Streikbereite Ärzteschaft in Wien

Große Solidarität bei der Wiener Ärzteschaft – mehr als 70 Prozent der Ärztinnen und Ärzten halten Kampfmaßnahmen für eine „sehr gute Idee“.

Wiens Ärzteschaft ist kampfbereit: Am Mittwoch, den 14. Dezember 2016 werden mehr als 80 Prozent der Hausärzte in Wien ihre Ordinationen zusperren und streiken. Das hat eine aktuelle OGM-Umfrage der Wiener Ärztekammer unter allen Ärztinnen und Ärzten mit hausärztlicher Ordination ergeben. „Uns kommt eine Welle der Solidarität entgegen, und diese Kraft werden wir nutzen, um uns mit aller Macht gegen den politisch geplanten Kahlschlag in der Gesundheitsversorgung zu wehren“, stellt Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, klar.

Die Wiener Ärztinnen und Ärzte setzen am 14. Dezember mit dem Hausärztestreik ein flächendeckendes Zeichen gegen die drohenden Einschnitte in der Gesundheitsversorgung, die am Mittwoch nächster Woche vom Nationalrat gesetzlich legitimiert werden sollen. „Die Schließung der hausärztlichen Ordinationen ist nur ein erster Schritt. Sollte der Konflikt mit 14. Dezember 2016 nicht beendet sein, werden wir auch im Jahr 2017 so lange Kampfmaßnahmen ergreifen, bis diese Kulmination an gesundheitspolitischen Fehlentscheidungen endlich ein Ende hat und man mit uns Ärztinnen und Ärzten in eine vernünftige Richtung verhandelt“, zeigt sich Steinhart kampfbereit.

Rückendeckung für Kampfmaßnahmen seitens der Ärzteschaft enorm hoch

Tatsächlich ist die Rückendeckung seitens der Kollegenschaft enorm hoch: Mehr als 70 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte gaben an, die Kampfmaßnahmen „für eine sehr gute Idee“ zu halten. „Solange das Parlament diese Pläne nicht stoppt, werden wir unsere Proteste weiterführen“, kündigt Steinhart an.

Die politischen Pläne, das bewährte System der wohnortnahen Versorgung durch Haus- und Vertrauensärzte auszuhebeln, werden auch von den Österreichern abgelehnt, das bestätigt das Gesundheitsbarometer der Wiener Ärztekammer. 95 Prozent der Patienten empfinden demnach den klassischen Hausarzt als extrem wichtig und finden, dass dieser unbedingt erhalten bleiben müsste.

Der Ärztekammer ist es natürlich ein fundamentales Anliegen, dass keine Patienten durch die Protestmaßnahmen zu Schaden kommen. Deshalb wird der Ärztefunkdienst am Streiktag zusätzliche Dienste einteilen und für eine Notversorgung zur Verfügung stehen.

(S E R V I C E – Wiener Ärztefunkdienst: am 14. Dezember 2016 ganztägig erreichbar unter der Telefonnummer 141)

http://www.aekwien.at

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