Meldonium als Stolperstein für Sharapova

Meldonium soll die Durchblutung fördern und gegen Angina Pectoris und andere Herzerkrankungen helfen. Voriges Jahr wurde es von der WADA auf die Verbotsliste gesetzt.

 

Bei der Dopingkontrolle anlässlich der Australian Open wurde bei dem russischen Tennisstar Maria Sharapova – der laut Forbes am besten verdienende Sportlerin der Welt – der mittlerweile verbotene Wirkstoff Meldonium nachgewiesen. Sharapova beteuerte in L.A. bei einer Pressekonferenz, dass sie das dementsprechende Arzneimittel Mildronat auf ärztliche Anordnung seit 2006 einsetzt. Sie habe eine Mail der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA mit dem entsprechenden Hinweis über den neuen Status des Wirkstoffs nicht beachtet.

Angesichts dessen, dass Meldonium sehr leicht nachweisbar ist, ist die Erklärung der Russin durchaus plausibel. Wenngleich Experten davon ausgehen, dass eben die weitverbreitete und beliebte Anwendung von Mildronat bei Profisportlern – für eine verbesserte Durchblutung und mehr physischer Ausdauer – im vergangenen Jahr dazu geführt hat, dass die WADA die Substanz auf die Verbotsliste setzte.

 

Meldonium als Arzneimittel

Meldonium hat in Österreich und Deutschland keine Arzneimittelzulassung. Der Wirkstoff gegen Herzrhythmusstörungen und Gefäßerkrankungen, der in Form von Kapseln und Injektionen eingesetzt werden kann, wird von der Lettischen Firma Grindeks in Russland und den baltischen Staaten wie oben erwähnt unter dem Handelsnamen Mildronat® vertrieben.

 

Wirkungen und Nebenwirkungen von Meldonium

Mildronat soll die Durchblutung und Zellregeneration fördern und wird bei Angina Pectoris und anderen Herzerkrankungen angewendet. Unklar ist, ob Mildronat bei Menschen anabole Effekte hat, die bei der ursprünglichen Patentanmeldung Anfang der 1980er Jahre bei Tieren angegeben wurden. Auch wird eine Potenzsteigerung und beweglichere Spermien als medizinische Wirkungen vermutet. Als bekannte Nebenwirkungen von Mildronat führt der Beipackzettel des Medikaments psychomotorische Unruhe, Magenbeschwerden, Ausschlag, Ödeme und Herzrhythmusstörungen an.

 

Doping mit Meldonium

Ein Monitoring-Programm der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sorgte im Jahr 2014 dafür, dass für den Wirkstoff Meldonium ein hoher Missbrauch in verschiedenen Sportarten festgestellt werden konnte. Vermutlich setzen Athleten die Substanz ein, um mögliche Effekte hinsichtlich verbesserter Durchblutung und physischer Ausdauer auszunutzen.

Da die Anwendung von Mildronat in den meisten Fällen aus nicht medizinischen Gründen zur Leistungssteigerung erfolgte, entschied die WADA nun, Mildronat ab dem 1. Jänner 2016 für die Profisportausübung zu verbieten. Die Einordung von Meldonium erfolgt in die Gruppe S4 Hormone und metabolische Modulatoren.

 

Lit.: Christian Görgens, Sven Guddat, Josef Dib, Hans Geyer, Wilhelm Schänzer and Mario Thevis: Mildronat® (Meldonium) in professional sports – monitoring doping control urine samples using hydrophilic interaction liquid chromatography – high resolution/high accuracy mass spectrometry. Drug Test Anal, 2015 Apr 5, DOI: 10.1002/dta.1788

Weitere Informationen:

http://www.dopinginfo.de/rubriken/00_home/00_meldo.html

http://www.grindeks.lv/en

https://www.wada-ama.org/en/media/news/2016-03/wada-statement-regarding-maria-sharapova-case

 

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