Traumatische Ereignisse können diverse Symptome verursachen. Eine Traumafolgestörung man durchaus auch mit einfachen, kostengünstigen Maßnahmen lindern.
Menschen, die traumatische Ereignisse erlebt haben, leiden mitunter an einer Traumafolgestörung mit verschiedenen Symptomen. Dazu zählen unwillkürlich einschießende innere Bilder oder Filme des Ereignisses. Weiters gehören dazu eine hohe Grundanspannung und ängstliche Nervosität sowie eine Tendenz, an das Ereignis erinnernde Dinge zu vermeiden.
Acht Prozent der Weltbevölkerung leidet an einer Traumafolgestörung
Weltweit leiden circa acht Prozent der Bevölkerung unter einer sogenannten Traumafolgestörung. Es gibt zwar gut evaluierte Therapiemethoden zur wirksamen Behandlung dieser Störungen, diese sind jedoch an die Verfügbarkeit geschulter Therapeut(innen) gebunden und damit global nur für einen Bruchteil der Betroffenen erreichbar.
Symptome einer Traumafolgestörung mit einfachen Maßnahmen behandeln
Neuen Arbeiten zeigen auf, wie man mit relativ breit verfügbaren, kostengünstigen und einfach zu nutzenden Methoden die Symptome, die Traumatische Ereignisse nach sich ziehen, lindern kann. Dazu gibt es verschiedene innovative Therapiemethoden bei Traumafolgestörungen. Dabei sind am relevantesten solche aus der Psychotherapie – besonders im Bereich der Computerunterstützten sowie der der Telemedizin.
Neue vielversprechende Verfahren
Unter dem Strich ist die Grundidee dabei, dass technische Verfahren – wie Computertrainings, Spiele sowie Apps – entweder offline oder online den Betroffenen helfen. Sie sollen bestimmte Symptome lindern oder den Patienten helfen, mit der Krankheit besser umgehen zu können. Diese Ansätze arbeiten dabei vor allem mit Methoden der Psychoedukation (zum Beispiel „online Coach“, Trainer zum Umgang mit der Krankheit), Formen der Traumakonfrontation (zum Beispiel expressives Schreiben online zur Entlastung) oder bedienen sich neurokognitiver Mechanismen (zum Beispiel Cognitive Bias Modification App, Training zur Veränderung automatischer Gedanken nach einer Traumatisierung). Die neuen Ansätze sind vielversprechend, die Studienlage indes ist schwach, mit wenigen Arbeiten und insgesamt fehlenden klaren oder starken Ergebnissen.
Aktuelle deutsche Studie zum Thema
An einer aktuellen Studie nahmen 20 Patientinnen und Patienten mit komplexer Traumafolgestörung teil, die zu einer regulären Therapie für sechs bis acht Wochen stationär in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie waren. Neben den üblichen Einzel- und Gruppentherapien absolvierten sie eine spezielle Intervention. Sie schrieben eine ihrer belastenden Erinnerungen auf ein Blatt. Dann zerrissen sie den Zettel – ohne über den Inhalt zu sprechen – und spielten anschließend für 25 Minuten Tetris auf einem Tablet. Die Patienten gaben stets mehrere verschiedene Flashbacks an, zum Beispiel Gewalterfahrungen in unterschiedlichen Situationen, deren Auftreten sie über die Wochen in ein Tagebuch notierten. Pro Intervention, die von
Quelle:
REFERENTENSTATEMENT Professor Dr. med. Henrik Kessler Oberarzt, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL Universitätsklinikums Bochum der Ruhr-Universität Bochum. Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, März 2019, Berlin.


