Wechseljahre: Asthma kann sich in der Menopause verschlechtern

Asthmapatientinnen, die in die Wechseljahre kommen, sollten wissen, dass die hormonelle Umstellung in der Menopause Asthma verschlechtern kann.

Die Menopause, die Wechseljahre, führt bei Frauen zu tief greifenden körperlichen und psychischen Veränderungen. Die Hormonumstellung verursacht typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Erschöpfung und Leistungsabfall, Schweißausbrüche, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme, Schlafstörungen oder Gelenk- und Muskelschmerzen. Herzbeschwerden und Darmträgheit sind ebenfalls recht häufig. Schweißausbrüchen und Schlafstörungen. Aber auch das Risiko für Erkrankungen der Atemwege nimmt in den Wechseljahren zu, hierzu steht immer wieder Asthma in der Menopause im Blicklicht.

 

Verschiedene Formen von Asthma in der Menopause

Wenn dann erstmals im Zusammenhang mit den Wechseljahren Asthma auftritt, wird das als eigene Menopause-Asthma-Form (Phänotyp) betrachtet. Aber gibt es spezifische Eigenschaften, wenn in der Menopause Asthma entsteht? Dazu untersuchten nun Forscher drei Gruppen von Frauen:

  • Erstens, wenn Frauen vor den Wechseljahren Asthma hatten.

  • Zweitens Frauen in den Wechseljahren mit bereits existierendem Asthma und

  • drittens Frauen, bei denen erst in der Menopause Asthma auftrat.

In einer Studie wurde nun bei 56 Frauen Daten zur Schwere des Asthmas, wie gut die Frauen ihr Asthma im Griff hatten, zu Lungenfunktion und dem Stickoxidgehalt in der Ausatemluft gesammelt. Weiters wurden Blut- und Sputumproben hinsichtlich der Anzahl von bestimmten entzündungsvermittelnden Immunzellen, den Eosinophilen, analysiert.

 

Asthma in den Wechseljahren mit erhöhtem Auftreten nicht vollständig umkehrbarer Enge in den Atemwegen verbunden

Die Ergebnisse zeigten keine Unterschiede bei der Schwere des Asthmas, der Asthmakontrolle, der Anzahl von Eosinophilen im Blut und dem Gehalt an Stickoxiden in der Ausatemluft. Bei Frauen in der Menopause zeigte sich aber häufiger eine nicht vollständig umkehrbare Enge der Atemwege:

  • 85 % der Frauen in den Wechseljahren mit vorbestehendem Asthma,

  • 56 % der Frauen, bei denen in der Menopause Asthma begann, und

  • 22 % der Frauen, die bereits vor der Menopause Asthma hatten.

Unter dem Strich hatte jene Frauen die höchste Anzahl von Eosinophilen im Sputum in den Wechseljahren, die ein vorbestehendes Asthma hatten. Auch wenn der Unterschied zu den anderen Gruppen sich statistisch nicht belegen ließ.

Asthma in den Wechseljahren scheint somit unabhängig von der Erkrankungsdauer mit einem erhöhten Auftreten von nicht vollständig umkehrbarer Enge in den Atemwegen vergesellschaftet zu sein. Vermutlich ist das höhere Alter für die Funktionsstörung der Lunge bei Frauen mit Asthma mitverantwortlich, unabhängig vom Hormonstatus zum Zeitpunkt der Asthmadiagnose.

 

Fazit

Bereits erkrankte Patientinnen mit Asthma, die in die Wechseljahre kommen, sollten sich jedenfalls bewusst sein, dass die hormonelle Umstellung in der Menopause Asthma verschlechtern kann. Betroffene, bei denen in der Menopause Asthma neu entsteht, sollten die Erkrankung ernst nehmen. Engstellungen der Atemwege, die nicht vollständig umkehrbar sind, werden mit schwererem Asthma, einem schnelleren Fortschreiten der Erkrankung und einer höheren Mortalität assoziiert.


Literatur:

Bialek-Gosk K, Maskey-Warzechowska M, Krenke R, Dabrowska M, Paplinska-Goryca M, Nejman-Gryz P, Domagala-Kulawik J, Przybylowski T, Chazan R. Menopausal asthma – much ado about nothing? An observational study. J Asthma. 2017 Dec 14:1-8. doi: 10.1080/02770903.2017.1407336. [Epub ahead of print]

Xu X, Jones M, Mishra GD. Age at natural menopause and development of chronic conditions and multimorbidity: results from an Australian prospective cohort. Hum Reprod. 2020;35(1):203-211. doi:10.1093/humrep/dez259

Raherison C, Hamzaoui A, Nocent-Ejnaini C, et al. Asthme de la femme au fil du temps : vers une prise en charge personnalisée ? [Woman’s asthma throughout life: Towards a personalized management?]. Rev Mal Respir. 2020;37(2):144-160. doi:10.1016/j.rmr.2019.07.013

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