Freitag, Januar 16, 2026

Gluten in Lebensmittel erhöhen für Säuglinge das Risiko für Zöliakie

Gluten-haltige Lebensmittel in den ersten beiden Lebensjahren verdoppeln bei genetisch vorbelasteten Kindern das Risiko für Zöliakie.

Zöliakie tritt immer häufiger auf – bei einem von 100, insbesondere im Erwachsenenalter. Wobei meistens keine typischen Bauchbeschwerden entstehen. Eine Verbesserung der Diagnostik erfolgt durch Antikörpertests, wie endomysiale Antikörper und Tissue Transglutaminaseantikörper für das Screening. Die Diagnose muss allerdings weiterhin über die Biopsie aus dem Zwölffingerdarm bei der Gastroskopie erfolgen. Gluten in Lebensmittel müssen Betroffene mit Zöliakie lebenslang vermeiden. Gluten ist das Klebereiweiss des Weizens. Zudem sind entsprechende Proteine in den anderen üblichen Mehlgetreidesorten – wie Gerste, Roggen, Dinkel etc. – zu meiden. Erlaubt sind Reis-, Mais- und Kartoffelmehl.

Diese Diät soll jedoch nie vor Absicherung der Diagnose beginnen. Weil ansonsten die Antikörpertests nicht sicher verwertbar sind und ebenso das Ergebnis der Biopsie nicht eindeutig ausfallen kann und dadurch eine Belastung durch Gluten nötig wird. Es sollte eine Beratung durch eine Diätassistentin erfolgen, weitere Informationen für die Betroffenen gibt es bei Selbsthilfegruppen.

 

Zusammenhang von Gluten in der Ernährung und Zöliakie in den ersten beiden Lebensjahren

Der Verzehr von Gluten in der Ernährung in den ersten beiden Lebensjahren erhöht bei Kindern mit genetischen Risikofaktoren für Zöliakie das Risiko, später daran zu erkranken. Und zwar mindestens um den Faktor zwei. Das ergab eine unlängst publizierte Studie, die im Journal Clinical Gastroenterology and Hepatology – dem offiziellen publizistischen Organ der American Gastroenterological Association – jetzt veröffentlicht wurde.

„Welche Rolle eine Gluten-Einnahme bei Säuglingen mit einem Risiko, später an Zöliakie zu erkranken, spielt, wird seit langem diskutiert.“ Das betonte unlängst Studienautorin Carin Andrén Aronsson von der Abteilung für klinische Wissenschaften an der Universität Lund in Schweden.

„Unsere Studie zeigt eindrucksvoll, dass die Menge an Gluten, die man in einem frühen Alter eingenommen hatte, eine Rolle beim Krankheitsverlauf von Zöliakie spielt. Insbesondere bei Kindern mit genetischem Risiko.“

 

Schwedische Säuglinge besonders betroffen

Es ist wichtig zu wissen, dass sich die schwedische Säuglingsernährung von anderen europäischen Ländern und den USA unterscheidet. Dort bekommen Säuglinge traditionell wesentlich größere Mengen an glutenhaltigen Lebensmitteln als in anderen Ländern. Weitere Studien aus anderen Ländern sind daher notwendig, um die Theorie zu bestätigen, dass eine Aufnahme von Gluten während der ersten beiden Lebensjahren auslöst, eine Zöliakie auslösen kann, beziehungsweise diese begünstigt.


Quelle: American Gastroenterological Association

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