COVID-19-Pandemie: Fast 40% weniger Patienten mit Schlaganfall-Symptomen in Krankenhäuser

In den USA kamen während der COVID-19-Pandemie bislang fast 40% weniger Patienten mit Schlaganfall-Symptomen in die Krankenhäuser.

Die Zahl jener Personen, die in US-Krankenhäusern mit typischen Symptomen auf Schlaganfall untersucht wurden, ist während der COVID-19-Pandemie um fast 40% gesunken. Dies geht aus einer Studie hervor, die von Forschern der Washington University School of Medicine in St. Louis durchgeführt wurde, die Schlaganfallbewertungen bei mehr als 800 analysierten Krankenhäuser in 49 Bundesstaaten und im District of Columbia. Diese Ergebnisse, die am 8. Mai im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, beunruhigen viele Experten. Denn vermutlich vermeiden viele Menschen, die möglicherweise einen Schlaganfall hatten, ins Krankenhaus zu gehen. Damit erhalten sie auch keine potenziell lebensrettende medizinische Versorgung.

 

Patienten mit Schlaganfall vermeiden, während der COVID-19-Pandemie ins Krankenhaus zu kommen oder tun das zu spät!

„Unser Schlaganfall-Team bietet die volle Kapazität an. Auch während des Höhepunkts der COVID-19-Pandemie können wir jederzeit eine Notfallbehandlung bei einem Schlaganfall durchführen“, sagte der leitende Studiensautor Dr. Akash Kansagra, Assistenzprofessor für Radiologie am Mallinckrodt Institute of Radiology (MIR) der Washington University.

„Trotzdem haben wir eine geringere Anzahl von Schlaganfallpatienten gesehen, die ins Krankenhaus kamen, und einige Patienten, die nach einer beträchtlichen Verzögerung ins Krankenhaus kamen. Es ist absolut herzzerreißend, einen Patienten zu treffen, der sich möglicherweise von einem Schlaganfall erholt hat, aber aus irgendeinem Grund gewartet hat zu lange, um sich behandeln zu lassen.“

 

Gehirnscans analysiert

Wenn Patienten ins Krankenhaus kommen und Anzeichen eines Schlaganfalls zeigen, dann macht man häufig einen Gehirnscan. Und zwar damit die Spezialisten erkennen können, welche Art von Schlaganfall vorliegt. Das hilft bei der Auswahl der effektivsten Behandlung. Viele Krankenhäuser verwenden eine als RAPID bekannte Software, um solche Gehirnscans zu analysieren. Kansagra und Kollegen bewerteten, wie oft die Software im Februar vor der Pandemie und in einem Zeitraum von zwei Wochen vom 26. März bis 8. April 2020 verwendet wurde.

In der gesamten USA waren die Krankenhäuser von dem Rückgang betroffen. Es betraf Krankenhäuser in städtischen oder ländlichen Gemeinden, kleine Krankenhäuser oder große Krankenhäuser. Es waren auch nicht nur Patienten jedes Alters mit kleinen Schlaganfällen, sondern auch Patienten mit wirklich schweren Schlaganfällen.

„Ich vermute, dass Patienten aus Angst, sich mit COVID-19 zu infizieren, und wegen der Ausgangsbeschränkungen zögern, ins Krankenhaus zu kommen“, sagte Kansagra. „Deswegen wäre die Hilfe der Familie und von Freunden wirklich wichtig, wenn bei einem geliebten Menschen Schlaganfall-Symptome auftreten.“


Literatur:

Kansagra et al. Collateral Effect of Covid-19 on Stroke Evaluation in the United States. Correspondence-Letter. The New England Journal of Medicine. May 8, 2020. DOI: 10.1056/NEJMc2014816


Quelle: WASHINGTON UNIVERSITY SCHOOL OF MEDICINE

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