Erhöhter Stress die Gefahr für Fettleibigkeit

Studie zu Stress und Fettleibigkeit untersucht potenziellen Zusammenhang zwischen chronischen familiären Stressfaktoren und Übergewicht bei Jugendlichen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind zu dick. Wobei die dementsprechend immer häufiger auftretende Fettleibigkeit bei jungen Menschen weltweit ein zentrales Problem nationaler Gesundheitssysteme darstellt. Im Grunde genommen wegen der daraus resultierenden gesundheitlichen Folgeschäden. Laut einer rezenten Studie besteht ein wesentlicher Zusammenhang zwischen bestimmten Faktoren von Stress innerhalb des Familienlebens und Fettleibigkeit bei Kindern beziehungsweise Jugendlichen. Und zwar führten die Studie die University of Houston Department of Health and Human Performance (HHP) sowie das Texas Obesity Research Center (TORC) durch.

Anhand der Daten der sogenannten National Longitudinal Study of Youth, analysierte Prof. Daphne Hernandez inwiefern Familienzerwürfnisse, finanzielle Sorgen innerhalb der Familie oder potenzielle Erkrankungen bzw. gesundheitliche Beeinträchtigungen der Mutter, die Entstehung von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Jugendlichen vorantreiben.

 

Stress und Fettleibigkeit, Adipositas bei jugendlichen Mädchen

„Unseren Erkenntnissen zufolge führt familiärer Stress, speziell aber das Auseinanderbrechen der Familie sowie finanzielle Problem, bei jugendlichen Mädchen langfristig zu Übergewicht oder Fettleibigkeit,“ so Hernandez.

Interessant war, dass nur einer der Faktoren von Stress  – nämlich gesundheitliche Probleme der Mutter – bei männlichen Jugendlichen zu Übergewicht und Fettleibigkeit führten.

“Insgesamt zeigen diese Erkenntnisse, dass weibliche und männliche Jugendliche sehr unterschiedlich auf Stress reagieren. Diese Studie erweitert unser Wissen über Stress und Fettleibigkeit innerhalb des Familienkreises. Die Stressfaktoren zu kennen, die bei männlichen und weiblichen Jugendlichen Übergewicht verursachen, ermöglichen entsprechende soziale Intervention. Speziell für Programme innerhalb der Schule ist dieses Wissen von großer Bedeutung, denn momentan liegt der Fokus dieser Interventionsprogramme auf Ernährung und Bewegung. Letzteres ist zwar hilfreich, hat bis dato jedoch nur zu kurzfristigen Erfolgen geführt.

Programme zur Bekämpfung von Übergewicht sollten auch im familiären Umfeld eingreifen, möglicherweise durch finanzielle Unterstützung oder entsprechende Familienberatung. Strategien zur Bekämpfung von Stressfaktoren innerhalb der Familie, könnten Jugendlichen dabei helfen, ein gesundes Körpergewicht zu erlangen bzw. zu erhalten.


Literatur:

Hernandez DC, Pressler E. Gender disparities among the association between cumulative family-level stress & adolescent weight status. Prev Med. 2015 Apr;73:60-6. doi: 10.1016/j.ypmed.2015.01.013. Epub 2015 Jan 24. PMID: 25622888.

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