Nachhaltige Ernährung – Essen für die Zukunft

Nachhaltige Ernährung wird nachgefragt, in Kombination mit neuen Technologien und der Globalisierung führt das zu mehr Wohlstand bzw. Einkommen in den Entwicklungsländern.

Wachsende Handelsverflechtungen, ausländische Direktinvestitionen großer Agribusiness-Konzerne, neue Technologien und sich rasch wandelnde Verbraucherpräferenzen – wie nachhaltige Ernährung und Essen für die Zukunft – sind Beispiele für die vielschichtigen Trends im Zuge einer globalisierten Agrarökonomie.

Forscher der Universität Göttingen haben unlängst diese Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Ernährung in den Entwicklungsländern untersucht. Während die positiven Effekte zu überwiegen scheinen, werden auch negative Wirkungen aufgezeigt. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Proceedings of the Nutrition Society erschienen.

 

Ausgewogene und nachhaltige Ernährung bringt höhere Einkommen in den Entwicklungsländern

Im Grunde genommen sind Ernährungsprobleme besonders in Entwicklungsländern weit verbreitet. Ein Großteil der weltweit hungernden Menschen lebt in ländlichen Gebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas; viele dieser Menschen sind Kleinbauern. Neue Technologien und verbesserter Zugang zu nationalen und internationalen Märkten haben die Erträge und Einkommen in der Landwirtschaft der Entwicklungsländer erhöht und damit auch die Ernährung verbessert. Allerdings waren Entwicklungen in der Vergangenheit oft auf nur wenige Getreidearten konzentriert, was zu einer Reduktion der Anbauvielfalt beigetragen hat.

Mit Blick auf ausgewogene und nachhaltige Ernährung und dahingehende Trends am Weltmarkt verfolgen neuere Initiativen – Essen für die Zukunft – deswegen einen qualitativ hochwertigeren Ansatz. Internationale Vermarktungsverträge zwischen Agribusiness-Firmen und Kleinbauern bringen höhere und stabilere Einkommen aus der Vertragslandwirtschaft. Das trägt dann wiederum zu einer besseren Ernährung bei.

 

Nachhaltige Ernährung gilt als Essen für die Zukunft

Gegenstand der eingangs zitierten Studie sind außerdem die sich verändernden Konsumgewohnheiten städtischer Haushalte in Entwicklungsländern. Wobei traditionelle Märkte schrittweise an Bedeutung verlieren. Hingegen breiten sich Supermärkte und andere moderne Einzelhandelsformate aus. Hierzu zeigen Daten aus Afrika, dass Supermärkte durch effizientere Wertschöpfungsketten Lebensmittel teilweise günstiger anbieten können.

Schließlich sind die niedrigeren Verbraucherpreise gut für die Bekämpfung von städtischer Unterernährung. Doch die Verschiebung hin zu stärker verarbeiteten Produkten trägt auch zu Übergewicht und Fettleibigkeit bei. Deswegen sind diese gesundheitlichen Probleme inzwischen auch in Entwicklungsländern auf dem Vormarsch. Ein tieferes Verständnis der komplexen Zusammenhänge sollte deswegen zur besseren Politikgestaltung für nachhaltige Ernährung beitragen.


Literatur:

Matin Qaim (2016). Globalisation of agrifood systems and sustainable nutrition. Proceedings of the Nutrition Society, Doi: 10.1017/S0029665116000598, http://dx.doi.org/10.1017/S0029665116000598

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