Sonntag, Januar 18, 2026

Schwangerschaftsabbruch nicht bereut

95% der Frauen, die sich für eine Abtreibung entschiedenen hatten, haben ihren Schwangerschaftsabbruch nicht bereut. Die Existenz des Post-Abortion-Syndroms ist wissenschaftlich nicht belegt.

 

Das Post-Abortion-Syndrom (PAS) gilt als psychisch-emotionales Syndrom infolge eines Schwangerschaftsabbruchs wird jedoch weder in der ICD der Weltgesundheitsorganisation noch im DSM der American Psychiatric Association als Störung klassifiziert. Somit ist die Existenz eines Post-Abortion-Syndroms wissenschaftlich nicht anerkannt. Anti-Abtreibungs-Aktivisten behaupten jedoch, dass ein Schwangerschaftsabbruch bei vielen Frauen psychische Probleme hervorruft und viele darunter leiden bzw. ihre Entscheidungen im Nachhinein bereuen.

Doch laut einer aktuellen Studie der University of California, San Francisco, gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise für ein derartiges Syndrom. So gaben 95% der im Zuge der Studie befragten Frauen an, den Schwangerschaftsabbruch nicht bereut und die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Trotz schwerer bis sehr schwerer Entscheidung für eine Abtreibung haben die Betroffenen den Schwangerschaftsabbruch nicht bereut

Im Zuge der Studie, die soeben in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht wurde, befragten Wissenschafter 667 Frauen über einen Zeitraum von drei Jahren. Ziel war es, den emotionalen Zustand der Frauen über diesen Zeitraum zu beobachten bzw. zu erfassen. Die Frauen wurden halbjährlich zu ihrer Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch bzw. ihrer damit in Verbindung stehenden Gefühlslage befragt.

Sowohl direkt nach dem Eingriff als auch drei Jahre danach haben die betroffenen Frauen den Schwangerschaftsabbruch nicht bereut.

Etwa die Hälfte der teilnehmenden Frauen gab an, dass die Entscheidung für eine Abtreibung „schwer“ bzw. „sehr schwer“ war. Zweiundsechzig Prozent der Frauen hatten bereits Kinder oder litten in der Vergangenheit an einer Depression. Doch sowohl direkt nach dem Eingriff, als auch drei Jahre danach, gaben 95 Prozent der Frauen an, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Frauen berichteten über positive Emotionen in Bezug auf ihren Schwangerschaftsabbruch. So war das Gefühl der Erleichterung in der Regel stärker als Reue, Trauer, Zorn oder Schuldgefühle.

Bestimmte Faktoren, wie die Rolle des Mannes in der Entscheidungsfindung, führten jedoch in manchen Fällen zu negativen Emotionen. War der jeweilige Partner beispielsweise unsicher oder gegen den Schwangerschaftsabbruch, fühlten sich Frauen hinsichtlich ihrer Entscheidung für einen Abortus wesentlich unwohler. Im Vergleich dazu, waren sich Frauen, deren Partner in der Entscheidungsfindung nicht involviert waren, ob ihrer Entscheidung sicherer.

Der ANSIRH zufolge, richten sich die aktuellen Erkenntnisse gegen die allgemeine Annahme, dass Abtreibungen zu späteren emotionalen Problemen führen. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass alle mit der Abtreibung verknüpften Emotionen mit der Zeit an Intensität verlieren.

Sechs Monate nach einer Abtreibung, machten sich die Teilnehmer „manchmal“ Gedanken über die Abtreibung. Drei Jahre später berichteten die Teilnehmer, nur mehr „selten“ darüber nachzudenken.

Die Stärke der aktuellen Studie liegt in der relativ großen Teilnehmeranzahl, wobei Probanden zudem aus unterschiedlichen geographischen Regionen stammten.

Quelle: Decision rightness and emotional responses to abortion in the United States: a longitudinal study, Corinne H. Rocca et al., PLOS ONE doi: 10.1371/journal.pone.0128832, published online 8 July 2015.

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