Samstag, Januar 17, 2026

Rush Hour: Herzpatienten sollten drinnen bleiben

Herzpatienten sollten sich während der Rush Hour nicht draußen aufhalten und Schadstoff-belasteter Luft und fossilen Brennstoffen aus dem Weg gehen.

Im Zuge einer im European Heart Journal veröffentlichten Studie, sollten Herzpatienten während der Rush Hour nicht ins Freie gehen. Die Publikation über den Einfluss erhöhter Schadstoffbelastung in der Luft und kardiovaskulären Erkrankungen, wurde von Experten der European Society of Cardiology verfasst und empfiehlt u.a. die Vermeidung fossiler Brennstoffe.

Mehr als 3 Millionen Todesfälle weltweit sind auf zu hohe Schadstoffbelastungen in unserer Atemluft zurückzuführen. Letzteres gilt somit als eine der Hauptursachen für vermeidbare Todesfälle, noch vor mangelhafter körperlicher Betätigung, salz- oder cholesterinreicher Ernährung, und Drogenmissbrauch,“ so Studienautor Professor Robert F. Storey.

Die Beweislage ist mehr als deutlich: Schadstoffbelastete Luft führt zu erhöhter kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität und verschlimmert nicht nur bereits vorhandene Herzerkrankungen, sondern führt auch zur Entstehung der Erkrankung. Die Vermeidung schadstoffbelasterer Luft könnte das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen deutlich senken. Kardiologen werden angehalten ihre Patienten diesbezüglich entsprechend zu informieren. Zudem gilt es, politische Entscheidungsträger aufzufordern, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um den Grad der Schadstoffbelastung zu verringern.

Großteil der Bevölkerung von Rush Hour betroffen

Bis zu einem Drittel aller Europäer leben in städtischen Umgebungen, wodurch sie automatisch einer hohen Schadstoffbelastung durch die Atemluft ausgesetzt sind. Häufig liegt der Grad der Luftverschmutzung weit über den Standards der europäischen Union. Verwendet man strengere, wissenschaftlich basierte Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sind etwa 90 Prozent aller Europäer einer enormen gesundheitsschädlichen Schadstoffbelastung ausgesetzt.

Im Zuge ihrer Publikation, geben die Wissenschafter u.a. folgende Empfehlungen im Sinne einer Schadstoffverringerung ab. Beispielsweise wird dazu geraten, sich wenn möglich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Auch die ineffiziente Verbrennung von Biomassen für das Heizen im Eigenheim sollte vermieden werden. Im Sinne der eignene Gesundheit gilt es Hauptverkehrs- bzw. Stoßzeiten möglichst zu vermeiden. Sport sollte nur in Parks, nicht aber inmitten des Verkehrsgeschehens stattfinden. Auch die Installation von Ventilationssystemen mit entsprechenden Filtern, könnte in Wohnungen in hochgradig verschmutzten Gebieten sinnvoll sein.

Insbesondere Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen bzw. Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko sollten diesen Empfehlungen nachkommen.

Auch in Innenräumen nicht in falscher Sicherheit wiegen

Den Einfluss der Schadstoffbelastung in Innenräumen sollte ebenfalls nicht ignoriert werden, warnen die Autoren. Schadstoffe gelangen in Gebäude, wo sie eine große, oftmals ungeahnte, Belastung darstellen. Insbesondere weisen die Wissenschafter darauf hin, dass auch fossile Brennstoffe eine enorme Schadstoffquelle sind.

Luftverschmutzung gilt als eine der größten, beeinflussbaren Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Personen, speziell jene mit einem bereits erhöhten Erkrankungsrisiko können Maßnahmen treffen, um den Kontakt mit Schadstoffen in der Luft zu verringern. Ärzte sollten diesen Aspekt in ihre Patientenberatung einbauen. Politische Entscheidungsträger sind zudem angehalten, Maßnahmen zu treffen, die Schadstoffbelastung in der Luft zu reduzieren und dies sollte in entsprechenden Gesetzen Unterstützung finden,“ so Prof. Storey abschließend.

Quelle: http://www.escardio.org/about/press/press-releases/pr-14/Pages/heart-disease-patients-avoid-pollution.aspx

Bildtext: Bis zu einem Drittel aller Europäer leben in städtischen Umgebungen, wodurch sie automatisch einer hohen Schadstoffbelastung durch die Atemluft ausgesetzt sind. © Paolo Bona / shutterstock.com

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