten mit Ratten stellte sich heraus, dass der Pflanzenwirkstoff Sulforaphan erhöhte Glucoseproduktion in der Leber stoppen kann und bei erkrankten Ratten diese Genexpression rückgängig machen.

Auch bei Menschen verbesserten sich die Blutzuckerwerte. Sowohl der sogenannte Nüchternblutzucker als auch das Glykohämoglobin HbA1c, umgangssprachlich als Langzeit- Blutzucker bekannt, wurden gesenkt. Trotzdem müssen weitere Studien die Wirksamkeit der Substanz bestätigen. Dementsprechend rät das Forscherteam von einer Selbstbehandlung mit hohen Dosen Brokkoliextrakt ab.


Manche Inhaltsstoffe im Brokkoli senken LDL-Cholesterin-Spiegel

Brokoli soll Cholesterin senken. © JIANG-HONGYAN / shutterstock.com
Brokkoli soll Cholesterin senken. © JIANG-HONGYAN / shutterstock.com

Brokkoli ist mild und für die Verdauung gut verträglich. Vor allem der Inhaltsstoff Glucoraphanin in Brokkoli senkt auch den LDL-Cholesterin-Spiegel. Mehr dazu unter https://medmix.at/brokkoli-senkt-cholesterin/


Brokkoli – italienischer Spargel

Der Brokkoli stammt ursprünglich aus Kleinasien und war zunächst nur in Italien bekannt. Im 16. Jahrhundert gelangte er durch Caterina de’ Medici nach Frankreich und später als „italienischer Spargel“ nach England. Der amerikanische Präsident Thomas Jefferson führte den Brokkoli im 18. Jahrhundert zunächst als Versuchspflanze in die Vereinigten Staaten ein. Die Hauptanbaugebiete sind aber nach wie vor Europa, vor allem die westlichen Mittelmeerländer sind fleissige Exporteure.

Der Brokkoli (Brassica oleracea) ist unbestritten der Star unter den Gemüsepflanzen, zählt zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae) und nimmt botanisch gesehen jedoch eine Sonderrolle ein. Sein essbarer Teil besteht nicht aus Blättern, sondern aus den Blütenstielen und -knospen. Vor allem auf Wochenmärkten kann man im Sommer und in gut sortierten Gemüseläden die verschiedene Sorten kaufen. Dazu gehören die grünen, die weißen, die gelben und die violetten sowie auch die fast schwarzen Brokkoli.

 

Brokkoli der grüne Star

Dieses Sommergemüse ist reich an Mineralstoffen (Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen, Zink und Natrium) sowie an Vitaminen (B1, B2, B6, E und besonders Ascorbinsäure und Carotin). Weiters sind zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Flavonoide, Glucosinolate) enthalten.

Die Glucosinolate speichern die verschiedenen Indole und Isothiocyanate. Hierzu zählt eben auch Sulforaphan, der Pflanzenwirkstoff, der für die Senkung der Blutzuckerwerte verantwortlich ist. Diese Inhaltsstoffe kurbeln das Immunsystem an, beugen Krebs vor, stärken die Sehkraft und können beim Abnehmen helfen. Zudem senkt Brokkoli das Sonnenbrandrisiko.

Rezente Studien in der Corona-Pandemie zeigten auch positive Wirkungen von Brokkoli auf die Coronavirus-Erkrankung Covid-19.

 

Verwendung in der Küche

Man bevorzugt Brokkoli mit noch fest geschlossenen Blütenknospen und nicht zu locker gewachsenem, sich fest anfühlendem Kopf. Wenn die Knospen schon weit geöffnet sind, dann verliert er an Geschmack und die Stiele werden holzig.

Unter dem Strich schmeckt der Brokkoli gedünstet, gekocht, in der Suppe oder im Auflauf, als Beilage oder roh sehr gut. Die Stiele schmecken übrigens geschält wunderbar zart und ein bisschen wie grüner Spargel. Und um die Vitamine und das Aroma optimal zu erhalten, empfiehlt sich eine kurze Garzeit.

Etwas Vorsicht ist aber bei einer empfindlichen Verdauung geboten. Denn größere Mengen können Bauchschmerzen oder Blähungen verursachen.


Fitmacher statt Fettmacher auf den Festtagsteller

Beliebte Wintergemüsesorten als Fitmacher sind Brokkoli und Rosenkohl. © anjelikagr / shutterstock.com
Beliebte Wintergemüsesorten als Fitmacher sind Brokkoli und Rosenkohl. © anjelikagr / shutterstock.com

Beim diabetesDE-Expertenchat zu Weihnachtsleckereien erklärte Diabetesberaterin Michaela Berger, wie man Fitmacher statt Fettmacher auf den Festtagsteller bekommt. Mehr dazu unter https://medmix.at/fitmacher-statt-fettmacher-auf-den-festtagsteller/


Literatur:

Bousquet J, Le Moing V, Blain H, Czarlewski W, Zuberbier T, de la Torre R, Pizarro Lozano N, Reynes J, Bedbrook A, Cristol JP, Cruz AA, Fiocchi A, Haahtela T, Iaccarino G, Klimek L, Kuna P, Melén E, Mullol J, Samolinski B, Valiulis A, Anto JM. Efficacy of broccoli and glucoraphanin in COVID-19: From hypothesis to proof-of-concept with three experimental clinical cases. World Allergy Organ J. 2020 Dec 9;14(1):100498. doi: 10.1016/j.waojou.2020.100498. PMID: 33425204; PMCID: PMC7770975.

Annika S. Axelsson, Emily Tubbs et.al. Sulforaphane reduces hepatic glucose production and improves glucose control in patients with type 2 diabetes. Science Translational Medicine  14 Jun 2017: Vol. 9, Issue 394

Latté et al. Health benefits and possible risks of broccoli – an overview. Food Chem Toxicol. 2011 Dec;49(12):3287-309. doi: 10.1016/j.fct.2011.08.019. Epub 2011 Aug 28.

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