Freitag, Januar 30, 2026

Wie Muttermilch die Gehirnentwicklung des Neugeborenen stärkt

Ein Zuckermolekül in der menschlichen Muttermilch könnte für die Gehirnentwicklung des Neugeborenen von entscheidender Bedeutung sein.

Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass ein bestimmter Mikronährstoff in der Muttermilch eine bedeutende Rolle bei der Gehirnentwicklung von Neugeborenen spielt. Dieses Ergebnis bringt die Forschung einen Schritt weiter im Verständnis der Verbindung zwischen Ernährung und der Gesundheit des kindlichen Gehirns. Es könnte auch dazu beitragen, die Säuglingsnahrung zu verbessern. Denn diese muss man auch oft in Situationen einsetzen, in denen das Stillen nicht möglich ist. Dadurch kann man sicherstellen, dass auch diese Babys ohne Muttermilch die bestmögliche Versorgung für ihre Gehirnentwicklung erhalten.

 

Myo-Inositol in der Muttermilch für die Gehirnentwicklung der Babys

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass in den ersten Monaten des Stillens ein spezieller Mikronährstoff namens Myo-Inositol in der menschlichen Muttermilch besonders häufig vorkommt. Diese Zeit ist entscheidend, weil in diesem Stadium die schnelle Bildung neuronaler Verbindungen, auch Synapsen genannt, im Gehirn des Babys stattfindet. Interessanterweise war dies unabhängig von der ethnischen Herkunft oder dem Hintergrund der Mütter der Fall.

Die Ernährung ist eine der wichtigen Faktoren, die viele Möglichkeiten für Studien bietet. Im frühen Säuglingsalter reagiert das Gehirn besonders empfindlich auf eine gesunde Ernährung. Denn im frühen Kindesalter ist die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger. Dadurch könne kleine Moleküle, die mit der Nahrung aufgenommen werden, leichter vom Blut ins Gehirn gelangen.

Daher können bestimmte Mikronährstoffe, wie in diesem Fall das Zuckermolekül Myo-Inositol in der Muttermilch, eine essenzielle Rolle für die Förderung einer gesunden Gehirnentwicklung spielen.

 

Fazit

Thomas Biederer, leitender Autor der Studie und Fakultätsmitglied an der Yale School of Medicine betont, dass die neuesten Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass es in Fällen, in denen das Stillen nicht möglich ist, von großem Nutzen sein kann, den Gehalt an Myo-Inositol in der Säuglingsnahrung zu erhöhen. Das könnte bedeutsam sein, um sicherzustellen, dass Babys, die keine Muttermilch mittels Stillen bekommen können, dennoch von den Vorteilen dieses wichtigen Mikronährstoffs auf eine gesunde Gehirnentwicklung profitieren.




Literatur:

Paquette AF, Carbone BE, Vogel S, Israel E, Maria SD, Patil NP, Sah S, Chowdhury D, Kondratiuk I, Labhart B, Morrow AL, Phillips SC, Kuang C, Hondmann D, Pandey N, Biederer T. The human milk component myo-inositol promotes neuronal connectivity. Proc Natl Acad Sci U S A. 2023 Jul 25;120(30):e2221413120. doi: 10.1073/pnas.2221413120. Epub 2023 Jul 11. PMID: 37433002; PMCID: PMC10374161.

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