Sonntag, Januar 25, 2026

Medizinstudenten deutschlandweit einheitlich auswählen

Am 1. Juli startet das Forschungsprojekt Studierendenauswahlverbund (stav) zur Weiterentwicklung der Auswahlverfahren von Medizinstudenten in Deutschland.

Das Forschungsprojekt Studierendenauswahlverbund (stav)  zur bundesweit einheitlichen Auswahl von Medizinstudenten startet am 1. Juli zur Weiterentwicklung der Auswahlverfahren. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin verantwortet eines der fünf Teilprojekte, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) koordiniert den Verbund. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit drei Millionen Euro.

Das neue Forschungsprojekt basiert auf der von Bund und Ländern im Masterplan Medizinstudium 2020 beschlossenen Neugestaltung der Auswahlverfahren. Zudem fordert das Bundesverfassungsgericht eine Qualitätsverbesserung für die Auswahl von Medizinstudenten, da die aktuellen Auswahlverfahren, die sich an Abiturnoten und Wartesemestern orientieren, teilweise nicht rechtskonform sind.

 

Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der Auswahlverfahren von Medizinstudenten in Deutschland

Studierendenauswahlverbund hat das Ziel des Studierendenauswahlverbund der Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der Auswahlverfahren von Medizinstudenten in Deutschland. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Verbundprojekts analysieren zunächst die Qualität der bisherigen Auswahlverfahren an verschiedenen Standorten. Neben der Charité und dem UKE sind vier weitere Universitäten sowie 20 Kooperationspartner beteiligt.

In einem nächsten Schritt erarbeiten die Verbundpartner neue Verfahren zur Messung kognitiver, sozialer und kommunikativer Fähigkeiten der zukünftigen Medizinstudierenden. Dafür wollen sie einen Test konzipieren, um kognitive Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber, wie zum Beispiel logisches Denken oder die Gedächtnisleistung, zu prüfen. Dieser soll auf bewährten Verfahren wie dem Test für medizinische Studiengänge und dem Naturwissenschaftstest HAM-Nat, der beispielsweise in Hamburg und Berlin aktuell als weiteres Auswahlkriterium eingesetzt wird, aufbauen. Die Neuentwicklung soll zukünftig deutschlandweit einheitlich eingesetzt werden können. Zusätzlich werden ein schriftlicher Test zur Situationsbeurteilung und spezielle Auswahlgespräche, so genannte multiple Mini-Interviews, zur Erfassung sozialer und kommunikativer Kompetenzen wie Empathie oder Teamfähigkeit weiterentwickelt.

Im Teilprojekt der Charité sollen kompetenzbezogene und fakultätsübergreifende Kriterien für die Überprüfung von Auswahltests entwickelt werden: „Es geht darum, die Vorhersagekraft von verschiedenen Auswahlverfahren für das Medizinstudium anhand von Kennzeichen für kompetente Ärztinnen und Ärzte abzugleichen“, erklärt Prof. Dr. Harm Peters, Leiter des Dieter Scheffner Fachzentrums und Projektverantwortlicher. „Dafür werden wir bei Studierenden und Absolventen die ärztlich-praktische Kompetenz, die Fähigkeiten zur klinischen Entscheidungsfindung und ihre wissenschaftliche Herangehensweise evaluieren.“

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